Werke mit Goscinny-Beteiligung

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Nullnullsix
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Werke mit Goscinny-Beteiligung

Beitrag: #Beitrag Nullnullsix »

[Editorische Vorbemerkung: In diesem Thread soll es um das Werk Goscinnys abseits von Asterix (der hier ja quer durchs Forum präsent ist) und Lucky Luke (der einen eigenen Thread hat) gehen. Dabei sind dem Thema inhaltlich keine Grenzen gesetzt: Bemerkungen zur inhaltlichen Qualität können hier ebenso gepostet werden, wie Hinweise, was, wie, wo erschienen ist (im Original und auf dt.) oder auch welche Angaben in der mit Goscinny und seinem Werk erschienenen Sekundärliteratur wie verlässlich sind, welche Quellen es gibt usw.

Basis dieses Threads sind Beiträge aus früheren, anderen Threads, die dort dann zunehmend als störend empfunden wurden. Zur Organisation, dass die Beiträge hierher kommen, sind zwischendurch Postings von eben solcher organisatorischer Natur, die aber, so hoffe ich, wenn erledigt, auch wieder gelöscht werden. Dank an den Forum-Meister, der die Arbeit Verschiebungen auf sich nimmt/genommen hat.

Das folgende Posting war 'woanders' das erste seiner Art, wurde hierher verschoben (nicht kopiert!) und fehlt jetzt dort. Was aber nicht wirklich stört. Damit andere Beiträge den jeweiligen Ursprungs-Thread nicht durchs Fehlen 'zerrupfen', kopier ich die -nach und nach- als Zitat in diesen Beitrag, ggf. um hier nicht her passendes gekürzt. Die Beiträge verbleiben damit im Original-Thread und sind über den kleinen Pfeil in der Zitat-Headline dort dann auch erreichbar und ungekürzt lesbar.]


Nur kurz: Für mich ist Goscinny ja einer der wenigen wirklichen Genies im Comicbereich. Deshalb sei hier mal kurz auf ein paar eher unbekannte Werke aus seiner Feder hingewiesen, die auf deutsch erschienen sind:

1.) Prima, Prima, Oberprima. Taschenbuch rororo, längst vergriffen, aber mit etwas Glück antiquarisch günstig zu bekommen. Prosa-Text mit Illustrationen von Cabu, wenn ich das richtig erinnere.
2.) Die Dingodossiers. Goscinnys Zusammenarbeit mit Marcel Gotlib, von letzterem eher ein Frühwerk, wurde später mit u.a. Peter Pervers in U-Comix hierzulande bekannt. Großartiger Zeichner, aber völlig überdreht und thematisch viel Sex. Muss man mögen. In den Dingodossiers gehts aber vermutlich noch eher züchtiger zu. Es gibt eine Gesamtausgabe bei Splitter, die steht aber mangels Lesezeit noch eingeschweißt bei mir im Regal, weswegen ich da zu noch nichts definitives sagen kann.
3.) Nochmal Goscinny als Schriftsteller, nicht als Comic-Szenarist: "Eine Kreuzfahrt, die ist lustig". Hab ich auch noch nicht gelesen, ist aber auch von Hans-Georg Lenzen übersetzt, wie Der kleine Nick. (A propos Kleine Nick: Wer den nicht nur wegen Goscinny, sondern auch wegen Sempé mag, dem sei "Carlino Caramel" ans Herz gelegt, das von Sempé allein ist, aber gut neben die 'fünf klassischen' Nick-Bücher passt...)

Ansonsten zu Pit Pistol, Benjamin & Benjamine, Luc Junior: Allesamt Frühwerke des Teams Uderzo/Goscinny. Da blitzt das Genie nur selten bis gar nicht auf und für heutige Rezeption ist das alles sehr bieder und altbacken (man bedenke auch die Entstehungszeit). Trotzdem nett zu lesen, auch weil man eben doch zuweilen auf Vorläufer späterer Motive, (Running-)Gags, o.ä. stößt. In Einzelalben auf dt. nur unvollständig erschienen, zT in den 80ern(?) im Rahmen der von Ehapa abgebrochenen Reihe 'Collection Uderzo'.
Aber erst mit Umpah-Pah wurden die beiden richtig gut. Von der fünfbändigen Ausgabe (SC, comicplus+) würde ich hier aber abraten, denn da sind wirklich jeweils nur die Comics (je Band 30 Seiten) drin. Wem die Gesamtausgabe zu unhandlich ist, kann sich die dreibändige Ausgabe (als HC oder Kiosk-Alben erschienen) zulegen: Da gibt es dann auch die noch anders konzipierte Origin-Story der Rothaut, sowie Skizzen und redaktionelle Beiträge. Es gab zwei Ausgaben (1997 und 2015), jeweils als 'Asterix präsentiert seinen großen Bruder', die sich im Bonus-Material unterscheiden und jeweils den ungefähr zeitgleich erschienenen Gesamtausgaben entsprechen.
WeissNix hat geschrieben: 29. Dezember 2020 01:52 Falls Du noch mehr vom Team Goscinny/Uderzo sammeln möchtest:

Die Serien

Benjamin & Benjamine
Pitt Pistol
Luc Junior
und
Umpah-Pah

sind jeweils als Gesamtausgaben erschienen und die sind alle neu noch zu bekommen (alle zusammen 110€).
Besonders Umpah-Pah ist vom Humor her schon recht nah beim späteren Asterix.
Und Du wärst, was die beiden auch abseits von Asterix als Team betrifft, komplett. Zumindest auf Deutsch, ob da in Frankreich noch was schlummert, weiß ich nicht.

Und der ALL-Verlag bringt gerade eine Komplettedition VALENTIN von Tabary in zwei Bänden. Die Szenarien der ersten vier (Kurz-)Stories in Band 1 sind noch von Goscinny, der Rest kommt von Tabary allein. Hat etwas altbackenen Charme, aber das scheint ja Grundvoraussetzung für Dich zu sein ;-)
Erik hat geschrieben: 29. Dezember 2020 10:57 Hallo,
WeissNix hat geschrieben: 29. Dezember 2020 01:52Und der ALL-Verlag bringt gerade eine Komplettedition VALENTIN von Tabary in zwei Bänden. Die Szenarien der ersten vier (Kurz-)Stories in Band 1 sind noch von Goscinny, der Rest kommt von Tabary allein.
für diesen Hinweis danke ich. Ich hatte von der Serie gerade in dem Einleitungstext eines der Isnogud-Bände aus dem aktuell erschienenen Schuber gelesen. Dass auch diese Serie gerade neu aufgelegt wird, war mir indessen nicht bewusst. Den Bd. 1 habe ich jezt mal geordert. In dem werden mutmaßlich alle vier von Goscinny getexteten Geschichten drin sein, auch wenn für Juni 2021 noch ein Band 2 angekündigt ist.

Gruß
Erik
WeissNix hat geschrieben: 29. Dezember 2020 15:36
Erik hat geschrieben: 29. Dezember 2020 10:57 Dass auch diese Serie gerade neu aufgelegt wird, war mir indessen nicht bewusst.
Soweit mir bewusst, wird der nicht neu aufgelegt, sondern erscheint erstmalig auf Deutsch.

Den ersten Band hab ich mir geleistet, ist wirklich gut gemacht - aber insbesondere die albenlangen Tabary-Stories sind mir dann doch etwas zu künstlich gedehnt, da sind mir zu viele Wiederholungen des immer gleichen Gags drin. Kam mir beim Lesen mehr oder weniger manchmal vor wie eine alte Vinyl-Platte, die hängt... den zweiten Band spar ich mir wohl.
bdhk hat geschrieben: 29. Dezember 2020 23:04
WeissNix hat geschrieben: 29. Dezember 2020 01:52 Falls Du noch mehr vom Team Goscinny/Uderzo sammeln möchtest:

Die Serien

Benjamin & Benjamine
Pitt Pistol
Luc Junior
und
Umpah-Pah

sind jeweils als Gesamtausgaben erschienen und die sind alle neu noch zu bekommen (alle zusammen 110€).
Besonders Umpah-Pah ist vom Humor her schon recht nah beim späteren Asterix.
Und Du wärst, was die beiden auch abseits von Asterix als Team betrifft, komplett. Zumindest auf Deutsch, ob da in Frankreich noch was schlummert, weiß ich nicht.
Danke für den Tipp. Über die habe ich schon nachgedacht, habe aber sie aber noch nie gelesen. Hatte die Stadtbücherei halt nicht ;-) Vielleicht lasse ich mir die Gesamtausgaben irgendwann mal von meinem Buchhändler zur Ansicht bestellen und gucke dann mal rein, ob das was für mich wäre.

Generell mag ich Gesamtausgaben nicht so sehr und ziehe Alben vor - rein von der Handlichkeit her. Wenn Geschichten nur in einer Gesamtausgabe veröffentlicht sind, nehme ich die natürlich auch, klar (siehe spätere Isnogud). Insofern ginge ich bei Umpah-Pah wohl eher antiquarisch auf die fünf Einzelbände. Die liegen ja preislich ähnlich wie die Gesamtausgabe.


