Umpah-Pah Zeichentrickfilm(e)

Allgemeine Themen, die etwas mit Asterix zu tun haben und Vorstellung aktueller Asterix-Hefte, -Filme und -Produkte.

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Erik
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Umpah-Pah Zeichentrickfilm(e)

Beitrag: #Beitrag Erik »

Hallo,

Der Titel sagt eigentlich schon, worum es mir geht. Und da Umpah-Pah ja "Asterix' großer Bruder" ist und sogar in "Asterix erobert Rom" einen Gastauftritt hat, mache ich das mal hier und nicht im "Außerhalb Galliens"-Bereich.

Es scheint einen Umpah-Pah-Zeichentrickfilm oder wohl sogar eine ganze Zeichentrickserie zu geben. Diese Information habe ich - nebst einem Bild daraus - hier gefunden:
http://lesvieuxdas.iquebec.com/daliste02.htm

Diese Seite ist die "Haben-Liste" eines quebecischen Serien-Sammlers. Leider konnte ich zu der Serie keine weiteren Informationen im Internet finden, weder bei der imdb, noch bei wikipedia.fr. Diese Internetseite lädt zwar zum Kontakt ein, jedoch ist sie ausschließlich auf Französisch, so daß ich nicht im Stande bin, mal eben freundlich anzufragen. Zudem scheint der dortige Webmaster auch stark an Tauschaktionen interessiert zu sein, was darauf hindeutet, daß diese Serie zwar mal im französischen Fernsehen gelaufen sein könnte, nicht jedoch auf irgendeinem Datenträger veröffentlicht wurde.

Falls also irgendjemand weitere Informationen zu diesen Zeichentrickverfilmungen hat, würde mich das sehr interessieren. Von wann stammen sie? Waren Uderzo und Goscinny an der Entstehung beteiligt? Wieviele Episoden gibt es? Beinhalten sie die aus den Alben bekannten Geschichten oder gab es dafür eigene Drehbücher? Sind sie oder welche in jüngerer Zeit in Frankreich oder wo auch immer ausgestrahlt worden? Usw. usf.

Gruß
Erik
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Erik
AsterIX Druid
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Beitrag: #Beitrag Erik »

Hallo,

nach einer weiteren, intensiven Internet-Recherche, bin ich noch auf 2 Textstellen gestoßen, die mich bei der Frage der Umpah-Pah-Verfilmung(en) einen winzigen Schritt weiterführen.

Im "Animation World Magazine" von Juli 1997 (Vol. 2 No. 4) liest man auf S. 31:
Philippe Moins hat geschrieben:In 1955 Raymond Leblanc, head of Lombard publisher of the Tintin comic books, founded the Belvision animation studio, which brought Belgian animation out of its provinciality by offering the first television version of The Adventures of Tintin. This was followed by semi-animated versions of Goscinny and Uderzo’s Oumpah Pah, Dino Attanasio’s Spaghetti, Tibet’s Chick Bill and other heroes from the Tintin comic books.
Quelle abrufbar unter: http://www.awn.com/mag/issue2.4/AWNMag2.4.pdf

Bei tintinologist.org liest man als Inhaltsangabe zu einer Dokumentation über Belvision:
Chris Owens hat geschrieben:By the mid-60s Belvision were leading the field in Europe. Snippets from Spaghetti a la Romaine, Coin-coin and Goscinny and Uderzo’s Oumpah-pah show how the studios had achieved a technical know-how comparable only to the American animations being made at the time.
Quelle: http://www.tintinologist.org/guides/scr ... ision.html

Die Angaben zur Qualität der Verfilmungen sind also unterschiedlich. "Semi-animated" klingt sehr nach dem ersten Asterix-Zeichentrickfilm, der auch recht dürftig animiert war. Anderseits soll es dem zweiten Zitat nach gut genug gewesen zu sein, sich mit den amerikanischen (wohl Disney-)Trickfilmen der Zeit zu messen.

