Aktuell im Kino

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Moderator: Carsten

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Comedix
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Re: Aktuell im Kino

Beitrag: # 54306Beitrag Comedix
2. Januar 2017 22:36

Iwan hat geschrieben:Danke, Marco, für die Informationen! Aber "Assassins Creed" ist ein Spielfilm, oder? Also du redest jetzt nicht mehr vom Spiel? Nur, damit ich das richtig verstehe ...
Natürlich. Hier an dieser Stelle schreibe ich nur über Filme.
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Comedix
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A Street Cat Named Bob (Bob, der Streuner)

Beitrag: # 54307Beitrag Comedix
2. Januar 2017 22:47

Montag ist Sneak Preview Time und zusammen mit Carsten habe ich heute am 2. Januar den zweiten Film dieses Jahres gesehen. Ich weiß nicht, ob dieser Film eher Katzen- und weniger Hundefreunde, generell Tierfreunde oder Fans von schönen und wahren Geschichten anspricht, aber mich hat er berührt und deshalb empfehle ich

A Street Cat Named Bob (Deutsch: Bob, der Streuner)

gerne weiter. Es wird die Geschichte des Ex-Junkies James erzählt, der in London mehr schlecht als recht mit seiner Musik auf der Straße über die Runden kommt. Eines Tages läuft ihm der rotfellige Kater Bob zu, der nun eine tragende Rolle in dessen Leben spielen wird. Die spannende Geschichte zwischen der ungeschönten Ansicht eines unschönen Millieus und der herzergreifenden Art wie sich James und Bob umeinander kümmern, ist wirklich angenehm erzählt. Auf großen Kitsch wird dabei ebenso verzichtet wie auf eine weichgezeichnete Geschichte, trotz den Happy Ends, das der realen Grundlage entspricht, über die auch ein Buch erschienen ist.

Der Film, der am 12. Januar 2017 in die deutschen Kinos kommt, ist wirklich sehenswert, nicht zuletzt wegen der schauspielerischen Leistung von Luke Treadaway, der den ins Leben zurückkehrenden James spielt, und den Closeups des Katers, dessen persönliche Sichtweise immer mal wieder von der Kamera eingenommen wird. Hier passen 7 von 10 Punkten.

Gruß, Marco
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Passengers

Beitrag: # 54352Beitrag Comedix
8. Januar 2017 14:05

Bei Film Nummero 3 in diesem Jahr habe ich im Vorwege schon Höhen und Tiefen erlebt. Schon seit Wochen habe ich mich darauf gefreut, die Vorschauen waren verheißungsvoll und das Thema "Science-Fiction" fand ich auch schon immer spannend. Dann, als die ersten Berichte von Medien auftauchten, die den Film als eher durchschnittlich oder bestenfalls als "in den ersten 30 Minuten gelungen" bezeichneten, war meine Vorfreude dann doch ein wenig getrübt. Jetzt, nach eigenem Ermessen kann ich sagen, dass

Passengers

für mich der beste Film ist, den ich seit langem gesehen habe. Ich schwanke bei der Bewertung zwischen 8 von 10 Punkten und 9 von 10 Punkten, vergebe aber für mich dann doch die 9 von 10 Punkte, weil er mich wirklich von Anfang bis Ende gefesselt hat. Auf der 120 Jahre dauernden Reise des Raumschiffes Avalon zur Kolonie Homestead II geschieht das bisher noch nicht Dagewesene: Eine der mehr als 5.000 Kälteschlafkommern der Mitreisenden hat einen Defekt und 90 Jahre vor der Ankunft erwacht der Passagier Jim, gespielt von Chris Pratt ("Guardians of the Galaxy", "Jurassic World") aus der Stasis.