WeissNix hat geschrieben: 29. Dezember 2020 01:52Und der ALL-Verlag bringt gerade eine Komplettedition VALENTIN von Tabary in zwei Bänden. Die Szenarien der ersten vier (Kurz-)Stories in Band 1 sind noch von Goscinny, der Rest kommt von Tabary allein. Hat etwas altbackenen Charme, aber das scheint ja Grundvoraussetzung für Dich zu sein ;-)
He, das heißt "Vintage", bitteschön ;-) Ok, die anderen Goscinny/Uderzo-Reihen kannte ich wenigstens vom Namen her, aber der war bisher komplett an mir vorbeigegangen. Werde auch das beforschen, vielen Dank.
WeissNix hat geschrieben: 30. Dezember 2020 00:38
bdhk hat geschrieben: 29. Dezember 2020 23:04 He, das heißt "Vintage", bitteschön ;-) Ok, die anderen Goscinny/Uderzo-Reihen kannte ich wenigstens vom Namen her, aber der war bisher komplett an mir vorbeigegangen. Werde auch das beforschen, vielen Dank.
Ist ja auch ohne Uderzo-Beteiligung, und Goscinny hat zwar die Figur entwickelt und dann Tabary als Zeichner gewinnen können, aber sich dann sehr schnell wegen heilloser Verzettelung aus der Kooperation wieder verabschiedet und Tabary die Figur allein überlassen.

Zu den anderen kann ich sagen: Umpapah lohnt auf jeden Fall, B&B kenn ich selber nicht, und die beiden anderen sind halt für an den beiden Autoren Interessierte "ganz nett" - nicht mehr und nicht weniger.
Aber als Sammler kann man sie schon besitzen, ohne sich dafür schämen zu müssen 8)
Wenn man einfach nur gute Comics lesen will, dann orientiere man sich an meinen Empfehlungen an anderer Stelle ;-)

Und ich mag auch im Albumformat dünne Alben lieber, zumindest, besonders wenn ich sie öfter lesen möchte. Aber den Umpahpah hab ich noch als grüne "Leder"ausgabe, und die geht vom Umfang her noch. Und die anderen sind m.W. in Deutschland nie als Album erschienen - und wenn, dann sicher nicht leicht zu bekommen. Also manchmal muss man diese Kröte einfach schlucken.
WeissNix hat geschrieben: 30. Dezember 2020 00:42
WeissNix hat geschrieben: 30. Dezember 2020 00:38 Und die anderen sind m.W. in Deutschland nie als Album erschienen - und wenn, dann sicher nicht leicht zu bekommen.
Sorry, habe gerade durch Zufall gesehen, dass von Pitt Pistol Band 1 bis 4 bei EBAY gerade als HC-Alben für 25€ SK angeboten werden. Falls es interessiert.
bdhk hat geschrieben: 30. Dezember 2020 09:33 Ja, habe ich gesehen, danke. Laut https://www.comedix.de/lexikon/special/ ... pistol.php ist die fünfte Geschichte nur in der Gesamtausgabe auf Deutsch veröffentlicht, so dass man die ohnehin kaufen "muss".

Ich beschäftige mich jetzt erst einmal mit den bisher teilweise vorhandenen Serien: Tim lesen, Isnogud und Lucky Luke jeweils peu à peu vervollständigen und bei Asterix die Frage vor mir herschieben, ob ich mir die MV zulegen soll. Und dann sehe ich mal weiter mit Umpah-Pah & Co. Denke aber, dass ich Deinem Rat folge, und mir wenigstens einmal den Umpa-Pah besorge.
WeissNix hat geschrieben: 30. Dezember 2020 14:47
bdhk hat geschrieben: 30. Dezember 2020 09:33 Ja, habe ich gesehen, danke. Laut https://www.comedix.de/lexikon/special/ ... pistol.php ist die fünfte Geschichte nur in der Gesamtausgabe auf Deutsch veröffentlicht, so dass man die ohnehin kaufen "muss".
In Gesamtausgaben kommt meisstens eine oder mehrere bisher unveröffentlichte Kurzgeschichte(n) rein, damit die GA auch von den Sammlern, die ohnehin alle Alben haben, noch gekauft wird. Ist ja jetzt bei Isnogud nicht anders - obwohl angekündigt, es sei alles von Goscinny getextete drin, fehlen immer noch zwei Geschichten aus seiner Feder. Man muss ja noch Kaufanreize für kommende Ausgaben vor(ent)halten, gell?
Ausserdem muss man dann halt die Kröte einer fehlenden Kurzgeschichte schlucken, wenn man lieber Einzelalben haben möchte.
Nullnullsix hat geschrieben: 30. Dezember 2020 14:22 2.) Die Dingodossiers. Goscinnys Zusammenarbeit mit Marcel Gotlib, von letzterem eher ein Frühwerk, wurde später mit u.a. Peter Pervers in U-Comix hierzulande bekannt. Großartiger Zeichner, aber völlig überdreht und thematisch viel Sex. Muss man mögen. In den Dingodossiers gehts aber vermutlich noch eher züchtiger zu. Es gibt eine Gesamtausgabe bei Splitter, die steht aber mangels Lesezeit noch eingeschweißt bei mir im Regal, weswegen ich da zu noch nichts definitives sagen kann.
...
Ansonsten zu Pit Pistol, Benjamin & Benjamine, Luc Junior: Allesamt Frühwerke des Teams Uderzo/Goscinny. Da blitzt das Genie nur selten bis gar nicht auf und für heutige Rezeption ist das alles sehr bieder und altbacken (man bedenke auch die Entstehungszeit). Trotzdem nett zu lesen, auch weil man eben doch zuweilen auf Vorläufer späterer Motive, (Running-)Gags, o.ä. stößt. In Einzelalben auf dt. nur unvollständig erschienen, zT in den 80ern(?) im Rahmen der von Ehapa abgebrochenen Reihe 'Collection Uderzo'.
Aber erst mit Umpah-Pah wurden die beiden richtig gut.
Zu den Dingodossiers hatte ich weiter vorne in diesem Thread hier mal was geschrieben.
(EDIT: Hier: https://www.comedix.de/pinboard/viewtop ... 839#p53839
und hier: https://www.comedix.de/pinboard/viewtop ... 988#p53988
Ich habs inzwischen längst durch und es ist den Aussagen von damals eigentlich nichts hinzuzufügen. Wer Goscinnys Humor mag, der wird Spass haben, autistische Asterix-Fans werden u.U. nicht das Erwartete finden).

Bezüglich den Frühwerken stimme ich zu, wobei ich B&B selbst ausgelassen hatte, denn das war ja eine übernommene Serie der beiden, also eine Art Auftragsarbeit, und wurde nicht von Goscinny (oder beiden) erdacht.
WeissNix hat geschrieben: 30. Dezember 2020 15:38 Und wo gerade Marcel Gotlib erwähnt wurde:

Es gibt von einer seiner Kooperationen mit Andre Franquin einen kleinen HC-Band, der verdeutlicht, wie man aus wenigen Zeichnungen eine längere Geschichte basteln kann: Slowburn.
Für eine einzige Kurzgeschichte mögen knapp 10 € viel erscheinen, aber mir macht das Bändchen auch viel Spass.
Erik hat geschrieben: 30. Dezember 2020 19:14 Hallo,
Nullnullsix hat geschrieben: 30. Dezember 2020 14:221.) Prima, Prima, Oberprima. Taschenbuch rororo, längst vergriffen, aber mit etwas Glück antiquarisch günstig zu bekommen. Prosa-Text mit Illustrationen von Cabu, wenn ich das richtig erinnere.
ja, die Zeichnungen sind von Cabu. Wer sich für das Werk interessiert, dem rate ich allerdings von der kleinen Taschenbuchausgabe von rororo eher ab. Es gibt eine viel ansprechendere, etwas größerformatige Hardcover-Ausgabe mit schönem Schutzumschlag aus dem Gerhard Stalling Verlag von 1967. Die ist m.E. eindeutig vorzugswürdig, auch für das Lesevergnügen, allein wegen der großzügigeren Textgestaltung. Natürlich gilt auch hier, dass sie nur noch antiquarisch zu erhalten ist. Es gibt dazu aber auf einschlägigen Buch-Antiquariatsseiten auch aktuell mehrere Angebote. Das sollte nicht das Problem werden.
Nullnullsix hat geschrieben: 30. Dezember 2020 14:222.) Die Dingodossiers. Goscinnys Zusammenarbeit mit Marcel Gotlib, von letzterem eher ein Frühwerk, wurde später mit u.a. Peter Pervers in U-Comix hierzulande bekannt. Großartiger Zeichner, aber völlig überdreht und thematisch viel Sex. Muss man mögen. In den Dingodossiers gehts aber vermutlich noch eher züchtiger zu. Es gibt eine Gesamtausgabe bei Splitter, die steht aber mangels Lesezeit noch eingeschweißt bei mir im Regal, weswegen ich da zu noch nichts definitives sagen kann.
Hmm... gelesen habe ich von der Serie schon mal (u.a. hier im Forum). Aber richtig auf dem Schirm hatte ich sie nie. Dass es dazu eine deutschsprachige Gesamtausgabe gibt, ist interesant. Eine kurze Nachschau auf Amazon hat ergeben, dass deren Band 1 bereits 2016 erschienen ist. Einen Band 2 konnte ich dazu aber nicht finden. Das ist seltsam. Wird die wirklich "gesamt" oder ist das Projekt unterdessen abgebrochen worden?
Nullnullsix hat geschrieben: 30. Dezember 2020 14:22Ansonsten zu Pit Pistol, Benjamin & Benjamine, Luc Junior: Allesamt Frühwerke des Teams Uderzo/Goscinny. Da blitzt das Genie nur selten bis gar nicht auf und für heutige Rezeption ist das alles sehr bieder und altbacken (man bedenke auch die Entstehungszeit). Trotzdem nett zu lesen, auch weil man eben doch zuweilen auf Vorläufer späterer Motive, (Running-)Gags, o.ä. stößt. In Einzelalben auf dt. nur unvollständig erschienen, zT in den 80ern(?) im Rahmen der von Ehapa abgebrochenen Reihe 'Collection Uderzo'.
Dieses ambitionierte, wohl mal umfassender angelegte Projekt, in der "Collection Al Uderzo" (weil Uderzo in seinen Frühwerken mit "Al Uderzo" unterzeichnete) das Frühwerk des Meisters zu veröffentlichen, wurde leider nach nur fünf Bänden abgebrochen. Da das ein wenig vor meiner aktiven Zeit war, konnte ich es auch nicht an der Ladenkasse unterstützen. Und ja, das waren meines Wissens die einzigen deutschsprachigen Einzelalben-Ausgaben von Benjamin & Benjamine und Luc Junior (Pitt Pistol ist später nochmal neu aufgelegt worden). Die Alben der "Collection Al Uderzo" sind m.E. auch nur im Softcover erschienen.
Nullnullsix hat geschrieben: 30. Dezember 2020 14:22Aber erst mit Umpah-Pah wurden die beiden richtig gut. Von der fünfbändigen Ausgabe (SC, comicplus+) würde ich hier aber abraten, denn da sind wirklich jeweils nur die Comics (je Band 30 Seiten) drin. Wem die Gesamtausgabe zu unhandlich ist, kann sich die dreibändige Ausgabe (als HC oder Kiosk-Alben erschienen) zulegen:
Die alte Comicplus-Ausgabe habe ich (obgleich sie sehr schöne Cover hat) auch nicht; die ist älter als mein Interesse an dieser Serie. Soweit ich gelesen habe, soll die Umpah Pah-Gesamtausgabe sehr wenig liebevoll gestaltet sein, insbesondere nicht einmal die Titelbilder zu den aktuellen Alben enthalten. Wenn das stimmt (ich habe sie nicht, kann es also nicht aus eigener Anschauung sagen), wäre die Frage, ob man zu ihr raten kann. Einen Mehrwert gegenüber den Alben bringt sie wohl nicht, so dass die zumindest eine echte Alternative bleiben. - Leider ist das bei Pitt Pistol ja anders, da die fünfte Geschichte nur in der Gesamtausgabe enthalten ist, so dass man auch als Einzelalben-Besitzer nicht ernstlich um die Anschaffung herumkam.

Gruß
Erik
WeissNix hat geschrieben: 30. Dezember 2020 19:24
Erik hat geschrieben: 30. Dezember 2020 19:14
Nullnullsix hat geschrieben: 30. Dezember 2020 14:222.) Die Dingodossiers.
Hmm... gelesen habe ich von der Serie schon mal (u.a. hier im Forum). Aber richtig auf dem Schirm hatte ich sie nie. Dass es dazu eine deutschsprachige Gesamtausgabe gibt, ist interesant. Eine kurze Nachschau auf Amazon hat ergeben, dass deren Band 1 bereits 2016 erschienen ist. Einen Band 2 konnte ich dazu aber nicht finden. Das ist seltsam. Wird die wirklich "gesamt" oder ist das Projekt unterdessen abgebrochen worden?
Dann war Deine Nachschau auf Amazon wohl zu kurz: Es gibt keinen ersten und ggf. folgende Bände, das Ding ist komplett. Bei Amazon steht "1. Edition", was einer ersten Auflage entspricht; von "erstem Band" finde ich da jedenfalls nichts.
Besser auf der Verlagsseite informieren: https://www.splitter-verlag.de/specials ... siers-die/
Die Leseprobe dort gibt es wohl nicht (mehr), hier habe ich mal eine Seite für einen ersten Eindruck gefunden:
https://www.ppm-vertrieb.de/images/lese ... 163146.jpg

EDIT: Diesbezüglich ist Splitter übrigens vorbildlich: der Verlag schreibt schon beim ersten Band einer Serie in der Produktbeschreibung, auf wieviel Bände die Serie insgesamt angelegt ist (notfalls eben X), und wenn sich erst später ein Ende abzeichnet, wird das entsprechend geändert - mW macht Splitter das als als einziger der deutschen Verlage.
Erik hat geschrieben: 30. Dezember 2020 19:50 (...)
WeissNix hat geschrieben: 30. Dezember 2020 19:24Bei Amazon steht "1. Edition", was einer ersten Auflage entspricht; von "erstem Band" finde ich da jedenfalls nichts.
In der Sache wirst Du damit sicherlich Recht haben. Es ist allerdngs missverständlich bei Amazon. Der titel lautet:
"Dingodossiers, Die (Deutsch) Gebundene Ausgabe – 1.
August 2016"

Ich hatte das "1." auf den Band bezogen. Es gehört aber wohl zu dem "August 2016" in der Zeile darunter. Daher mein Missverständnis.

Wenn man in der einzigen Rezension liest, dass es 169 zumeust zweiseitige Episoden sein sollen, passt das bei 288 Seiten schon einigermaßen.

Gruß
Erik
Maulaf hat geschrieben: 30. Dezember 2020 21:03
Erik hat geschrieben: 30. Dezember 2020 19:14 Dieses ambitionierte, wohl mal umfassender angelegte Projekt, in der "Collection Al Uderzo" (weil Uderzo in seinen Frühwerken mit "Al Uderzo" unterzeichnete) das Frühwerk des Meisters zu veröffentlichen, wurde leider nach nur fünf Bänden abgebrochen.
Hallo Erik,
das ist nicht ganz richtig, es waren 7 Bände:
http://www.comicguide.de/series/794/Col ... -Al-Uderzo
Viele Grüße
Gregor
Erik hat geschrieben: 30. Dezember 2020 21:13 Hallo Gregor,
Maulaf hat geschrieben: 30. Dezember 2020 21:03das ist nicht ganz richtig, es waren 7 Bände:
http://www.comicguide.de/series/794/Col ... -Al-Uderzo
oha, Recht hast Du. Die beiden Belloy-Bände (da nicht von Goscinny getextet) hatte ich jetzt gedanklich ausgeblendet. - Gleichwohl ist die Reihe immernoch viel zu früh beendet worden.

Gruß
Erik
bdhk hat geschrieben: 13. September 2021 17:35 Nochmal eine Frage zu den Bastei-Taschenbüchern, die irgendwo zwischen Cartoon und Comic anzusiedeln sind ("Balloon Books"), und über die ich mich im Lucky-Luke-Thread schon einmal erkundigt hatte:
Nullnullsix hat geschrieben: 5. Juni 2021 18:57Die TB-Reihe ist mMn erst recht entbehrlich: Soweit mir bekannt enthalten die Bände keine Comics, sondern illustrierten Text, wobei die Illustrationen irgendwelche aus den Comics entnommenen Zeichnungen sind.
Weiß jemand von Euch, wie viele dieser Bände es von Isnogud gibt? Man findet zwei (zum Vergleich: drei bei Lucky Luke), aber gibt es noch mehr?
bdhk hat geschrieben: 26. Oktober 2021 01:25 Etwas im Schatten von Asterix 39 ist ebenfalls am 21.10.21 Isnogud 31 erschienen. Ein Kurzgeschichtenband, bisher nur in Frankreich, mit dem Titel "Moi, calife". In Deutschland somit vielleicht (wann?) als "Ich, Kalif"?

Information dazu (französisch):
https://www.actuabd.com/Avec-Iznogoud-A ... inny-reste

Bin mal gespannt, wie lange es dauert, bis da eine deutsche Ausgabe von Dani Books vorliegt, dort dann als Band 3 der "Die neuen Abenteuer des Großwesirs Isnogud". Bzw. ich hoffe, dass es ein deutsches Album geben wird und nicht nur eine Gesamtausgabe in einigen Jahren.
Batavirix hat geschrieben: 26. Oktober 2021 23:24 Dank Daniel.
Für ein Sammler von Schach in Comics ein schöner Tipp dieser Comic von Iznogoud mit ein Schachbrett am Cover

Gruß,
Batavirix
bdhk hat geschrieben: 21. Dezember 2021 21:09
Nullnullsix hat geschrieben: 30. Dezember 2020 14:22 Nur kurz: Für mich ist Goscinny ja einer der wenigen wirklichen Genies im Comicbereich. Deshalb sei hier mal kurz auf ein paar eher unbekannte Werke aus seiner Feder hingewiesen, die auf deutsch erschienen sind
Mal ein paar Fragen bzw. Überlegungen zu den unbekannten (oft frühen) Schöpfungen, die es nicht auf Deutsch gibt.