Was die Entstehungszeit angeht, herrscht auch hienach noch Unklarheit. Das im ersten Zitat genannte Datum von 1955 bezieht sich auf die Gründung von Belvision und wohl die erste "Tim und Struppi"-Verfilmung. Diese "was followed" u.a. von Umpah-Pah. Wann das war, wird aber nicht gesagt. Es klingt jedenfalls so, als müßte es bald darauf gewesen sein. Das zweite Zitat läßt hingegen eher vermuten, daß die Umpah-Pah-Verfilmung(en) aus der Mitte der 60er Jahre stammen. Das hieße, daß sie nur kurz vor dem 1. Asterix-Zeichentrickfilm produziert worden wären.

Die Angaben müssen sich natürlich nicht zwingend wiedersprechen. Da ja (mir) unbekannt ist, wieviele Episoden von Umpah-Pah verfilmt wurden, wäre es denkbar, daß sich dies von Mitte der 50er bis Mitte der 60er Jahre hingezogen hat.

Daß jedenfalls die Umpah-Pah-Verfilmungen offenbar im selben Studio produziert wurden, wie später Asterix der Gallier, der ja bekanntlich zunächst ohne Wissen der Asterix-Väter hergestellt wurde, läßt vermuten, daß Uderzo und Goscinny auch an den Umpah-Pah-Verfilmungen nicht unmittelbar beteiligt waren.

Durch das zweite Zitat wissen wir zumindest, daß Ausschnitte aus den Umpah-Pah-Verfilmungen im Rahmen der durch den Text wiedergegebenen Dokumentation "Belvision: La mine d'or au bout du couloir" im Jahre 2003 noch im französischen Fernsehen gezeigt wurden. Im Handel erhältlich ist allerdings auch sie nicht.

Da ich dies alles für dokumentierenswert und auch für Asterix-Fans interessant erachte, verschiebe ich das mal in den Bereich "Asterixgeplauder". Wenn ich mit meiner Einschätzung falsch liegen sollte, kann das ja eine dort moderationsberechtigte Person weiterverschieben. - Der neue Standort soll aber nur sicherstellen, daß das Thema etwas länger offen bleibt. An Antworten auf obige Fragen bin ich freilich noch immer interessiert, falls jemand etwas weiß oder harausfinden kann. Das "Dictionnaire Goscinny" schweigt sich dazu übrigens aus.

Gruß
Erik
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Erik
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Beitrag: #Beitrag Erik »

Hallo,

auch wenn dieses Thema wohl vorrangig mich selbst interessiert, will ich dennoch von meinem jüngsten Recherche-Erfolg berichten.

Durch den Kontakt zu dem Webmaster der im Ausgangsbeitrag verlinkten Webseite, "Le monde de Tigrou" (er kann auch Englisch), habe ich noch einiges erfahren können.

Das dortige Bild aus einer Umpah-Pah-Episode stammt von einer Episode, die später in Frankreich zusammen mit anderen Cartoons auf dem Video "Les heros du Journal de Tintin" erschienen ist. Von wann das Video stammt, ist unbekannt, aber Tigrou hat mich auf einen Coverscan des Videos hingewisen:
http://cartoonsvhs.free.fr/images/big/H ... ntin01.jpg

Des weiteres ergeben sich aus der Episode selbst noch ein paar Informationen. Im Vorspann werden Uderzo und Goscinny genannt. Regie hatte Ray Goossens, der auch für den ersten Asterix-Zeichentrickfilm verantwortlich zeichnete. Das Copyright der Episode datiert auf 1965. - Das ist nicht unlogisch, da Umpah-Pah ja 1958 ersterschienen ist. Damit datiert diese Episode nur 2 Jahre vor dem ersten Asterix-Film!

Des weiteren ergaben sich folgende Credits:
Décors: Claude Lambert
Animation: Willy Lateste, Bob Zicot, Eddy Lateste
Caméra: François Léonard
Effets spéciaux: Jos Marissen
Producteur: Raymond Leblanc

Auch diese Namen sind uns überwiegend, wenn auch teils in anderen Positionen, vom ersten Asterix-Film bekannt, wie ein Vergleich mit der Film-Seite der Comedix-Bibliothek zeigt. Auch für den zweiten Asterix-Zeichentrickfilm ergeben sich z.T. Übereinstimmungen (da auch er noch von Belvision stammt).

