Hintergrundinfos zum "Making Of"

Bereich zum 35. Asterix-Band, der im Oktober 2013 erschienen ist.

Moderator: Comedix

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Latürnich
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Hintergrundinfos zum "Making Of"

Beitrag: # 47358Beitrag Latürnich
3. November 2013 18:31

Hallo allerseits,

in Frankreich ist bereits die Luxusausgabe von "Astérix chez les Pictes" erschienen, die neben der Geschichte selbst in Skizzen- und finaler Fassung auch einiges an interessanten Hintergrundinformationen enthält - nicht zuletzt wird der Einfluss von Uderzo herausgestellt. Einige Punkte seien erwähnt:

- Uderzo hat sich den ersten Entwurf des Szenarios von Ferri präsentieren lassen, ohne zu wissen, wer der Verfasser war - und soll begeistert gewesen sein.

- Als 2012 ein neuer Zeichner gesucht werden sollte, hat Ferri hierfür eine Art Test mit verschiedenen zeichnerischen Aufgaben entwickelt. Ein Teil der Beiträge von Conrad, der als möglicher Zeichner kontaktiert wurde, ist in dem Band abgedruckt.

- Das Szenario hat (was per se ja nicht besonders überrascht) im Laufe der Entwicklung einige Veränderungen erfahren. U.a. war zunächst ein Auftritt von Cäsar gleich zu Beginn der Geschichte geplant. Bedauerlich: Eine ursprünglich geplante Gruppe aus freundlichen gotischen Touristen, die im schottischen Nebel herumirren und sogar in der Grotte auftauchen sollten, fiel den Streichungen zum Opfer. Bereits bekannt ist ja m.E., dass Uderzo dafür gesorgt hat, dass der Beginn der Geschichte im Winter spielt (um Ferris Einfall vom Schotten in Eis glaubhafter erscheinen zu lassen).

- Aus zahlreichen Vorschlägen Conrads zu möglichen Frisuren für Camilla hat Uderzo die finale Fassung ausgewählt (und dabei angeregt, die Zahl der Zöpfe noch zu reduzieren…)

- Das Gesicht von Fafnie geht unmittelbar auf Skizzen Uderzos zurück. Im Original heißt er übrigens "l'énorme Afnor", was eine Anspielung auf "les normes AFNOR" der Association Française de Normalisation darstellt.

- Publius Plusminus (im Original: Numérusclausus) wurde ebenfalls von Uderzo entworfen. Die Skizze war im Netz ja schon vor Erscheinen des Bandes zu sehen. Die Umsetzung durch Conrad entfernt sich allerdings m.E. recht deutlich von der Vorlage, die mir persönlich deutlich besser gefällt.

- Ebenfalls von Uderzo entworfen wurden die beiden römischen Offiziere - was wenig überrascht, entsprechen sie doch ganz dem Prototyp der Römer bei Asterix. Ist übrigens nur mir aufgefallen, dass Schnappschus bei seinem letzten Auftritt auf einmal nicht mehr blond, sondern weißhaarig ist…?!

- Auch Mac Abyte (original: Mac Atrell) wurde von Uderzo entworfen., Mac Abberh (Karikatur von Vincent Cassel) dagegen anscheinend von Conrad.

- Anders als Goscinny, dessen Storyboards m.W. nur aus Text bestanden, hat Ferri bereits flüchtige Skizzen angefertigt, die die grobe Seitenaufteilung erkennen lassen.

- Die Ausarbeitung der Zeichnungen durch Conrad umfasst erstaunlich viele Schritte:

1. grobe Bleistiftskizze in A4,
2. seitenverkehrte(!) Fassung im üblichen Überformat (halbe Seite = A3), zunächst in Bleistift, dann mit Tusche (Stylo) nachgezeichnet - der Spiegelbildeffekt sollte dem leichteren Erkennen von Fehlern u. dgl. dienen;
3. finale Bleistiftfassung, wieder in der originalen Ausrichtung - diese sehr präzise ausgearbeitete Fassung wurde Uderzo zur Korrektur vorgelegt, ein Beispiel solcher Korrekturen (die Conrad allerdings m.E. nicht 1:1 übernommen hat), ist in dem Band abgedruckt;
4. Tuschefassung auf der Grundlage eines Blaudrucks der finalen Bleistiftfassung. Es ist ja bekannt, dass Conrad auch diesen Schritt, den Uderzo zuletzt an Mébarki abgegeben hatte, selbst ausgeführt hat - und zu diesem Zweck auf Uderzos Wunsch hin von seinem üblichen Zeichenwerkzeug, der Feder, auf den Pinsel umsteigen musste.
Wenn man sich dieses aufwändige Verfahren anschaut, möchte man glatt glauben, dass Conrad, wie es in dem Band heißt, in den letzten zwei Monaten seiner Arbeit an dem Album im Schnitt 20h täglich gearbeitet hat…

- Zu der vieldiskutierten Frage, wer das Titelbild des Albums gezeichnet hat, gibt der Band ebenfalls eine offizielle Auskunft: Es ist "von vier Händen" gestaltet worden. Uderzo hat den werfenden Obelix und auch Asterix entworfen, Conrad hat auch dies (wie den Rest des Titelbildes) getuscht. In dem Band ist u.a. eine Bleistiftzeichnung von Uderzo abgedruckt mit Obelix, wie er dann tatsächlich übernommen wurde, und einem ihm entgegen rennenden Asterix, der den Wurf verhindern will.

Ich nehme ja an, dass die deutsche Luxusversion des Bandes der französischen Vorlage entsprechen wird. Dann kann ich aus meiner Sicht schon mal anmerken, dass sich der Erwerb allein schon wegen des Zusatzmaterials lohnen dürfte, das deutlich über das der letzten Skizzenbände hinausgeht.

VG
Latürnich

Kaschi

Re: Hintergrundinfos zum "Making Of"

Beitrag: # 47364Beitrag Kaschi
4. November 2013 08:59

Latürnich hat geschrieben:Hallo allerseits,

in Frankreich ist bereits die Luxusausgabe von "Astérix chez les Pictes" erschienen, die neben der Geschichte selbst in Skizzen- und finaler Fassung auch einiges an interessanten Hintergrundinformationen enthält - nicht zuletzt wird der Einfluss von Uderzo herausgestellt.
Interessant. Zumindest für mich aber auch befremdlich, dass Uderzo offensichtlich nicht wirklich loslassen kann. Mit so einem Übervater zu arbeiten, der ständig reinredet (reinzeichnet), muss schwierig gewesen sein. So stelle ich es mir wenigstens vor.

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Thunder
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Re: Hintergrundinfos zum "Making Of"

Beitrag: # 47379Beitrag Thunder
4. November 2013 18:40

Nun aber das Uderzo gar nichts mehr dazu sagt und macht konnte ich mir aber auch nicht vorstellen.Ich finde es gut das er und Anne darüber wachen.
Meine Seite-komm doch mal vorbei!
http://www.loewenzahnfanclub.de

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