Ich muss gestehen, dass ich recht überrascht war, dass es so viel gibt:

https://www.institut-goscinny.org/bibli ... -goscinny/

Ich hatte eigentlich überlegt, mir auch das eine oder andere Goscinny-Werk zuzulegen, das ohne Beteiligung Uderzos entstand - so wie ich mir umgekehrt ja auch von Uderzo Belloy oder Tanguy zugelegt habe.

Und jetzt schrecken mich bei Goscinny die schiere Masse, die Unübersichtlichkeit, die eigene Unerfahrenheit und die (auch finanzielle) Schwierigkeit der Beschaffung ab. Wie finde ich z.B. heraus, welche Geschichten als Album und welche nur in irgendwelchen uralten und teilweise obskuren Zeitungen veröffentlicht wurden? Das scheint anhand der o.g. Website und mit wenig Hintergrundwissen ausgestattet sehr großer Aufwand zu sein. Und "lohnt" sich das dann überhaupt? In erster Linie will ich mich ja gut unterhalten lassen und nicht einfach nur wahllos horten und besitzen, weil halt der Stempel "Goscinny" drauf ist? Zumal dann, wenn es ein Band aus einer umfangreichen Serie ist, an der ansonsten so ziemlich jeder mitgeschrieben hat (Chick Bill als ein Beispiel dafür).

Und wenn man dann findet a) es gibt einen halbwegs großen Goscinny-Anteil, b) es ist bequem im Album veröffentlicht und c) es ist verfögbar, kostet es gleich mal 30 Euro plus 20 Versand aus Frankreich.

Hat dazu jemand eine Meinung, Einschätzung oder gar einen Rat, was sich am ehesten lohnen könnte?
WeissNix hat geschrieben: 22. Dezember 2021 00:34
bdhk hat geschrieben: 21. Dezember 2021 21:09 Und "lohnt" sich das dann überhaupt? In erster Linie will ich mich ja gut unterhalten lassen und nicht einfach nur wahllos horten und besitzen, weil halt der Stempel "Goscinny" drauf ist?
Es gibt so viel im Reich der Comics zu entdecken* - ich bezweifle, dass im Vergleich die Hatz auf alte Goscinny-Arbeiten nur annähernd die Mühe lohnt: Ich fand schon die bei Egmont erschienen Gesamtausgaben von Pitt Pistol und Luc Junior so durchschnittlich, dass ich mir Benjamin & Benjamine dann gespart habe.

Immer bedenken: Vor dem Erfolg der beiden mit Asterix haben die so viel machen müssen, um ihren und ihrer jungen Familien Lebensunterhalt zu sichern. Das wenigste davon hat sich ja auch in unsere Zeit retten können, warum wohl?

Falls Du noch nicht hast, leg Dir die Dingodossiers-Gesamtausgabe von toonfish zu (Zeichnungen von Marcel Gotlib), die ist wirklich streckenweise sehr lustig und wird Dich - auf Deutsch - gut unterhalten. (...)
bdhk hat geschrieben: 25. Dezember 2021 12:01
WeissNix hat geschrieben: 22. Dezember 2021 00:34ich bezweifle, dass im Vergleich die Hatz auf alte Goscinny-Arbeiten nur annähernd die Mühe lohnt: Ich fand schon die bei Egmont erschienen Gesamtausgaben von Pitt Pistol und Luc Junior so durchschnittlich, dass ich mir Benjamin & Benjamine dann gespart habe.
Ich fand die schon ganz ok. Ich habe sie auf Nullnullsix' Anregung hin gelesen:
Nullnullsix hat geschrieben: 30. Dezember 2020 14:22zu Pit Pistol, Benjamin & Benjamine, Luc Junior: Allesamt Frühwerke des Teams Uderzo/Goscinny. Da blitzt das Genie nur selten bis gar nicht auf und für heutige Rezeption ist das alles sehr bieder und altbacken (man bedenke auch die Entstehungszeit). Trotzdem nett zu lesen, auch weil man eben doch zuweilen auf Vorläufer späterer Motive, (Running-)Gags, o.ä. stößt. [...]
Aber erst mit Umpah-Pah wurden die beiden richtig gut.
Das teile ich fast: Schön zu lesen, vor allem im Kontext der Zeit, und zwar inklusive Benjamin & Benjamine. Aber auch inklusive Umpah-Pah, den fand ich nicht "richtig gut", sondern in so ziemlich jeder Hinsicht in einer Reihe mit den drei anderen Serien.

Wenn überhaupt zöge ich eine Linie zwischen Umpah-Pah und Benjamin & Benjamine einerseits und Pitt Pistol und Luc Junior andererseits: Die ersten beiden lesen sich flüssig einfach so weg, wie gesagt eben nett. Während ich bei den letzten beiden doch ziemlich explizite Kritikpunkte habe: Bei Pitt Pistol ist nicht klar, ob es realistisch oder funny sein soll. Gut, ist halt Stilfindung. Und Luc Junior sind ausgewalzte Kurzgeschichten und ein Tim-Abklatsch. Außerdem gibt es bei der Story mit den Marsmenschen einen echten Gallien-in-Gefahr-Moment. Da dachte ich wirklich, Mensch, es braucht keinen Uderzo-Alleingang, um so einen Weltall-Quatsch zu fabrizieren, das konnte Goscinny auch.

Ärgerlich fand ich - in den Ehapa-Gesamtausgaben, von Umpah-Pah habe ich die fünf Einzelalben von Compicplus+ - die Übersetzung, die deutscht einiges mit dem Holzhammer ein und ist an ein paar Stellen zusätzlich fehlerhaft.

WeissNix hat geschrieben: 22. Dezember 2021 00:34Immer bedenken: Vor dem Erfolg der beiden mit Asterix haben die so viel machen müssen, um ihren und ihrer jungen Familien Lebensunterhalt zu sichern. Das wenigste davon hat sich ja auch in unsere Zeit retten können, warum wohl?
Vieles ist wohl einfach nicht übersetzt worden und deshalb hier unbekannt. Aber grundsätzlich magst Du recht haben.

Ich habe mir jetzt René Goscinny - La première vie d'un scénariste de génie bestellt. Darin sind wohl einige Strips Dick Dicks und capitaine Bibobu abgedruckt. So kann ich mal den Zeichner Goscinny kennenlernen.

WeissNix hat geschrieben: 22. Dezember 2021 00:34Falls Du noch nicht hast, leg Dir die Dingodossiers-Gesamtausgabe von toonfish zu (Zeichnungen von Marcel Gotlib), die ist wirklich streckenweise sehr lustig und wird Dich - auf Deutsch - gut unterhalten.
Habe ich mir nach Nullnullsix' Hinweis zugelegt:
Nullnullsix hat geschrieben: 30. Dezember 2020 14:22Die Dingodossiers. Goscinnys Zusammenarbeit mit Marcel Gotlib, von letzterem eher ein Frühwerk, wurde später mit u.a. Peter Pervers in U-Comix hierzulande bekannt. Großartiger Zeichner, aber völlig überdreht und thematisch viel Sex. Muss man mögen. In den Dingodossiers gehts aber vermutlich noch eher züchtiger zu. Es gibt eine Gesamtausgabe bei Splitter
Äh, ja. Muss man mögen. Ich mag es nicht. Das ist mir zu durchgeknallt, außerdem mag ich lieber Geschichten als so zusammenhanglose ein- oder zweiseitige Gags. (...)
bdhk hat geschrieben: 5. Januar 2022 00:13
bdhk hat geschrieben: 25. Dezember 2021 12:01Ich habe mir jetzt René Goscinny - La première vie d'un scénariste de génie bestellt. Darin sind wohl einige Strips Dick Dicks und capitaine Bibobu abgedruckt. So kann ich mal den Zeichner Goscinny kennenlernen.
Schönes Buch. Die Autoren versuchen darzustellen, wie zwar aus dem Zeichner Goscinny der Szenarist Goscinny wurde, er darüber aber immer beim Texten den Zeichner im Kopf hatte, was später sein großer Erfolgsfaktor gewesen sei. Halt in erster Linie Sekundärliteratur, was mich zwar grundsätzlich interessiert, aber eher als Nice-to-have.

Von Dick Dicks und dem capitaine Bibobu ist jeweils eine vollständige Episode drin. Sehr lesens- bzw. sehenswert, aber durchaus rudimentär, sowohl Zeichnungen als auch Inhalt. Wobei ich jetzt die Qualität der damaligen Zeitungsstrips nicht so gut kenne, als dass ich die beiden Goscinny-Geschichten im Lichte der Entstehungszeit einordnen könnte.