Der Inhalt der Episode ist wohl eine stark verkürzte (kürzer als 7 Min.) und abgewandelte Fassung der ersten Umpah-Pah-Geschichte "Oumpah-Pah - Le peau rouge". Damit scheint klar, daß es sich hier um die erste Episode der Serie von 1965 handelt. Da diese vom selben Regisseur und im selben schwachen Stil (Figuren mit 4 Fingern, siehe schon den Screenshot, auf oben verlinkter Webseite) nur 2 Jahre vor dem ersten Asterix-Film produziert wurde, kann davon ausgegangen werden, daß dies die "semi-animated version" von Oumpah-Pah ist, die Philippe Moins im "Animation World Magazine" anspricht (siehe Beitrag zuvor). Daß es kurz zuvor noch eine andere, einfacher gemachte Serie gegeben hat, ist zwar nicht gänzlich auszuschließen, aber doch sehr unwahrscheinlich. Ob, wie Chris Owens schreibt (siehe erneut Beitrag zuvor), ausgerechnet mit dieser Machart von Zeichentrickfilmen eine hohe Qualität von Belvision-Produktionen nachgewiesen werden konnte, erscheint mir fraglich, aber das muß wohl im Kontext der Zeit und der damaligen Konkurrenz (insb. Disney) beantwortet werden.

Das alles ist schon mehr, als ich ursprünglich zu erfahren gehofft hatte. Dennoch bleiben einige zentrale Fragen offen. Die Serie stammt von 1965, also bevor es Video-Kassetten gab. Folglich kann die Veröffentlichung der einen Episode auf dem oben genannten Video nur eine Zweitverwertung sein. Die Folge wurde sicher nicht für dieses Video produziert. Mithin sagt dies absolut nichts darüber aus, wieviele Episoden diese Serie ursprünglich hatte. Natürlich ist es denkbar, daß die Produktion schon nach einer einzigen, nicht mal 7-minütigen Folge eingestellt wurde. Genausogut kann es aber mehrere Staffeln mit jeweils vielen Folgen gegeben haben. Auch wissen wir nicht, ob Uderzo und Goscinny an der Produktion beteiligt waren oder davon Kenntnis hatten. Sie werden zwar im Vorspann genannt, aber das ist auch bei "Asterix der Gallier" der Fall, der bekanntlich hinter ihrem Rücken produziert wurde.

Leider habe ich hier wirklich keinen Ansatzpunkt für weitere Nachforschungen.

Gruß
Erik
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Thunder
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Beitrag: #Beitrag Thunder »

Mächtig gewaltig ist ja ein richtiger Krimi die Recherche!!Und Erik das interessiert nicht nur dich auch mich!!Ich hoffe du findest noch mehr heraus ich dürste nach mehr!!
Meine Seite-komm doch mal vorbei!
http://www.loewenzahnfanclub.de
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Aktuar
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Beitrag: #Beitrag Aktuar »

Also wenn man da was vor Ort. also in Quebec, machen kann, ich bin im Juni. da für ein paar Tage. Im frankophonen Teil von Kanada ist Asterix ja sehr bekannt, es gibt von da auch viele ebay-Angebote zu Asterix.
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Erik
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Beitrag: #Beitrag Erik »

Hallo,
Aktuar hat geschrieben:Also wenn man da was vor Ort. also in Quebec, machen kann,
das bezweifle ich. Die Belvision-Studios waren ja eine belgische Angelegenheit, keine quebecische. Wo sollte man dort also weitere Informationen suchen? Auch sehe ich keine Anhaltspunkte dafür, daß dieses VHS-Video (nur) in Quebec erschienen ist. Aber selbst wenn, wäre es dort vor Ort wohl auch nicht mehr erhältlich. Daß der Webmaster dieser TV-Serien-Seite nun gerade in Quebec und nicht in Frankreich oder Belgien sitzt, ist insoweit wohl einfach Zufall.
Thunder hat geschrieben:Ich hoffe du findest noch mehr heraus ich dürste nach mehr!!
Es freut mich, daß diese Thematik noch jemanden außer mir interessiert :), aber wie ich schon schrieb, habe ich für weitere Nachforschungen keine Anhaltspunkte mehr. Wenn ich nirgendwo ansetzen kann, kann ich auch nichts weiteres herausfinden. Leider.