Zuerst geschockt von dieser Tatsache, arrangiert er sich langsam mit der Tatsache und nutzt die Möglichkeiten, die das Schiff so bietet. Schließlich freundet er sich auch mit dem Androiden Arthuer (Michael Scheen) an, der als Barkeeper fungiert und mehr als ein Jahr lang sein einziger Ansprechpartner ist. Allerdings hat die Einsamkeit auch ihre Tücken und so beschließt Jim, dass die Mitreisende Aurora (Jennifer Lawrence) sein Schicksal teilen soll und sabotiert ihre Kältekammer, damit sie aufwacht und ihm Gesellschaft leistet.

Ab diesem Zeitpunkt wird aus einem wirklich guten Science-Fiction-Film eine Liebesgeschichte, bei der man Jim wirklich alles Glück wünscht. An dieser Stelle haben Kritiker dann bemängelt, dass sich die Story doch sehr von der Idee des Reisenden durch den Raum verabschiedet, aber mich hat es erstaunlicherweise nicht gestört. Im Gegenteil. Im weiteren Verlauf verkompliziert sich die Geschichte weiter, wenn das Raumschiff vermehrt Störungen im System meldet und mal eben echte Action aufkommt, die mit Hilfe des ebenfalls durch einen Fehler aufgewachten Crewman Gus Mancuso (Laurence Fishburne) wirklich sehr gut gemacht ist.

Insgesamt fand ich die Mischung sehr ausgewogen und die (insgesamt) 4 Schauspieler (plus ein Überraschungsgast am Ende des Films) zeigen ihr ganzes Können. Normalerweise stören mich eingewobene Liebesgeschichten, aber in diesem Fall passt es zur Story des Alleinreisenden. Dieser empfehlenswerte Film, den ich in 3D gesehen habe, ist seit Donnerstag im Kino.

Gruß, Marco
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Marmelada
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Re: Aktuell im Kino - Passenger

Beitrag: # 54365Beitrag Marmelada
9. Januar 2017 06:54

Ich kann mich Marco eigentlich nur anschließen :-) und habe dem nichts hinzuzufügen .... AUSSER ....

Lieber Marco, du hast denjenigen, die den Film noch schauen wollen, viel zu viel überraschende Details verraten :roll:
Gruß Heike :lol:

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Why Him?

Beitrag: # 54380Beitrag Comedix
10. Januar 2017 08:37

Mein lieber Schwan, der vierte Film in diesem Jahr und nach meinem Geschmack der zweite sehr empfehlenswerte Film, aber aus einem ganz anderen Genre als den zuletzt gesehenen Passengers. Viel gelacht und sehr amüsant war

Why Him?

Hier spielt Bryan Cranston (bekannt aus "Breaking Bad" und "Malcom mittendrin") denVater einer 22-jährigen Tochter aus dem gutbürgerlichen US-Mittelstand. Diese sehr ansehnlich von Zoey Deutch gespielte Dame verliebt sich in einen abgedrehten Internet-Millionär (James Franco), dessen Lebensweise beim ersten Besuch der Familie in Kalifornien auf die (eigentlich nicht so) heile Welt der Familie trifft. Nicht nur dieses Gefälle sorgt für reichlich Unterhaltung, sondern auch die beiden Welten des hippen aber etwas exentrischen Unternehmers, der sich schon mal als Überraschung das Portrait der Familie auf den Rücken tätowieren lässt, und die bisher sehr biedere Familie des Geschäftsmannes in den besten Jahren.

Ich würde schon gerne wissen, wie die deutsche Synchronisation die vielfältig verwendeten Variationen des Wortes "fuck" und "dick" in die Kinos bringt, aber es ist wirklich sehr unterhaltsam, wie sich die Wandlung des seriösen 55-jährigen in einen gegen den Umstand Kämpfenden vollzieht, dass seine Tochter einen seiner Meinung nach völlig durchgeknallten und aber steinreichen Typen heiraten will..

