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Asterix trifft James Bond

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Neben vielen satirischen Anspielungen auf die Neuzeit treten immer wieder bekannte und weniger bekannte Persönlichkeiten in den Asterix-Heften mit einer Gastrolle auf. Gerne pointieren Albert Uderzo und René Goscinny Landsleute, die auf sie einen besonderen Eindruck gemacht haben. Ganz vorne steht dabei Jules Raimu, ein französischer Schauspieler in Filmen von Marcel Pagnol in den 30er und 40er Jahren, dem sie in verschiedenen Bänden ein Denkmal setzen. Pierre Tchernia, Drehbuchautor, Journalist und persönlicher Freund von Goscinny und Uderzo war Mitarbeiter im Studio Idefix. Mit fünf Gastrollen führt er die Reihe der Prominenten an.

Sehr viel nachhaltiger für das deutsche Publikum sind jedoch die Karikaturen von weltweit bekannten Schauspielern und Politikern. Sean Connery als James Bond wird trefflich in seinem ganzen Umfang als Druidenspion 'Nullnullsix' in der Geschichte 'Die Odyssee' karikiert. Bezug auf die schottische Herkunft des Schauspielers erhält der Charakter im Asterix-Heft, als er Miraculix gleich zu Beginn zur Stärkung Schnaps aus Kaledonien anbietet.

Eine ganz besondere Ehrung erhält Kirk Douglas, dem in 'Obelix auf Kreuzfahrt' die Hauptrolle des Spartakis zufällt - eine Anspielung auf seine Rolle im 1960 gedrehten Film 'Spartakus'. Der italienische Schauspieler Lino Ventura kann als römischer Soldat in 'Streit um Asterix' als 'Caius Aerobus' ebenso wenig Erfolge verzeichnen wie Jean Gabin in der Karikatur als Pontius Penatus im Band 'Die Odyssee', wo er, seine Hände bildlich in Unschuld waschend, eine Niederlage gegen die gallische Übermacht - verkörpert durch Asterix und Obelix - einstecken muß.

Oliver Hardy und Stan Laurel, in Deutschland besser bekannt als 'Dick und Doof', werden gemeinsam von Uderzo sehr schön in ihrer typischen Art des unbeholfenen Duos in 'Obelix GmbH & Co KG' als Hinkelstein schleppende Legionäre karikiert. Nicht unbedingt allen Besuchern bekannt, soll hier doch der Schauspieler Bernard Blier in der Rolle des Chefs der Geheimpolizei Cäsars, 'Cajus Musencus' Erwähnung finden, der gemeinsam mit dem Agenten Nullnullsix (siehe oben) mit allen Mitteln verhindern will, daß die Gallier ihren Zaubertrank wieder herstellen können. Der britische Schauspieler Charles Laugton spielt die Rolle des Präfekten von Lutetia 'Gaius Überdrus' - in 'Die goldene Sichel' der Kopf der Sichelschieberbande.

Die Riege der Politiker wird besonders durch Jacques Chirac, Edith Cresson und - im weitesten Sinne - Napoléon vertreten. In 'Obelix GmbH & Co KG' wird Chirac als der Absolvent der FAZ Technokratus karikiert. Ab 1974 Premierminister von Frankreich und 1995 Staatspräsident wird er in dieser Rolle wie im echten Leben als geschickter Taktiker und Wirtschaftsexperte geschätzt. In der Person der 'Maestria' wird Edith Cresson, die unter anderem auch Premierministerin in Frankreich war, in einer Hauptrolle dargestellt. Anspielungen auf Napoléon (1769-1821) finden sich in den Asterix-Heften in vielfältiger Form:

  1. In 'Der Kampf der Häuptlinge' erkennt man einen Patienten 'von dem niemand weiß, für wen er sich hält' des Druiden Amnesix in der für Napoléon typischen Pose
  2. In 'Asterix auf Korsika' nennt Osolemirnix die sich formierenden korsischen Rebellen eine 'Große Armee', in Anlehnung an die 'Grande Armée' des Rußlandfeldzuges.
  3. Bildliche Ähnlichkeiten hierzu enthält auch 'Asterix bei den Belgiern'. Ein Gemälde von Ernest, das Napoléons Rückzug nach Paris zeigt, dient bei Bild 9 auf Seite 39 als Vorlage.

Neben Schauspielern und Politikern werden unter anderem auch Gemälde in der Karikatur dargestellt. Uderzo hat das Bild 'Bauernhochzeit' des belgischen Malers Pieter Bruegel in 'Asterix bei den Belgiern', auf der Seite 47 mit anderen Darstellern festgehalten. Théodore Gericault, ebenfalls ein Maler aus Belgien, hat die Vorlage zu einer Szene in 'Asterix als Legionär' auf Seite 35 geschaffen, wo man die Piraten auf einem Floß ähnlich des Gemäldes 'Das Floß der Medusa' (zu sehen im Louvre, Paris) sehen kann. Auch Rembrandt wird in 'Der Seher', Bild 10 auf Seite 10, geehrt. Das Bild 'Anatomie des Dr.Tulp' diente hier als Vorlage.

Neben der Karikatur der Freiheitsstatue, einem Geschenk der Franzosen an das amerikanische Volk, die in 'Die große Überfahrt' durch Asterix karikiert wird, seien hier abschließend nur noch die eigenen Karikaturen von Goscinny und Uderzo genannt, die sich in verschiedenen Bänden selbst ins Bild gemogelt haben.

Eine komplette Übersicht aller Karikaturen und zusätzliche Informationen erhalten Sie im 'Deutschen Asterix-Lexikon im Internet'.


 
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