Gruß
Erik
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Erik
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Re: Umpah-Pah Zeichentrickfilm(e)

Beitrag: #Beitrag Erik »

Hallo,

in dem Buch "Der Zeichentrickfilm in Belgien", das ich andernorts bereits vorgestellt habe, finden sich tatsächlich zwei Erwähnungen dieser Episode. Im ersten Kapitel werden "Die Pioniere des Trickfilms" ausführlich vorgestellt, darunter auch Ray Goossens. Dort liest man, daß er 1959 für die Belvision tätig wurde und dort mehrere (im einzelnen genannte) Zeichentrickfilme produzierte. Ziemlich am Ende dieses Abschnitts steht: "Oumpah-Pah. Dauer: 10 Minuten". Danach steht im Text, daß sich Goossens 1965 von der Belvision getrennt habe und wieder unabhängig wurde.

Hinten im Buch findet sich dann eine Aufstellung "Belgische Trickfilme nach 1958". Diese ist zwar nach einer Fußnotenangabe unvollständig und beinhaltet nur "die bedeutendsten Werke", aber die Schwelle für eine Aufnahme scheint nicht allzu hoch gewesen zu sein, da selbst verschiedene unbetitelte Werbefilmchen aufgeführt werden. Unter 1965 findet man dort auch den Eintrag: "Oumpah-Pah, le Peau-rouge (Umpah-Pah, die Rothaut). R. Goossens. 35 mm. 7'." Weitere Oumpah-Pah Titel finden sich in der Liste nicht.

Trotz der 3 Minuten Differenz in der Laufzeitangabe, gehe ich davon aus, daß beide Erwähnungen denselben Film meinen. Aus den Tatsachen, daß es der einzige aufgelistete Film ist und daß Ray Goossens 1965 - noch im Publikationsjahr dieser Episode - die Anstellung bei Belvision beendete, gehe ich nunmehr davon aus, daß es nie mehr als diese eine Episode gegeben hat. Zudem scheinen zu dieser Zeit viele Einzelfilmchen solcher Länge (bzw. Kürze) produziert worden zu sein, so daß diese nicht - wie man aus heutiger Sicht meinen könnte - für eine Serienfolge sprechen muß.

Die Angabe "35 mm" bedeutet sicherlich, daß der Film ursprünglich als 35-mm-Film produziert wurde. Dieses Format wurde, soweit ich weiß, an sich nicht für den Privatgebrauch hergestellt, sondern für Kinos. Daß ein 7-minütiger Film im Kino gelaufen ist, ist allerdings auch nicht sehr wahrscheinlich; allenfalls als Vorfilm könnte man sich das vorstellen. Die ursprüngliche Publikationsform bleibt also noch unklar.

Trotzdem ist es schön, nun endlich auch eine schriftliche Dokumentation dieses weithin unbekannten bzw. vergessenen Filmchens zu haben. :-)

Gruß
Erik
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Re: Umpah-Pah Zeichentrickfilm(e)

Beitrag: #Beitrag Findefix »

Hallo Erik!
Die Angabe "35 mm" bedeutet sicherlich, daß der Film ursprünglich als 35-mm-Film produziert wurde. Dieses Format wurde, soweit ich weiß, an sich nicht für den Privatgebrauch hergestellt, sondern für Kinos. Daß ein 7-minütiger Film im Kino gelaufen ist, ist allerdings auch nicht sehr wahrscheinlich; allenfalls als Vorfilm könnte man sich das vorstellen. Die ursprüngliche Publikationsform bleibt also noch unklar.
Und was hältst Du von der Idee, daß der kurze Streifen von Anfang an nur als Episode dieses Vorstellungsfilmes über die Helden des Journals Tintin geplant war, was ja das Naheliegendste wäre :?:

Deine Entdeckung ist aber schon großartig :-) - und führt eigentlich zur Versuchung, auf der Artikelseite zum Buch noch anzumerken (weil die Existenz dieses Filmchens sicher einen Großteil der Asterix-Begeisterten auch interessieren dürfte):
  • In diesem Werk wird auch der weitgehend unbekannte, vermutlich einzige je realisierte "Umpah-Pah" Zeichentrick-Kurzfilm (ca. 7 Min.) aus dem Jahr 1965 dokumentiert, der ebenso auf Comics der beiden Asterix-Autoren Goscinny & Uderzo basiert.
LG, Andreas
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Erik
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Re: Umpah-Pah Zeichentrickfilm(e)