Ich fand den Film sehr unterhaltsam, im Kino wurde viel gelacht. Ich sehe Bryan Cranston sehr gerne, vor allem ist ihm ein Talent in die Wiege gelegt, das er auch in Breaking Bad sehr gut umzusetzen wusste: Von normal über aufbrausend bis durchtrieben. Zudem spielt James Franco das was er am besten kann - den völlig Durchgeknallten, der aber trotzdem Respekt vor den Weisheiten der "Industrie-Generation" hat. Als ergänzende Sidekicks funktionieren Zoey Deutch, deren Bruder und die von Megan Mullally gespielte Mutter ebenso gut wie Gustav, die rechte Hand des Millionärs, der wie damals Cato bei Inspector Clouseau in "Der rosarote Panther" seinen Brötchengeber als potentieller Angreifer überraschend aus dem Hinterhalt angreift.

Wer seinen intellektuellen Anspruch im Kino auf andere Filme konzentriert und hier nur kurzweilige Unterhaltung erwartet, ist genau richtig. Der Film läuft am 12. Januar in den deutschen Kinos an und bekommt von mir 8 von 10 Punkte.

Gruß, Marco
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Comedix
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The Great Wall

Beitrag: # 54422Beitrag Comedix
15. Januar 2017 17:17

Am vergangenen Wochenende habe ich mir einen Film angesehen, der nicht auf meiner Liste stand. Die Filmvorschauen, die es vor einem Film gibt, haben mich nicht angesprochen, aber immerhin spielt in

The Great Wall

Matt Damon mit und deshalb habe ich mit den Spektakel dann doch angesehen. Wer jedoch hier einen Film erwartet, der ansatzweise die Chinesische Mauer und ein gutes Drehbuch beinhaltet, dann wird die Enttäuschung groß sein. Mein Vorteil hier in den Kurzvorstellungen ist, dass ich nicht den Anspruch habe eine neutrale Bewertung zu verfassen. Deshalb kann ich ohne Probleme schreiben, dass mich der Film, der vor allem auf visuelle Reize und Action setzt, gar nicht begeistert hat.

Zwei Söldner - in persona Tovar (Pedro Pascal) und William (Matt Damon) - die unter großen Entbehrungen nach China reisen, sind auf der Suche nach Schwarzpulver. Sie erhoffen sich davon in ihrer Heimat Ruhm und Reichtum. Leider läuft das nicht wie geplant. Sie werden in eine Schlacht gezogen, die nicht den üblichen Regeln folgt, aber mehr möchte ich hier nicht verraten.

Kein Geheimnis ist, dass der Film seinen Erfolg auf zwei großen Märkten einfahren soll. Chinesische Zuschauer und westliche Action- und Schlachten-Liebhaber stehen im Fokus und dieser Wandel zwischen den Welten fühlt sich auch genau so unfertig an. Mit forschem Tempo geht's im Film voran und eine Schlacht folgt der anderen. Die wenigen ruhige Momente, so eine Begräbnis-Zeremonie, fühlen sich an wie eine Vollbremsung. Obwohl ich nicht dagegen habe, wenn mal aus einem Film Tempo herausgenommen wird, so passt das hier überhaupt nicht.

Wer Fantasy und/oder Schlachtengetümmel mag, kommt hier vielleicht noch auf seine Kosten. Mich hat der Film, der seit Donnerstag im Kino läuft, nicht vom Sockel gehauen und so bleibt eine magere Wertung von 4 von 10 Punkten.