Insgesamt ein guter Kauf, der den gewünschten Einblick in Goscinnys frühe Schaffensphase als Zeichner bietet.
Zuletzt geändert von Nullnullsix am 23. April 2022 01:42, insgesamt 16-mal geändert.
Eigentlich hätte was passieren müssen, als ich auf den Knopf drückte!
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Erik
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Re: Was lest ihr außer Asterix für Comics?

Beitrag: #Beitrag Erik »

Hallo,

vor einiger Zeit war ja bereits von der Comic-Serie Valentin von Goscinny/Tabary die Rede, welche der All-Verlag auf Deutsch in einer Gesamtausgabe herausgebracht hat. Deren Band 1 - mit den beiden Goscinny-Geschichten - hatte ich mir seinerzeit zugelegt und war inhaltlich so mittelmäßig angetan.

Nun legt der All-Verlag mit einer weiteren, m.E. noch interessanteren, Gesamtausgabe eines Goscinny-Werkes nach. Angang März 2022 ist Band der Spaghetti-Gesamtausgabe erschienen. Spaghetti ist eine Comicserie, die seit 1957 von René Goscinny getextet und von Dino Attanasio gezeichnet worden ist. Eine dreiseitge Vorstellung dieser Serie bzw. der Zusammenarbeit von Goscinny und Attanasio konnte man bereits in der Reddition 34 "Dossier Goscinny" lesen. Daher war sie mir ein Begriff. Goscinny hat die Texte noch bis 1965 geschrieben, so dass hier weit mehr Geschichten als von Valentin zusammengekommen sind.

Aufmerksam geworden bin auf diese Gesamtausgabe durch eine Vorstellung derselben, die sich in der aktuellen Ausgabe der Comixene (Nr. 142 - Frühling 2022) findet. Darin steht unter anderem, dass die Gesamtausgabe auf sechs Bände angelegt sei und einige der Spaghetti-Geschichten in dieser erstmals in Albenform veröffentlicht werden.

Den Band 1 der Gesamtausgabe, der - wie auch beide Bände der Valentin-Gesamtausgabe im All-Verlag - in einer normalen und einer auf 111 Exemplare limitierten Vorzugsausgabe erschienen ist, habe ich mir jüngst zugelegt. Anders als bei Band 1 der Valentin-Gesamtausgabe habe ich mich hier dann tatsächlich auch für die Vorzugsausgabe entschieden, denn sie beinhaltet eine nummerierte Serigraphie mit Signatur von Attanasio. Der am 08.05.1925 geborene Künstler - heute ist er also 96 Jahre alt - hat die Drucke für diese Ausgabe alle eigenhändig nummeriert und signiert. Das gebietet m.E. hohen Respekt. Und auch wenn ich sicher kein Attanasio-Fan bin (ich kenne sonst keines seiner Werke) ist die Original-Signatur eines Goscinny-Weggefährten doch ein sehr schönes Sammlerstück. Doch das nur nebenbei.

Die Gesamtausgabe beinhaltet einen 18-seitigen Einführungstext, in dem - unterbrochen von vielen, teils ganzseitigen Illustrationen, vornehmlich von Spaghetti-Magazincovern - die recht stark gerafften Lebensläufe von Dino Attanasio und René Goscinny bis zum Start der Zusammenarbeit an Spaghetti dargestellt werden. Während man in dem Beschreibungstext bei Amazon (https://www.amazon.de/Spaghetti-Gesamta ... 1650034110), in der Kaukapedia (http://www.kaukapedia.com/index.php?title=Spaghetti) wie auch in der französischen Wikipedia (https://fr.wikipedia.org/wiki/Signor_Spaghetti) nachlesen kann, dass Attanasio die Figur Spaghetti bereits 1952 erdacht habe, ist hiervon in dem Einleitungstext leider kein Wort zu lesen. Vielleicht folgt das ja noch in Band 2, aber hier lässt mich das zunächst ein wenig mit dem schalen Beigeschmack zurück, dass ausgerechnet die Entstehungsgeschichte der Serie nicht sorgfältig im Detail dargestellt worden sein könnte.

Enthalten sind in dem Band 1 der Gesamtausgabe die ersten 21 Kurzgeschichten von jeweils zwei oder drei Seiten Länge sowie die nachfolgenden drei 30-seitigen Geschichten. Sehr schön ist jeweils - wie es auch Egmont in der neuen Lucky Luke Gesamtausgabe macht - eine bibliografische Angabe vorangestellt, aus der sich die bisherigen französischen und deutschen Veröffentlichungen der jeweiligen Geschichte ergeben. Die 30-seitigen Geschichten sind (teilweise) in den 1980er Jahren auf Deutsch bereits in dem Comicmagazin "Lupo und seine Freunde" aus dem Pabel-Verlag erschienen. Ganz vollständig sind diese bibliographischen Angaben allerdings wohl nicht, denn aus der Reddition 34 - die ihrerseits die Publikationen in "Lupo und seine Freunde" nicht benennt - ergibt sich zu einer Kurzgeschichte noch eine deutschsprachige Veröffentlichung im schweizerischen TIM-Magazin, die hier nicht erwähnt ist. Jedenfalls eine deutsche Albenveröffentlichung gab es aber wohl von noch keiner Geschichte, so dass die Gesamtausgabe in jedem Falle ein Mehrwert ist.

Was der Gesamtausgabe leider fehlt, ist eine Gesamtübersicht, welche Geschichten es gibt bzw. zumindest in der Einleitung eine Darstellung über den Umfang der von Goscinny im Verhältnis zu den nachfolgend von anderen Textern geschaffenen Episoden. Dazu liest man überhaupt nichts. Aus der Reddition 34 ergibt sich jedoch, dass René Goscinny neben den ersten 21 Kurzgeschichten noch 16 der 30-seitigen Geschichten sowie eine weitere vierseitige Geschichte bis 1965 geschaffen hat. Das bedeutet, dass man von dieser Gesamtausgabe, will man die Goscinny-Geschichten komplett haben, weit mehr als die ersten ein oder zwei Bände brauche wird. Wieviele Geschichten nachfolgend noch mit anderen Textern entstanden sind, weiß ich nicht. Aber allzu viele können es kaum gewesen sein, wenn das alles in sechs circa 175 Seiten umfassende Gesamtausgaben-Bände passen soll.

Die Comics sind für die Gesamtausgabe übrigens nicht neu koloriert worden. Dies bedingt es, dass sie teils dürftig, für den Zweifarbdruck, teils eigenwillig in wenigen knalligen Farben koloriert daherkommen. Die Kolorierungsart wechselt manchmal auch innerhalb einer Geschichte. Das ist gewöhnungsbedürftig. Für Sammler und Liebhaber, an die sich diese Ausgabe mit einem Preis von 39,80 € pro Band (in der Normalausgabe), sicher mehr richtern wird als an Gelegenheitsleser, bietet dies freilich den Vorteil der größeren Originalität.

Was die Qualität der Comic-Geschichten angeht, kann ich noch nicht so viel sagen, weil ich den Band noch nicht durch habe. Die Geschichten sind von der Art her natürlich weit entfernt von Asterix. Sie spielen in der Gegenwart (d.h. in Anbetracht der Entstehungszeit also vor circa 65 Jahren) und handeln von einem klein gewachsenen italienischen Immigranten, der ständig Chaos verursacht oder in solches gerät, weil er tollpatschig und zuweilen neunmalklug - wenn auch irgendwo liebenswert - ist. Das Ganze ist eher slapstickartig, man erkennt aber hier und da typischen Goscinny-Humor durchblitzen - jedenfalls meine ich, das so zu erkennen.

Gruß
Erik
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Christian
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Re: Was lest ihr außer Asterix für Comics?

Beitrag: #Beitrag Christian »

Ich glaube, dieser Link fehlt in Eriks Beitrag:

https://www.all-comic.de/Gesamtprogramm ... -oxid.html

Die Verlagsseite zum Buch mit einer Leseprobe.
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Nullnullsix
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Re: Was lest ihr außer Asterix für Comics?

Beitrag: #Beitrag Nullnullsix »

Erik hat geschrieben: 15. April 2022 19:03 (...) Die Gesamtausgabe beinhaltet einen 18-seitigen Einführungstext, in dem - unterbrochen von vielen, teils ganzseitigen Illustrationen, vornehmlich von Spaghetti-Magazincovern - die recht stark gerafften Lebensläufe von Dino Attanasio und René Goscinny bis zum Start der Zusammenarbeit an Spaghetti dargestellt werden. Während man in dem Beschreibungstext bei Amazon (https://www.amazon.de/Spaghetti-Gesamta ... 1650034110), in der Kaukapedia (http://www.kaukapedia.com/index.php?title=Spaghetti) wie auch in der französischen Wikipedia (https://fr.wikipedia.org/wiki/Signor_Spaghetti) nachlesen kann, dass Attanasio die Figur Spaghetti bereits 1952 erdacht habe, ist hiervon in dem Einleitungstext leider kein Wort zu lesen. Vielleicht folgt das ja noch in Band 2, aber hier lässt mich das zunächst ein wenig mit dem schalen Beigeschmack zurück, dass ausgerechnet die Entstehungsgeschichte der Serie nicht sorgfältig im Detail dargestellt worden sein könnte. (...)
Von wem stammt denn der Einleitungstext? Soweit ich weiß, gibt es von ALL eine Connection zu Bernd Weckwert und der macht seine Sache eigentlich recht gut, soweit ich das kenne und beurteilen kann. Und wenn das sechs Bände werden sollen, dann kann man vielleicht auch nicht gleich im ersten Band all sein Pulver verschießen, wenn man im letztzen Band auch noch Interessantes erzählen möchte...

