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Tour der Leiden

Artikel aus dem ehemaligen Asterix Portal von meome.de.
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1963 wurde in Frankreich der fünfte Band der Asterix-Serie aufgelegt (in Deutschland als Band VI erschienen). Der offensichtliche Grund dieses Thema aufzugreifen liegt wohl im Radsportgeschehen der frühen 60er Jahre als Jacques Anquetil zwischen 1961 und 1964 gleich vier Mal in Folge als Sieger die 'Tour de France' abschloss.

Das bedeutendste und nachhaltigste Ereignis dieser Geschichte deutet sich ganz klein auf Seite 18 an. Dort wartet ein kleiner Hund vor einer Metzgerei, der ab diesem Zeitpunkt den Galliern bis zum Ende der Geschichte nicht von der Seite weicht. Der Zuspruch der Leser ist so groß, dass Goscinny und Uderzo beschließen, den Hund zu behalten und ihn Obelix als Maskottchen zur Seite zu stellen. In einem Leserwettbewerb fällt die Wahl auf den Namen 'Idefix'.

In der Geschichte 'Tour de France' wetten Asterix und Obelix mit dem römischen Besatzer in Form des Generalinspektors Lucius Nichtsalsverdrus, dass sie eine Tour durch Gallien machen, ohne festgenommen zu werden. Als Beweis werden sie in jeder Stadt die lokale Spezialität erwerben um dem Römer daraus ein Festmahl zu bereiten.

Selbstverständlich ist auch dieser Band gewürzt mit pointierten Darstellungen und den Anspielungen an die Neuzeit. Ein Höhepunkt dieses Bandes ist sicherlich der Auftritt in der Schiffertaverne von Massilia. Alles erinnert dabei an Marcel Pagnols (1895-1974) Film 'Marius' aus dem Jahr 1931. Die drei Karten spielenden Männer sind Karikaturen der französischen Schauspieler Paul Dullac, Fernand Charpin und Robert Vattier, der Wirt Cäsar Kneipix trägt die Züge von Jules Raimu.

Köstlich auch die Darstellung antiker Touristen am Strand und die im Mini-Look der 60er Jahre flanierenden Schönheiten auf der 'Promenade der Bretonen' - eine Anspielung auf die 1820 angelegte Uferstrasse 'Promenade des Anglais'.

Mit einem originellen Detail schmückt Uderzo den Holzkarren vor dem Haus des Gemüsehändlers auf Seite 29. In der deutschen Version wurde aus dem Nummernschild ein einfaches "Karren", im französischen Original hingegen standen die römischen Ziffern für das Enstehungsjahr des Abenteuers 'Le tour de Gaule', während das 'G' natürlich für Gaule (= Gallien) steht.

Auch die Ankunft in Aginum auf Seite 37 ist eine einwandfreie Reminiszenz der Autoren an die Bilder, wie man sie von der ältesten und bedeutesten Radrundfahrt kennt: Jubelnde Menschen säumen die Strassen und feuern die Fahrer an, bespritzen sie mit frischem Wasser oder schieben die müden Recken auch schon mal an.

Die 'Tour de France' wird auch in 'Asterix bei den Belgiern' in Erinnerung gebracht. Denn dort ist der als Eilbote benannte Läufer auf Seite 47 eine Karikatur des belgischen Radrennfahrers Eddy Merckx, der unter anderem zwischen 1969 und 1974 fünf Mal das schwerste Radrennen gewinnen konnte.


 
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