Gruß, Marco
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The Girl With All The Gifts

Beitrag: # 54431Beitrag Comedix
16. Januar 2017 23:12

Tja, da geht man völlig unbedarft in die Preview und erhofft sich einen Film, der in den kommenden Wochen anlaufen wird und von dem man zumindest ansatzweise schon mal gehört oder sogar schon einen Trailer gesehen hat. Bisher war es so, dass man sich einer entsprechenden Facebook-Gruppe zumindest einen Tipp vom Kinopersonal einholen konnte, welche Filme kommen KÖNNTEN, aber diese Funktion wird derzeit nicht mehr angeboten. Und so war

The Girl With All The Gifts

eine hammermäßige Überraschung, sowohl in der Auswahl als auch thematisch. Als der Titel zu Beginn des Films eingeblendet wurde, war ich blank jeder Ahnung, worum es gehen sollte. Der Film beginnt mit Szenen einer Kasernierung von Kindern, die von schwer bewachten Soldaten zum Unterricht gebracht werden. Erst im weiteren Verlauf merkt man, dass man in einen Film über eine Zombie-Apokalypse hineingeraten ist, denn die Kaserne wird von den Untoten, im Film "Hungries" genannt, überrannt. Nur das Mädchen Melanie, grandios gespielt von der Newcomerin Sennia Nanua, ihre Lehrerin, zwei Soldaten und eine Wissenschaftlerin, in dieser Rolle mit Glenn Close genial besetzt, entkommen dem Infernal und machen sich auf den Weg nach London, um sich zum nächsten bewohnten Areal durchzukämpfen.

Dort stellen sie fest, dass mit mit dem Kind, das von einer Mutter geboren wurde, die bereits mit dem Zombie-Virus infiziert war und deshalb eine Art Zombie der zweiten Generation ist, durchaus eine Hilfe sein kann - auch wenn es zwischendurch immer mal wieder Hunger auf Frischfleisch bekommt.

Der Film geht tiefer und beschreibt die Charaktere der Gruppe näher als es der durchschnittliche Zombie-Streifen vermag und das macht ihn trotz der Splatter-Szenen zu etwas Besonderem. Beim Ende weiß man nicht, ob man sich vom Zynismus abwenden oder der Hoffnung auf die Zukunft des Planeten Erde hinwenden soll. Auf jeden Fall lohnt sich der Blick hinter die beschriebene Apokalypse des Films, der am 9. Februar in den deutschen Kinos anläuft. Für mich eine gute 7 von 10 Punkten, der Bonuspunkt für die Überraschung des Abends.

Gruß, Marco
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Hidden Figures - Unerkannte Heldinnen

Beitrag: # 54555Beitrag Comedix
23. Januar 2017 23:30

An dieser Stelle möchte ich eine kurze Filmkritik über einen Streifen schreiben, der in Deutschland am 2. Februar seine Premiere feiert und an deren Ende die Wertung 9 von 10 stehen wird. In

Hidden Figures - Unerkannte Heldinnen

werden nämlich auf sehr ergreifende Weise mehrere historische Themen miteinander verwoben, die eine sehr stimmige und rührende Geschichte mit Leben füllen, die dazu noch auf wahren Begebenheiten basiert. Das Mercury-Raumfahrtprogramm und die Inbetriebnahme der ersten Computer von IBM zur Berechnung von Flugdaten bieten einen geschichtlichen Rahmen um die Geschichte der schwarzen NASA-Mathematikerinnen Katherine Johnson (Taraji P. Henson), Dorothy Vaughan (Octavia Spencer) und Mary Jackson (Janelle Monáe). Der Rassismus und die Ungleichbehandlung von Frauen sind in diesem Film ständige Begleiter und stellen der Kern der Geschichte dar.

In etwas mehr als 2 Stunden wird der berufliche Lebenswerk der Frauen erzählt, wobei der Leiter der Abteilung Al Harrison, gespielt von Kevin Costner, eher aus zeitlichen und pragmatischen Gründen die Gräben zwischen weißen und schwarzen Mitarbeitern überwindet. Nur so kann in der Kürze der Zeit der Vorsprung der russischen Kosmonauten wett gemacht werden, damit mit John Glenn ein amerikanischer Astronauten in den Orbit geschickt werden kann.

Natürlich gibt es auch Widersacher, die sich mit den klugen, aber der falschen Hautfarbe und dem falschen Geschlecht auf die Welt gekommenen Kollegen schwer tun. Da sind bspw. die Vorgesetzte Vivian (Kirsten Dunst) und die rechte Hand von Harrison Paul Stafford (Jim Parson).