Ansonsten soll ja wohl auch bald Kasimir bei All kommen. Auch da wurden einige Geschichten von Goscinny geschrieben, ich hab allerdings (noch) keinen Überblick, wieviel Goscinny im Verhältnis zur Gesamt-Serie da drin ist.

Kasimir gabs seinerzeit im alten ZACK von Koralle, Spaghetti wurde relativ frisch von neuen Autoren/Zeichnern 'wiederbelebt', ein paar dieser neuen Geschichten gibt es im neuen ZACK.
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Re: Was lest ihr außer Asterix für Comics?

Beitrag: #Beitrag Nullnullsix »

Erik hat geschrieben: 15. April 2022 19:03 (...) Ganz vollständig sind diese bibliographischen Angaben allerdings wohl nicht, denn aus der Reddition 34 - die ihrerseits die Publikationen in "Lupo und seine Freunde" nicht benennt - ergibt sich zu einer Kurzgeschichte noch eine deutschsprachige Veröffentlichung im schweizerischen TIM-Magazin, die hier nicht erwähnt ist. Jedenfalls eine deutsche Albenveröffentlichung gab es aber wohl von noch keiner Geschichte, (...)
Das schweizerische TIM-Magazin ist aber nun auch wirklich eine 'Randerscheinung'. Ohne Gewähr: In der Schweiz wird ja auch französisch gesprochen, weswegen es für das Magazin Tintin nur ein kleiner Expansionsschritt war, auch in der Schweiz präsent zu sein. Für die deutschsprachige Schweiz gab es dann relativ kurzlebig eine deutschspachige Version von Tintin, eben das Magazin TIM. Das dürfte aber kaum jemand hier in Deutschland oder auch in Österreich mitbekommen haben, weil halt: Schweiz. Lediglich Volker Hamann ist da mal irgendwann irgendwie drüber gestolpert, hat wohl ne komplette Sammlung der Hefte und verstreut sein daraus gewonnenes Wissen in der Scene. Insofern dürfe ein entsprechendes Sonderheft der Reddition unter deutschen Comic-Fans ungefähr hundertmal weiter verbreitet sein als es die TIM-Hefte selbst. Zum anderen ist Hamann aber auch ein 'ZACK-Kind' und unter denen ist der Kauka-Bereich damals eher 'verpönt' gewesen. Vieles, was n ZACK-Bezug hat, aber bei Kauka erschien wurde von 'uns ZACKern' gar nicht bemerkt. Schätze, dass das ein Grund ist, warum Lupo in der Reddition-Biographie unberücksichtigt blieb - und TIM eben drin ist.
Ich sprech da so'n bisschen aus eigener Erfahrung: In unserem 2000 erschienenen Band ZAKUNDÄR fehlten damals auch jede Menge Infos zu Veröffentlichungen von ZACK-Serien bei Kauka, wie mir erst kürzlich so richtig bewusst wurde, als ich eine Checkliste der Serie Timmi Tambour angefertigt habe.

Und nein: Weder von Spaghetti noch von Kasimir gab es, bis sich All der Sache angenommen hat, deutsche Alben-Veröffentlichungen.
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Re: Was lest ihr außer Asterix für Comics?

Beitrag: #Beitrag Erik »

Hallo Nullnullsix,
Nullnullsix hat geschrieben: 16. April 2022 04:17Von wem stammt denn der Einleitungstext? Soweit ich weiß, gibt es von ALL eine Connection zu Bernd Weckwert und der macht seine Sache eigentlich recht gut, soweit ich das kenne und beurteilen kann.
der Einleitungstext ist von Jacques Pessis in deutscher Übersetzung von Michael Hug. Das ist ja auch eine Übernahme der französischen Spaghetti-Integrales, so dass es auf die gute Arbeit des deutschen ALL-Verlages eher weniger ankommt.

Ungeachtet dessen hatte ich ja auch geschrieben, dass ich mir vorstellen könnte, dass die Entstehung der oder Vorüberlegungen - oder was es denn nun wirklich war - zu der Figur Spaghetti von 1952 noch in Band 2 zur Sprache kommen werden. Der hiesige Text fokussiert ja auch eher auf den Werdegang der beiden Autoren vor dieser Serie als auf die Serie selbst. Da von der Zeit der Vorgeschichte aber das Jahr 1952 umfasst ist und es so klingt - ohne dass das explizit so gesagt wird -, als sei Spaghetti 1957 (wo der Einleitungstext dann für beide Autoren mit "Aber das ist eine andere Geschichte..." endet) eine ganz neue Idee von Attanasio gewesen, sieht das hier erstmal nach einem Übergehen dieser Anfänge, Vorüberlegungen oder was auch immer fünf Jahre zuvor aus. Mag sein, dass sich das mit Band 2 dann alles in Wohlgefallen auflöst.
Nullnullsix hat geschrieben: 16. April 2022 04:17Ansonsten soll ja wohl auch bald Kasimir bei All kommen. Auch da wurden einige Geschichten von Goscinny geschrieben, ich hab allerdings (noch) keinen Überblick, wieviel Goscinny im Verhältnis zur Gesamt-Serie da drin ist.
Das ist auch eine interessante Information. "Kasimir" ist, wie man auf der Verlagsseite (https://www.all-comic.de/Gesamtprogramm ... ahrer.html) lesen kann, der deutsche Name von "Strapontin". Laut der Reddition-Bibliografie hat Goscinny hiervon zunächst 16 ein- bis dreiseitige Kurzgeschichten und sodann 9 jeweils 30 Seiten lange Episoden nebst noch einem weiteren Einseiter verfasst. Diese Auflistung deckt sich mit den Angaben in der französischen Wikipedia, aus der sich auch ergibt, dass nach Goscinny nur noch 5 weitere Geschichten des Szenaristen Acar entstanden sind:
https://fr.wikipedia.org/wiki/Straponti ... in%C3%A9e)

Beim ALL-Verlag steht auf dem abgebildeten Cover seltsamerweise - anders als bei Spaghetti - nichts von Gesamtausgabe. Der Titel lautet einfach nur "Kasimir 1 - Der Taxifahrer". In dem Beschreibungstext heißt es jedoch: "Band 1 der Gesamtausgabe von Kasimir bietet die von den beiden Ausnahmekünstlern verfassten Kurzgeschichten". Demnach sollen die Geschichten wohl tatsächlich vollständig zum Abdruck kommen - was dann wohl auch eine recht umfangreiche Reihe zu werden verspricht. Allerdings erscheint es möglich, dass nur die Goscinny-Geschichten gemeint sind (was die fehlende Cover-Angabe "Gesamtausgabe" erklären würde), da der Beschreibungstext mit keiner Silbe erwähnt, dass die Serie noch einen anderen Texter als Goscinny hatte.

Wie dem auch sei, ich danke für diesen Hinweis. Das voraussichtliche Erscheinungsdatum 15.05.2022 ist ja auch nicht mehr lange hin.

Mangels Erfahrungen mit dem ALL-Verlag traue ich mich allerdings noch nicht so recht, nun schon vorzubestellen. Dass angekündigte Erscheinungstermine bei kleineren Verlagen nicht immer zuverlässig sein müssen, haben wir ja z.B. bei Salleck gesehen, wo das ursprünglich angekündigte Erscheinen der Bände 3 und 4 der überarbeiteten Matthias-Reihe von Marcel Uderzo auf den Sankt Nimmerleinstag verschoben wurde. Das muss hier natürlich nicht so sein. Etwas stutzig macht es einen aber dann schon, wenn Band 1 und Band 2 (https://www.all-comic.de/Gesamtprogramm ... stoff.html) für denselben Erscheinungstag angekündigt werden.

Da die Bände jeweils nur 48 Seiten haben und in dem Bescheibungstext zu Bd. 2 auch nur davon die Rede ist, dass "das erste längere Abenteuer" enthalten sei, scheinen das nach Band 1 eher etwas angedickte Einzelgeschichten-Alben zu sein. Das könnte die zeitgleiche Publikation zweier Bände plausibel machen, zeigt dann aber auch, dass wenn das wirklich auf Gesamtheit angelegt wird, es letztlich viele Bände werden müssen (allein 10 Goscinny-Bände). Das könnte sich ziehen, sofern es denn überhaupt je abgeschlossen werden sollte.