Beitrag: #Beitrag Erik »

Hallo Andreas,
Findefix hat geschrieben:Und was hältst Du von der Idee, daß der kurze Streifen von Anfang an nur als Episode dieses Vorstellungsfilmes über die Helden des Journals Tintin geplant war, was ja das Naheliegendste wäre :?:
das kann schon sein, beantwortet aber natürlich noch immer nicht die Frage, nach der ursprünglichen Veröffentlichungsform dieses potentiellen "Vorstellungsfilmes".
Findefix hat geschrieben:führt eigentlich zur Versuchung, auf der Artikelseite zum Buch noch anzumerken (weil die Existenz dieses Filmchens sicher einen Großteil der Asterix-Begeisterten auch interessieren dürfte):
Die Versuchung ist schon da, ja. Ich sähe es auch gerne, wenn das in irgendeiner Form dokumentiert wäre, allerdings geht es um Umpah-Pah, nicht um Asterix, und dazu noch um eine Episode, die nie auf Deutsch erschienen ist. Deshalb habe ich keinen wirklichen Ansatzpunkt gesehen, Marco vorzuschlagen, das im Asterix-Archiv zu erwähnen. Insofern wäre es mir natürlich lieb, wenn die Artikelseite zum Buch einen solchen Rahmen böte. Aber das ist Marco's Entscheidung, denn es wäre natürlich schon eine Anmerkung, die über das normale Spektrum des Asterix-Archivs ein wenig hinausginge.

Gruß
Erik
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Findefix

Re: Umpah-Pah Zeichentrickfilm(e)

Beitrag: #Beitrag Findefix »

Hallo Erik!

:arrow: Natürlich, aber Marco obliegt es ja, auch bei Anmerkungen mal eine Ausnahme zu machen, - diese hier böte sich förmlich an, weil es wohl eine seltene Information ist, ... und einen Asterix-Bezug habe ich ja im Ergänzungstext noch hergestellt! ;-)

Woanders (z. B. Tintin in Kino & Comics, ..) sind schließlich auch Asterix-fremde(re) Inhalte im Text erwähnt.

LG, Andreas
Findefix

Re: Umpah-Pah Zeichentrickfilm(e)

Beitrag: #Beitrag Findefix »

Hallo Erik,

Du schriebst andernorts:
der ist nur französisch und Uderzo's direkte Mitwirkung daran auch unklar
Es ist - wohl ganz ähnlich wie "Asterix der Gallier" (1967) - ein belgischer ZTF von Belvision aus dem Jahr 1965 mit den Figuren nach Uderzo ("d'après Uderzo") zu einem Szenario von Goscinny, umgesetzt und verwirklicht von Ray Goossens (Regie) und produziert von Raymond Leblanc, .. was aus dem Vorspann doch eindeutig hervorgeht (• hier noch einmal der Link zum Filmchen)! - Was ist daran also noch unklar? ;-)

LG, Andreas
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Re: Umpah-Pah Zeichentrickfilm(e)

Beitrag: #Beitrag Erik »

Hallo Andreas,
Findefix hat geschrieben:Was ist daran also noch unklar? ;-)
wie ich oben schon schrieb:
Erik hat geschrieben:Auch wissen wir nicht, ob Uderzo und Goscinny an der Produktion beteiligt waren oder davon Kenntnis hatten. Sie werden zwar im Vorspann genannt, aber das ist auch bei "Asterix der Gallier" der Fall, der bekanntlich hinter ihrem Rücken produziert wurde.
Es ist sogar eher unwahrscheinlich, daß Umpah Pah von Belvision in Zusammenarbeit mit Uderzo und Goscinny verfilmt wurde und zwei Jahre später "Asterix der Gallier" und "Die goldene Sichel" hinter ihrem Rücken produziert wurden. Die Qualität der Zeichnungen ist hier entsprechend der bei "Asterix der Gallier", die Uderzo ja nicht gefiel. Es erscheint daher durchaus plausibel, daß es seinerzeit gängige Praxis war, die Comicautoren und -zeichner nicht direkt einzubinden, ihre Einwilligung allenfalls im Nachhinein einzuholen und ihr Urheber(persönlichkeits)recht durch Nennung als Urheber der Figur (womit aber nicht die am Film gemeint ist) im Vorspann zu wahren.