Insgesamt fand ich den Film sehr stimmig, auch weil immer wieder historische Aufnahmen in die Geschichte eingewoben wurden und so die Atmosphäre der 1960er Jahre sehr gut transportiert wird. Und schließlich kommt auch der Humor nicht zu kurz, wenn sich die Damen mit Wortwitz in die Männerdomäne wagen. Deshalb für mich ein Film mit 9 von 10 Punkten und damit unbedingt sehenswert.

Gruß, Marco
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Iwan
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Re: Aktuell im Kino

Beitrag: # 54556Beitrag Iwan
24. Januar 2017 06:57

Danke für die Kritik, Marco! Zum gleichen Thema gibt es doch eine Satire, die sich damit befasst, wie die Amerikaner angeblich die Mondlandung fingiert haben sollen. Hat die jemand gesehen, soll nicht schlecht sein ...
Gott sagte zum Stein: "Und du wirst Feuerwehrmann!" Der Stein sagte: "Nein, dazu bin ich nicht hart genug."

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Collateral Beauty - Verborgene Schönheit

Beitrag: # 54624Beitrag Comedix
29. Januar 2017 16:20

Gestern durfte ich mir einen Film aus meiner "Möchte-ich-sehen"-Liste ansehen. Ihr kennt das sicher auch: Es gibt einen bestimmten Regisseur oder einen Schauspieler und wenn dieser Film mit diesen in Verbindung gebracht wird, dann landet der Streifen auf dieser Liste. So geht es mir auch mit Will Smith. Doch auch ohne ihn hat mir der Trailer Lust auf diesen Film gemacht und so habe ich

Collateral Beauty - Verborgene Schönheit

gesehen, der schon seit 19. Januar in den deutschen Kinos läuft. Im Film spielt Will Smith den Chef erfolgreichen Werbeagentur, bis ihn der Tod seiner sechsjährigen Tochter aus der Bahn wirft. Fortan ist er nur noch ein Schatten seiner selbst, schreibt Briefe an den Tod, die Zeit und die Liebe und blockiert mit seiner (teilnahmslosen) Mehrheit den erfolgreichen Abschluss eines Deals mit einem großen Auftraggeber, so dass die gesamte Agentur vor dem Aus steht. Seine Mitstreiter, gespielt von Edward Norton, Michael Pena und Kate Winslet versuchen alles ihren Freund und Partner wieder ins Leben zurückzuholen, was jedoch kläglich scheitert.

Also schmieden sie den Plan ihn von einer Detektivin beobachten zu lassen, um ihm mit Schauspielern (u.a. gespielt von Helen Mirren und Keira Knightley) in kritische Situationen zu bringen, damit sie seine Anteile wegen Unzurechnungsfähigkeit übernehmen können.

Klingt erstmal nach einem klaren Plott, allerdings versucht der Film das Leben, das Universum und den ganzen Rest, nämlich den Tod, die Zeit und die Liebe, mit verschiedenen Handlungssträngen aus dem Hier und Jetzt auf eine Ebene zu hieven, die mir im Film doch etwas zu sehr konstruiert scheint. Alle Hauptdarsteller werden in den Strudel dieser Geschichte verstrickt, jedoch immer nur in kurzen Sequenzen. Dadurch entsteht für mich der Eindruck, dass die eigentlich tiefgründige Geschichte trotzdem nur sehr sporadisch versucht die Schöpfung und den Tod zu erklären. Mich hat der Film etwas ratlos zurückgelassen, obwohl alle Schauspieler für sich eine einwandfreie Leistung abgeliefert haben.

Sehr dick aufgetragen und rührselig, aber trotzdem gut gespielt und mit interessanten Entwicklungen in der Geschichte reicht es bei mir zu 7 von 10 Punkten.

