...vorheriger Artikel nächster Artikel...

Startseite > Bibliothek > Sekundärliteratur

Die Gallier (VII) - Methusalix

Artikel aus dem ehemaligen Asterix Portal von meome.de.
Hyperlinks sind Anmerkungen der Comedix Redaktion.

Dorfältester, Kampfgefährte und Kriegsveteran

Seinen ersten Auftritt in den Asterix-Bänden hat der Veteran von Gergovia in "Asterix bei den Olympischen Spielen". In früheren Heften konnte mehrmals ein älterer Gallier im Dorf beobachtet werden, doch die Figur des Liebhabers von Champignonsalat wurde von den Autoren Uderzo und Goscinny ganz bewusst in Band XII zu Papier gebracht und sollte zu einer Schlüsselfigur der zweiten Reihe hinter Asterix und Obelix avancieren.

Der 93 Jahre alte Gergovia-Kampfgefährte von Majestix hat es sicherlich seiner jungen Frau, übrigens einem Beispiel an Schönheit, zu verdanken, dass er sehr rüstig und einer Prügelei niemals abgeneigt ist. Besonders Automatix gegenüber, der ihn eher für einen klapprigen Alten hält, verteidigt er sich vehement, auch wenn seine Gattin mal seine Hosen anzieht, und er in Schürze den Abwasch machen muss, als eine Druidin fast die Gesellschaftsordnung im Dorf revolutioniert.

Zwar wissen wir nicht mit Gewissheit, ob er mit seiner Frau tatsächlich verheiratet ist, war es jedoch unter den Galliern Sitte, monogam zu leben. Beide Partner waren gleichberechtigt und besaßen den materiellen Wohlstand gemeinsam. Ebenso modern ist das Ungleichgewicht des Alters von Methusalix und seiner Frau. Ein Blick in die aktuellen Medien, wo sich eine Menge Methusalixe mit jungen, schönen Frauen umgeben, bestätigt das.

Als Weingenießer zeigt er sich so ausdauernd wie beim Sirtaki-Tanz. Seine große Erfahrung prädestiniere ihn zum Chef, meint seine Frau im Dorfstreit gegen den Eindringling Destructivus. Geschäftlich wollen die beiden hoch hinaus. Er eröffnet einen Fisch-, sie ein Antiquitätengeschäft und beide machen sie lohnende Geschäfte mit den Bewohnern der Trabantenstadt. Im Taumel um den schnellen Sesterz werden sogar die Römer zu Entwicklungshelfern in Sachen Zivilisation verklärt. Jedenfalls liefert die bessere Hälfte in ihrer grünen Tunika mit übergelegter Stola hierfür einen charmanten Beweis.

Gewohnt eigenbrötlerisch und traditionellen Werten verpflichtet, ist er mit Kritik an allem Fremden nicht zurückhaltend. Ob diese Meinung auch seine Frau einschließt, darüber darf spekuliert werden. Immerhin gelingt es ihr, Methusalixchen im Zaum zu halten. Viele Anhänger weiß der mit dem Programm "Alle für mich!" angetretene Bewerber im Kampf um die Vorherrschaft im Dorf gegen Majestix und Orthopädix aber nicht zu gewinnen. Einzig zwei Kinder und ein Huhn, alle drei nicht wahlberechtigt, sowie unser Obelix lassen eine gewisse Sympathie für den Kandidaten erkennen.

Sein Name entstammt ursprünglich dem Alten Testament, wo ein Patriarch mit dem Namen Methusalem erwähnt wird. Der Originalname lautet in den französischen Bänden Agecanonix.

Unter kuriosen Umständen kann sich Methusalix übrigens verdoppeln: In "Der Seher" haben wir es einem Fehler der Kolorierung zu verdanken, dass er bei der Rauferei auf Seite zwölf zwei Mal in der gleichen Szene zu sehen ist.
 

Schreiben Sie eine Online-Rezension zu diesem Produkt!

Kategorie Sekundärliteratur | Comedix-Bibliothek | Rezension schreiben