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Allgemeine Themen, die etwas mit Asterix zu tun haben und Vorstellung aktueller Asterix-Hefte, -Filme und -Produkte.

Moderatoren: Erik, Maulaf

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Erik
AsterIX Druid
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Beitrag: #Beitrag Erik »

Hallo,
Aktuar hat geschrieben:Obelix als Gargantua, mit teilweise weiblichen Formen.
das schreibt meines Wisens nur André Stoll in seinem hochgestochenen, schwer verständlich geschriebenen Werk. Gargantua ist eine mythologische Riesengestalt. Daß Goscinny und Uderzo bei der Kreation des Obelix wirkich an diese gedacht hätten, ist bloße Spekulation und nirgends belegt. Ihre eigenen Aussagen zur Schöpfung des Obelix lassen jedenfalls eher anderes vermuten. Vielmehr knüpft die Gargantua-Mythologie auch daran an, daß es den Menschen lange Zeit unerklärlich war, wie die vielen Menhire in der Bretagne an ihren Ort gekommen sind. Diesen Gedanken haben auch Uderzo und Goscinny aufgegriffen, als sie Obelix zum Hinkelsteinlieferanten erklärt haben. Eine sonstige bewußte Anknüpfung an den Gargantua-Mythos ist eher unwahrscheinlich.

Die Geschichte mit den weibliche Zügen ist mE ebenfalls eine deutliche Überinterpretation des Herrn Stoll. Er sieht Asterix und Obelis als Gegensätzlich im Sinne von logisch rational zu instinktgesteuert an und setzt diesen Gegensatz demjenigen von männlich und weiblich gleich. So kommt er zu der Folgerung, Asterix verkörpere charakterlich das Männliche, Obelix das Weibliche... das halte ich für sehr weit hergeholt.

Gruß
Erik
"Alle sollt ihr noch sehen, daß ich habe recht!" (Erik der Blonde, Die große Überfahrt, S. 5)

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Aktuar
AsterIX Bard
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Registriert: 14. November 2001 18:48

Beitrag: #Beitrag Aktuar »

Na, ja. Wenn man liest, wie Uderzo selbst beschreibt, wie es zu Obelix gekommen ist, dann geht es schon in die Richtung. In Sohn spricht Asterix von "mütterlichen Rundungen" von Obelix (allerdings nur in der deutschen Übersetzung, sonst wird einfach auf den Bauch von Obelix Bezug genommen). Obelix repräsentiert jedenfalls (wie Gargantua) den Genußmenschen. Ob Uderzo und Goscinny spezifisch an Gargantua gedacht haben, ist nirgendwo belegt. Doch das zu Grunde liegende Prinzip haben sie gemeint.