Gruß, Marco
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Marmelada
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Collateral Beauty - Verborgene Schönheit

Beitrag: # 54629Beitrag Marmelada
30. Januar 2017 12:48

Ich hatte das Vergnügen, den Film zusammen mit Marco zu sehen ... und gratuliere Marco :D du hast du den Inhalt sehr schön wieder gegeben, ohne zuviel zu verraten :-)

Mich hat der Film auch etwas irritiert und nachdenklich zurückgelassen, aber ansonsten kann ich mich seiner Aussage nur anschließen - außer - von mir bekommt der Film eine 8,5 von 10 Punkten :-D
Gruß Heike :lol:

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Die Jones - Spione von nebenan

Beitrag: # 54638Beitrag Comedix
30. Januar 2017 22:49

Heute in der Preview kam nach einem wirklich erstklassigen Zombie-Film vor zwei Wochen und einem ausgezeichneten Historiendrama vergangenen Montag zur Abwechslung mal eine Komödie mit Zach Galifianakis (den meisten bekannt als der etwas Dickere aus "Hangover") und Isla Fisher (die weibliche Hauptrolle im ersten Teil von "Die Unfassbaren – Now You See Me"). In

Die Jones - Spione von nebenan

spielen die beiden ein äußerst liebenswertes und spießiges Paar in einer amerikanischen Vorstadtidylle. Der Alltag ist unaufregend und routiniert - bis in die Nachbarschaft ein attraktives und erfolgreiches Pärchen einzieht, das bald das langweilige Leben von Jeff und Karen auf den Kopf stellt. Schnell stellen Jeff und Karen fest, dass die Nachbarn nicht das sind was sie vorgeben zu sein und es entwickelt sich daraus eine Agentenhatz, die alle Register zieht.

Der Film, der am 23. März in die deutschen Kinos kommt, ist durchaus lustig und kurzweilig und versucht auf dem schmalen Pfad zu wandern, der zwischen Klamauk und Situationskomik etwas mehr als 90 Minuten unterhalten möchte. Für mich hat er das auch ganz gut geschafft, aber die Geschmäcker sind schon unterschiedlich. Wäre der Film nicht in der Preview gelaufen, hätte ich ihn mir anhand des Trailers wahrscheinlich nicht angesehen: Aber er ist besser als die Szenen erahnen lassen. Wer Hangover mochte wird an diesem Film sicher auch Gefallen finden und alle anderen sollten nichts Tiefgründiges erwarten. Für mich gute 6 von 10 Punkte.

Gruß, Marco
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Split

Beitrag: # 54735Beitrag Marmelada
5. Februar 2017 08:41

Gestern hatte ich wieder die Gelegenheit, mir mit Marco einen Film im Kino anzuschauen. Wie der Trailer schon vermuten lässt, ist "Split" ein sehr spannender Psycho-Thriller. Aber wenn man sich die anderen Filme von M. Night Shyamalan so ansieht (Unbreakable-Unzerbrechlich, The Sixt Sence ...) dann kann man eigentlich nichts anderes erwarten, außer Spannung und am Ende Kopfzerbrechen.

Ich verrate jetzt mal nur, was sowieso bekannt ist ... Das Leben von drei Mädchen (u.a. Anna Taylor-Joy) wird zum grauenvollen Alptraum, als sie von einem unheimlichen Mann (super gespielt von James McAvoy) brutal gekidnappt und verschleppt werden. Der Entführer entpuppt sich als gefährlicher Psychotiker mit multipler Persönlichkeitsstörung. 23 verschiedene Wesen lauern im Innern des Wahnsinnigen.

Am Ende allerdings, hat ein sehr bekannter Schauspieler (dessen Name ich mit Absicht nicht verraten werde) eine überraschende Gastrolle in diesem Film, der uns alle (zumindest mich) ziemlich ratlos nach Hause gingen ließ.