Aber im Auge behalten werde ich das jedenfalls.
Nullnullsix hat geschrieben: 16. April 2022 04:17Kasimir gabs seinerzeit im alten ZACK von Koralle,
Das ist schon erstaunlich, denn in der Reddition-Bibliographie ist zu keiner Strapontin-Geschichte irgendeine deutsche Publikation angegeben.
Nullnullsix hat geschrieben: 16. April 2022 04:31Das schweizerische TIM-Magazin ist aber nun auch wirklich eine 'Randerscheinung'. Ohne Gewähr: In der Schweiz wird ja auch französisch gesprochen, weswegen es für das Magazin Tintin nur ein kleiner Expansionsschritt war, auch in der Schweiz präsent zu sein. Für die deutschsprachige Schweiz gab es dann relativ kurzlebig eine deutschspachige Version von Tintin, eben das Magazin TIM. Das dürfte aber kaum jemand hier in Deutschland oder auch in Österreich mitbekommen haben, weil halt: Schweiz.
So hatte ich das auch vermutet. Das ist jetzt auch keine böse Kritik an der neuen Gesamtausgabe. Nur andererseits: Wenn diese Angabe schon in der bislang vollständigsten (und wohl einzigen auf Vollständigkeit angelegten) deutschen Goscinny-Bibliografie aufgenommen worden ist, hätte man da bei der Erstellung der deutschen Fassung der Gesamtausgabe auch mal reinschauen und von dort insoweit einfach abschreiben können. Es ist ja nicht zwingend, dass sich dafür nun jemand die alten TIM-Hefte beschafft (abgesehen davon hätte Herr Hamann bei einer solchen Anfrage ja vielleicht auch einen Scan zur Verfügung gestellt, wenn es um die "Beweisführung" gehen sollte und er die Hefte alle hat, wie Du sagst).
Nullnullsix hat geschrieben: 16. April 2022 04:31Insofern dürfe ein entsprechendes Sonderheft der Reddition unter deutschen Comic-Fans ungefähr hundertmal weiter verbreitet sein als es die TIM-Hefte selbst.
Jein. Die Goscinny-Bibliografie ist nicht in einem "entsprechenden Sonderheft" der Reddition, sondern in der ganz normalen Ausgabe Reddition 34. Die ist zwar verlagsvergriffen, aber mit Leichtigkeit über die Plattformen bzw. antiquarisch zu bekommen. Das Heft ist wirklich toll, aber sicher keine Rarität.

Die schweizerischen TIM-Hefte mögen sehr schwer zu bekommen sein (wobei das wie gesagt ja auch für eine solche Angabe in der Gesamtausgabe gar nicht nötig wäre). Gleichwohl fand ich es vor circa einem Jahrzehnt oder so deutlich schwieriger, die "Poussin & Poussif"-Beilage zu Reddition 34 aufzutreiben als ein Exemplar des TIM-Magazins Nr. 7 von 1961, um die seinerzeit einzige deutschsprachige Veröffentlichung einer Episode von "La Famille Moutonnet" aus der Feder von Albert Uderzo zu besitzen (heute sind die ja, wenn auch unter anderem Titel, in der Benjamin und Benjamine-Gesamtausgabe mit drin). Die Reddition Beilage (zumindest zu Heft 34) wurde nur in 140 Exemplaren für Abonnenten herausgegeben. Ich vermute, dass die heute auch insgesamt noch seltener zum Kauf angeboten werden als schweizerische TIM-Hefte. Möglicherweise ist aber auch beides für den Normalsterblichen heute so gut wie nicht mehr zu bekommen, so dass sich das nichts nimmt.
Nullnullsix hat geschrieben: 16. April 2022 04:31Zum anderen ist Hamann aber auch ein 'ZACK-Kind' und unter denen ist der Kauka-Bereich damals eher 'verpönt' gewesen.
Umso erstaunlicher dann doch, dass er die "Kasimir" (= Strapontin)-Veröffentlichungen im alten Zack nicht erwähnt hat - es sei denn, dort wären nur Strapontin-Geschichten aus der Post-Goscinny-Zeit zum Abdruck gekommen.
Nullnullsix hat geschrieben: 16. April 2022 04:31Und nein: Weder von Spaghetti noch von Kasimir gab es, bis sich All der Sache angenommen hat, deutsche Alben-Veröffentlichungen.
Ja, es scheint, den ALL-Verlag sollte man als Goscinny-Interessierter nicht aus dem Blick verlieren.

Gruß
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Re: Werke mit Goscinny-Beteiligung

Beitrag: #Beitrag Nullnullsix »

Erik hat geschrieben: 16. April 2022 11:44(...) Beim ALL-Verlag steht auf dem abgebildeten Cover seltsamerweise - anders als bei Spaghetti - nichts von Gesamtausgabe. Der Titel lautet einfach nur "Kasimir 1 - Der Taxifahrer". In dem Beschreibungstext heißt es jedoch: "Band 1 der Gesamtausgabe von Kasimir bietet die von den beiden Ausnahmekünstlern verfassten Kurzgeschichten". Demnach sollen die Geschichten wohl tatsächlich vollständig zum Abdruck kommen - was dann wohl auch eine recht umfangreiche Reihe zu werden verspricht. Allerdings erscheint es möglich, dass nur die Goscinny-Geschichten gemeint sind (was die fehlende Cover-Angabe "Gesamtausgabe" erklären würde), da der Beschreibungstext mit keiner Silbe erwähnt, dass die Serie noch einen anderen Texter als Goscinny hatte. (...)
Ich denke, das ist schlicht dem Umstand geschuldet, dass der allgemeine Sprachgebrauch in der Szene etwas anders ist, als die Begrifflichkeiten eigentlich meinen: Mit 'Gesamtausgabe' wird hier oft das gemeint, was in F/B als Integrale bezeichnet wird, also Sammelbände, die mehrere Alben zusammen fassen. Eigentlich bedeutet Gesamtausgabe aber eben, dass es eine Gesamtausgabe ist, die jeweilige Serie also gesamt veröffentlicht wird. Das kann man aber ja auch in Einzelbänden machen. Hintergrund ist wohl, dass hierzulande der Begriff 'Sammelband' bereits für Bände 'besetzt' ist, in denen remittierte Hefte zu Sammelbänden gebunden erneut in den Handel gekommen sind. So hat der Begriff einen gewissen negativen Beigeschmack, so dass er für Integrals nicht verwendet wird, obwohl das eigentlich ne passende Übersetzung wäre. - Lediglich Kult Editionen nutzt den bei ihnen eingedeutschten Begriff und nennt ihre Integrales tatsächlich auch so (lässt halt nur das e am Ende weg, dass es im frz. gibt).

Also: Spaghetti ist eine Integral-Ausgabe, Kasimir wird eine Ausgabe in Einzelbänden werden. Aber Gesamtausgaben im Sinne von 'die Serie wird komplett erscheinen' sind/werden beide. - Und wenn Ansgar von ALL nicht beim Sch****** vom Blitz getroffen wird, zieht er das ziemlich sicher auch durch.
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Re: Was lest ihr außer Asterix für Comics?

Beitrag: #Beitrag Nullnullsix »

Erik hat geschrieben: 16. April 2022 11:44 (...) Mangels Erfahrungen mit dem ALL-Verlag traue ich mich allerdings noch nicht so recht, nun schon vorzubestellen. Dass angekündigte Erscheinungstermine bei kleineren Verlagen nicht immer zuverlässig sein müssen, haben wir ja z.B. bei Salleck gesehen, wo das ursprünglich angekündigte Erscheinen der Bände 3 und 4 der überarbeiteten Matthias-Reihe von Marcel Uderzo auf den Sankt Nimmerleinstag verschoben wurde. Das muss hier natürlich nicht so sein. Etwas stutzig macht es einen aber dann schon, wenn Band 1 und Band 2 (https://www.all-comic.de/Gesamtprogramm ... stoff.html) für denselben Erscheinungstag angekündigt werden. (...)
Ich glaube nicht, dass Du da Bedenken haben musst. Dass bei ALL zwei Bände gleichzeitig erscheinen, ist völlig normal (eigentlich erscheinen meist VIER Bände gleichzeitig, weil jeder der zwei Bände noch gleichzeitig als VZA erscheint). Nur die 'Zusammenstellung', welche Bände gleichzeitig erscheinen differiert: Mal ist es Band 1 und 2, 3 und 4, usw. Mal ist es 1 und 11, 2 und 12, 3 und 13,... - Oder auch 1 und 5, 2 und 6, usw.
Ob er das so oder so macht, liegt wohl an der jeweiligen 'Vorgeschichte' der früheren deutschen Ausgaben und der Anzahl der Bände, die eine Serie umfasst: So lag zB bei Pharaon in früheren Bänden diverser Verlage die Serie komplett vor - bis auf EINEN Band. Um die Fans der Serie 'anzufüttern' hat er hier also mit Band 1 und dem Fehl-Band begonnen, so dass Sammler der Serie gleich zu Beginn eine deutsche Erstveröffentlichung kaufen konnten. Ich denke, das ist 'strategisch' gut gemacht, denn es gibt vielleicht erstmal nicht viel Grund, sich einen Pharaon-Band in neuer Ausgabe zu kaufen, den man bereits in einer anderen, älteren Ausgabe hat. Die deutsche Erstausgabe aber kauft man sich schon mal eher. Und wenn man die dann hat, ist die 'Hemmschwelle' geringer, sich auch die anderen ALL-Bände zu kaufen, weil man erstens sieht, dass die 'schöner' sind als die alten Bände früherer Verlage und man dann zweitens die Serie komplett einheitlich hat.

