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Die Gallier (IV) - Miraculix

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Miraculix - der Weise des Stammes

Ebenso wie der Barde und der Häuptling, unterscheidet sich Miraculix, der Druide, durch den Umhang von den anderen Einwohnern des Dorfes. Der Mantel (lateinisch: Sagus) unterstreicht die Wichtigkeit dieses Charakters im Comic und weist auf die historische Bedeutung der Druiden bei den Kelten hin.

Druiden besaßen als Spezialisten zwar das Wissen für Gebräue aller Art, jedoch ist der Zaubertrank natürlich eine Erfindung der Comic-Autoren. Magische Tränke sind aber nicht nur eine Ausgeburt der Phantasie von Uderzo und Goscinny, römische Schreiber liefern Beschreibungen von der Wirkung der Mistel - einer Pflanze, die auf Eichen gefunden wird, und die zu bestimmten Zeiten von keltischen Priestern geschnitten werden mußte. Aus diesen überlieferten Texten hat sich Goscinny sicherlich für die Darstellung der Arbeitsweise von Miraculix in 'Asterix der Gallier' bedient. Im Special über den Zaubertrank im Deutschen Asterix Archiv erfahren Sie einige Details zum Trunk der Gallier.

Neben der Kleidung und dem Wissen genießt Miraculix, der im französischen Original Panoramix (sinngemäß 'Weitsicht') heißt, noch eine andere Ehre: Er nimmt in 'Der Seher' und 'Asterix bei den Goten' an den jährlichen Treffen der Druiden im Karnutenwald (bei Chartres) teil. Diese historische Tatsache wird auch in Cäsars 'Bello Gallico' - seinem Buch über den Gallischen Krieg - erwähnt, denn dort heißt es: 'Jedes Jahr treffen sie sich zu einem festen Termin an einem heiligen Ort, dem Land der Karnuten, das als Zentrum Galliens gilt.'

Bis hierher also kann man feststellen, dass die Gestalt des Miraculix ganz sicher keltische Elemente beinhaltet. In der keltischen Gesellschaft waren Druiden Angehörige der privilegierten Klasse. In 'Das Geschenk Cäsars' sehen wir ihn sogar noch als guten Kenner des Gesetzes, als ein anderer Gallier Häuptling werden will und er nach der erwarteten Skepsis der etablierten Dorfbewohner erklärt, dass sich nach dem gallischen Gesetz jeder um die Herrschaft bewerben kann.

Wir sehen, dass der Druide für das Dorf ganz wichtig ist, weil er über das Wissen um viele bedeutende Dinge verfügt. Ohne seinen Kenntnisreichtum würde das Leben in der Gemeinschaft in ein Chaos ausarten. Eine derartige Stellung wurde in den antiken Texten auch einer Figur zuerkannt, die in den Asterix-Heften um einiges schlechter wegkommt als Miraculix, die aber von dem Zeichner Uderzo gleichwohl einem Mantel bekommen hat. Ein kleines Detail zum Schluss: Sein Bart wurde im Laufe der Alben immer länger...


 
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