Von mir bekommt Split 9 von 10 Punkten

PS: Die Welt ist wirklich klein. Ich habe gestern Carsten im Kino kennen gelernt :D
Gruß Heike :lol:

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Split

Beitrag: # 54738Beitrag Comedix
5. Februar 2017 09:52

Ja, da hat Heike den Film gut zusammengefasst. Nach der Vorschau, die ich vor diversen Kinobesuchen gesehen hatte, habe ich eigentlich einen Film erwartet, der aus dem Psycho-Thriller einen Horrorfilm macht. Zumindest legten das einige Szenen der Trailer nahe. Tatsächlich ist es für mich kein typischer Horrorfilm, aber deutlich mehr als nur ein Psycho-Thriller. Wie der Schauspieler James McAvoy den an einer dissoziativen Identitätsstörung (DIS) leidenden Kevin in den verschiedenen Facetten darstellt, sucht seinesgleichen. Deshalb ist

Split

eine besondere Kino-Entdeckung. Die prinzipielle Handlung hat Heike schon erzählt. Kevin springt durch seine Identitäten, dass es eine besondere Spannung ist, an der Sprache, der Mimik und der Gestik diese Charaktere unterscheiden zu können. Von den drei Mädchen erfährt man nur von Casey mehr, deshalb fieberte ich bei den anderen beiden nicht so sehr mit wie zum großen Finale mit der nur als "die Bestie" genannten unbekannten Komponente. Und Finale mit Plot-Twist, das kann der Regisseur M. Night Shyamalanm wie er in "Unbreakable" und vor allem in "The Sixth Sense" bewiesen hat.

Ein sehr sehenswerter und spannender Film, der von mir 8 von 10 Punkte bekommt. Er ist bereits am 2. Februar angelaufen, deshalb empfehle ich den Besuch in den kommenden Tagen.

Gruß, Marco
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Boston

Beitrag: # 54750Beitrag Comedix
6. Februar 2017 23:02

Wieder Preview-Time und diesmal ein Film mit dem ich gerechnet hatte, weil die weitere Auswahl teilweise noch nicht einmal in den USA angelaufen ist. Und da in der Preview nur Filme kommen, die dort schon erschienen sind, gab es heute wie zu erwarten war

Boston

der im englischen Original "Patriot's Day" heißt und in Deutschland am 23. Februar in die Kinos kommt. Der Film behandelt mit dem Anschlag auf den Boston-Marathon im Jahr 2013 ein nationales Trauma der USA. Regisseur Peter Berg, der schon "Deepwater Horizon" auf die Leinwand brachte, fand im Hauptdarsteller Mark Wahlberg, der den Polizisten Tommy Saunders spielt, wieder den gleichen Actor, der schon im Film über die Ölplattform eine gute Figur gemacht hat.

Natürlich könnte man hier einen patriotischen und emotional aufgeladenen Film erwarten. Prinzipiell ist er das auch, aber durch oft eingesetzte Perspektive wandelt der Film auf dem schmalen Grad zwischen Dokumentation und Erzählung. Sowohl die Attentäter als auch viele Personen, die im Film eine Rolle spielen, werden zu Beginn in den Film eingeführt. Dieser Umstand lässt den Zuschauer eine Beziehung zu den Figuren aufkommen, die über eine reine Aufzählung der Ereignisse hinaus geht.

Obwohl jeder weiß, wie die Geschichte ausgeht, schafft es der Regisseur doch eine gewisse Spannung zu erzeugen und die reißerische Masche, die ich befürchtet hatte, wird durch den packenden Ablauf der Vorbereitungen und der Umsetzung des Anschlags als auch die Jagd auf die Urheber zu einem guten Action-Film, der mehr als nur Wut und Hass transportieren möchte. Deshalb bekommt der Film statt einer unterirdischen Patriotenwertung doch noch 6 von 10 Punkte.

Gruß, Marco
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