Gruß
Erik
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Re: Umpah-Pah Zeichentrickfilm(e)

Beitrag: #Beitrag Findefix »

Hallo Erik,

m. E. erschöpft sich der Interpretationsspielraum in den Angaben: nach Uderzo ("d'après Uderzo", weil die Figuren ja Schöpfungen von ihm sind) zu einem Szenario von Goscinny (weil die Handlung der Geschichte ja von ihm stammt). - Daß Uderzo selbst dafür gezeichnet haben könnte, eröffnet sich also mit keinem Wort, - alleine die Art der vereinfachten Darstellung der Bäume ist schon nicht die seine (in der bekanntlich den Hintergründen immer besonderes Augenmerk zukam)! ;-) - Insofern halte ich die Angaben für deutlich und widerspruchsfrei, von einer Mitwirkung der beiden Autoren der Vorlage für diese ZT-Verfilmung an dem Projekt selbst ergibt sich nicht der geringste Anhaltspunkt - und diese wird auch nicht behauptet bzw. "vorgetäuscht" :!:

LG, Andreas
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Re: Umpah-Pah Zeichentrickfilm(e)

Beitrag: #Beitrag Erik »

Hallo Andreas,
Findefix hat geschrieben:Insofern halte ich die Angaben für deutlich und widerspruchsfrei, von einer Mitwirkung der beiden Autoren der Vorlage für diese ZT-Verfilmung an dem Projekt selbst ergibt sich nicht der geringste Anhaltspunkt und diese wird auch nicht behauptet bzw. vorgetäuscht :!:
daß etwas widersprüchlich sei oder vorgetäuscht werde, habe ich auch nicht behauptet. Wir wissen nur - gerade vor dem Hintergrund der Produktionsgeschichte von "Asterix der Gallier" bei Belvision - nicht, wie der Informationsfluß und eine eventuelle Zusammenarbeit damals gestaltet waren. Es kann sein, daß Uderzo und Goscinny von Anfang an in das Filmprojrkt einbezogen waren, es kann sein, daß es ihnen nur am Rande mitgeteilt wurden und sie zugestimmt haben und es kann auch sein, daß es gänzlich hinter ihrem Rücken lief (wie "Asterix der Gallier"). - Daß Uderzo die Figuren nicht gezeichnet hat, das ist natürlich klar. Ob er diese Zeichnungen aber ausdrücklich legitimiert hat, nicht. Ob Goscinny selbst das Drehbuch geschrieben hat, wissen wir ebenfalls nicht. Er hat die Comicgeschichte "Oumpah-Pah le peau-rouge" geschrieben. Die stark veränderte Filmgeschichte kann aus seiner Feder stammen, muß das aber nicht.

Gruß
Erik
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Re: Umpah-Pah Zeichentrickfilm(e)

Beitrag: #Beitrag Findefix »

Hallo Erik!
Wir wissen nur - gerade vor dem Hintergrund der Produktionsgeschichte von "Asterix der Gallier" bei Belvision - nicht, wie der Informationsfluß und eine eventuelle Zusammenarbeit damals gestaltet waren. Es kann sein, daß Uderzo und Goscinny von Anfang an in das Filmprojrkt einbezogen waren, es kann sein, daß es ihnen nur am Rande mitgeteilt wurden und sie zugestimmt haben und es kann auch sein, daß es gänzlich hinter ihrem Rücken lief (wie "Asterix der Gallier"). - Daß Uderzo die Figuren nicht gezeichnet hat, das ist natürlich klar. Ob er diese Zeichnungen aber ausdrücklich legitimiert hat, nicht.
Ach, so meintest Du das, ... auf die Legitimationsebene bezogen: ob vorher, während oder erst nachträglich.
Ob Goscinny selbst das Drehbuch geschrieben hat, wissen wir ebenfalls nicht. Er hat die Comicgeschichte "Oumpah-Pah le peau-rouge" geschrieben. Die stark veränderte Filmgeschichte kann aus seiner Feder stammen, muß das aber nicht.
Die Idee zu Rahmen und (grob auch der) Handlung dieser Geschichte bleibt ihm jedenfalls unbenommen, darum wird er für das Szenario "verantwortlich gemacht" und dort genannt.

LG, Andreas