Bzgl. Zuverlässigkeit hat sich All bisher nichts zu Schulden kommen lassen. Es kann passieren, dass wegen der Papierknappheitslage, wie sie auf dem Weltmarkt derzeit ist, es -quer durch alle Verlage- zu Verzögerungen kommen kann, aber abgesehen von solchen 'technisch bedingten' Gründen hält All bisher seine Ankündigungen ziemlich zuverlässig ein. Ich hab da keine Sorge, dass es zu größeren Unregelmässigkeiten -wie bei Salleck- kommen wird.
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Re: Was lest ihr außer Asterix für Comics?

Beitrag: #Beitrag Erik »

Hallo,
Nullnullsix hat geschrieben: 20. April 2022 00:34Eigentlich bedeutet Gesamtausgabe aber eben, dass es eine Gesamtausgabe ist, die jeweilige Serie also gesamt veröffentlicht wird. Das kann man aber ja auch in Einzelbänden machen.
dann wäre bereits die normale HC- und SC-Serie von Asterix z.B. eine Gesamtausgabe (mit den bekannten Fehlstellen "12 Prüfungen für Astetrix" und "Die Antiquitätenhändler" halt). Das fände ich ein sehr weitgehendes Begriffsverständnis; aber von mir aus. Dass "Kasimir" auf Komplettheit zumindest der Goscinny-Bände angelegt ist, steht jedenfalls nicht in Zweifel. Und darauf kommt es ja (hier) an.
Nullnullsix hat geschrieben: 21. April 2022 11:28Ich glaube nicht, dass Du da Bedenken haben musst.
Ich habe das mit dem Vorbestellen dann doch einfach mal riskiert (letzte Woche schon). Danke für Deine Erfahrungen mit dem ALL-Verlag. Es ist überhaupt das erste Mal, dass ich dort direkt beim Verlag bestellt habe. - Wahrscheinlich werde ich dann im Mai über die ersten beiden "Kasimir"-Bände berichten (so das nicht schon jemand anderes tut).


Aber nochmal ein kleiner Nachtrag zu "Spaghetti", den ich neulich vergessen und dann aus gewissen Gründen zunächst zurückgestellt hatte: Aus dem Comixene-Beitrag ergibt sich bereits, dass es eine Zeichentrick-Verfilmung mit der Figur gibt. Diese findet man auch bei Youtube:
https://www.youtube.com/watch?v=C11nZMiuszI

Es ist eine gut 8 Minuten lange Episode in französischer Sprache (so dass ich den Inhalt leider nicht verstehe) unter dem Titel "Spaghetti à la Romaine". Eine deutsche Fassung davon wird es nicht geben, nehme ich sehr stark an. Soweit ich das verstehe, ist diese Episode auf der gleichen Videokassette "Les heros du Journal de Tintin" eschienen, wie auch die einzige bekannte kurze Umpah-Pah-Verfilmung.

Aus den Angaben im Vorspann ("d'après Attanasio", also: "nach Attanasio", und "Scenario et Dialogues: Yves Duval") entnehme ich, dass sehr wahrscheinlich René Goscinny und Dino Attanasio - die in den Credits sonst auch nicht auftauchen - an dem Werk, welches einen Copyrightvermerk für Belvision unter der Jahresangabe MCMLXV (= 1965) hat, nicht beteiligt waren. Insofern ist dieses Filmchen sicherlich kein Muss für Goscinny-Fans und hier im Thread nur eine Randnotiz. Gleichwohl wollte ich es nicht unerwähnt lassen.

Gruß
Erik
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Re: Was lest ihr außer Asterix für Comics?

Beitrag: #Beitrag Nullnullsix »

Hoppla, ich bin noch gar nicht mit der Beantwortung Deines anderen Postings durch, da machst Du schon fröhlich weiter!?
Erik hat geschrieben: 16. April 2022 11:44 (...)
Nullnullsix hat geschrieben: 16. April 2022 04:17Kasimir gabs seinerzeit im alten ZACK von Koralle,
Das ist schon erstaunlich, denn in der Reddition-Bibliographie ist zu keiner Strapontin-Geschichte irgendeine deutsche Publikation angegeben. (...)
Das ist in der Tat erstaunlich, muss ich mir mal angucken... Kann etwas dauern... - also auch, bis ich dann hier weiter durchgehe...
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Re: Werke mit Goscinny-Beteiligung

Beitrag: #Beitrag Nullnullsix »

So, hab jetzt mal geguckt und mich gewundert, dass da Kasimir nicht erwähnt ist. Selbst der eingangs erläuterten Einschränkungen zu den Aufnahmen in die Liste müsste es eigentlich erwähnt sein. Sehr seltsam...
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Re: Was lest ihr außer Asterix für Comics?

Beitrag: #Beitrag Nullnullsix »

Erik hat geschrieben: 16. April 2022 11:44 (...)
Nullnullsix hat geschrieben: 16. April 2022 04:31Insofern dürfe ein entsprechendes Sonderheft der Reddition unter deutschen Comic-Fans ungefähr hundertmal weiter verbreitet sein als es die TIM-Hefte selbst.
Jein. Die Goscinny-Bibliografie ist nicht in einem "entsprechenden Sonderheft" der Reddition, sondern in der ganz normalen Ausgabe Reddition 34. (...)
Ah, da haben wir uns missverstanden: Ich meinte nicht die Rdd. 34, sondern tatsächlich ein Reddition-Sonderheft: Es gibt nämlich ein solches über das schweizerische Magazin TIM und ich behaupte frech, dass dieses 'Über-TIM-Magazin-Sonderheft der Reddition' in Deutschland weiter verbreitet ist, als die TIM-Hefte selbst. Was ja eher ungewöhnlich ist, denk ich.
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Re: Was lest ihr außer Asterix für Comics?

Beitrag: #Beitrag Nullnullsix »

Erik hat geschrieben: 16. April 2022 11:44 (...) Umso erstaunlicher dann doch, dass er die "Kasimir" (= Strapontin)-Veröffentlichungen im alten Zack nicht erwähnt hat - es sei denn, dort wären nur Strapontin-Geschichten aus der Post-Goscinny-Zeit zum Abdruck gekommen. (...)
Hab ich gecheckt und nein, dem ist nicht so. Tatsächlich sind, glaub ich, deutlich mehr 'Ohne-Goscinny'-Kasimirs in ZACK erschienen, aber auch drei von Goscinny.
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Re: Was lest ihr außer Asterix für Comics?

Beitrag: #Beitrag Erik »

Hallo,
Nullnullsix hat geschrieben: 23. April 2022 01:26Ah, da haben wir uns missverstanden: Ich meinte nicht die Rdd. 34, sondern tatsächlich ein Reddition-Sonderheft: Es gibt nämlich ein solches über das schweizerische Magazin TIM und ich behaupte frech, dass dieses 'Über-TIM-Magazin-Sonderheft der Reddition' in Deutschland weiter verbreitet ist, als die TIM-Hefte selbst.
achso. Nein, davon hatte ich noch nie gehört bzw. es jedenfalls nicht mit Bewusstsein wahrgenommen und behalten.

Eine Internetrecherche dazu hat ergeben, dass das Heft (erwartungsgemäß) verlagsseitig vergriffen ist, aber ein Teil davon, wohl eine 10-seitige Leseprobe, kostenlos zum Download angeboten wird:
https://www.reddition.de/shop/reddition ... hie-detail

Im Übrigen steht auf der Seite "Sonderheft in limitierter Auflage" ohne Angabe über die Auflagenhöhe. Insofern ist über die tatsächliche Verbreitung schwer eine Aussage zu treffen. Bei Comicsvalue liest man, dass das Reddition-Sonderheft zu TIM eine Auflage von 100 Exemplaren hatte und 2015 ein Exemplar für 160,00 € verkauft wurde:
https://www.comicsvalue.com/Sonderheft- ... 81973.html

Eine sonderlich weite Verbreitung der Printausgabe wäre demnach wohl zu bezweifeln. Und eine Erwerbsmöglichkeit sehe ich derzeit auch nicht.

Gruß
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Re: Werke mit Goscinny-Beteiligung

Beitrag: #Beitrag Nullnullsix »

...würde bedeuten, dass 100 Leute das Sonderheft haben. Glaube nicht, dass es in D 100 Leute gibt, die die TIM-Hefte haben...
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