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Asterix und das Geheimnis des Zaubertranks

Frankreich 2018

Durchschnittliche Bewertung:
sehr gut (4.1)
Anzahl der Bewertungen: 26

Inhalt | Meinung | Produktion | Produkte zum Film

Zuletzt geändert von Comedix am 11.03.2019

Inhalt

Wir befinden uns im Jahre 50 v.Chr. Ganz Gallien ist von den Römern besetzt... Ganz Gallien? Nein! Das unbeugsame Volk leistet natürlich zu jeder Zeit Widerstand! Der Druide Miraculix sorgt sich um die Zukunft des Dorfes und macht sich gemeinsam mit Asterix und Obelix auf, einen Nachfolger zu finden, dem er das Geheimnis des legendären Zaubertranks anvertrauen kann. Doch auch der hinterhältige Dämonix versucht, in den Besitz der magischen Formel zu kommen und schreckt dafür nicht einmal vor einem Pakt mit den Römern zurück. Während Asterix und Obelix auf ihrer Suche nach einem würdigen Druiden-Lehrling ganz Gallien durchqueren, müssen die Frauen das Dorf allein gegen die römischen Soldaten verteidigen. Und die Zaubertrank-Vorräte reichen nicht ewig ...

Während der Film in Frankreich schon Anfang Dezember 2018 Premiere hatte und bis zum Jahresende mit 3,91 Millionen Besuchern einer der erfolgreichsten Filme in Frankreich war, startet er in Deutschland offiziell am 14. März. Für die deutsche Synchronisation kommen wieder Milan Peschel und Charly Hübner zum Einsatz, die bereits im letzten animierten Film "Asterix im Land der Götter" den Galliern Asterix und Obelix ihre Stimmen geliehen hatten.

Diese Geschichte basiert auf keinem bekannten Asterix-Abenteuer, sondern wurde von Alexandre Astier speziell für diesen Film erdacht. Astier hatte, wie auch hier, zusammen mit Louis Clichy schon beim vorherigen Film "Asterix im Land der Götter" Regie geführt und das Drehbuch geschrieben.

Comedix' Meinung

Ein Asterix-Film, der nicht auf einem bekannten Asterix-Abenteuer basiert. Das gab es zuletzt 1975 mit dem Film "Asterix erobert Rom". Dieser Zeichentrickfilm gilt bis heute als das finanziell erfolgreichste und beliebteste Kinoabenteuer von Asterix und seinen gallischen Freunden. Weil mir altersbedingt die Premiere 1975 versagt geblieben ist, war ich ganz besonders gespannt auf den neuen Film, der von Alexandre Astier erdacht und von ihm und Louis Clichy als Computeranimation umgesetzt wurde.

Die beiden Herren sind im Asterix-Universum keine Unbekannten. Schon für den vorherigen Film "Asterix im Land der Götter" aus dem Jahr 2014 zeichneten sie sich verantwortlich und Astier trat im Realfilm "Asterix und Obelix bei den Olympischen Spielen" sogar als Schauspieler auf, dort spielte er in einer Nebenrolle Obstinatus, den Zenturio der Leibwache Cäsars.

Diese Erfahrung sorgte wohl auch dafür, dass sie sich mit ihrer Idee, dass der Druide Miraculix daran denke, sich aus dem aktiven Zaubertrankbrauen zurück zu ziehen, durchsetzen, obwohl der Gedanke dem Asterix-Schöpfer Albert Uderzo nach einer Aussage, die er in einem Interview zum Besten gab, anfangs so gar nicht gefallen wollte. Die Absolution bekamen Clichy und Astier dann doch, Uderzo bescheinigte ihnen abschließend noch "eine bemerkenswerte Arbeit geleistet" zu haben.

Von Beginn an gibt der Film dann auch so richtig Gas. Der Film steigt sofort mit dem Hauptthema ein: Miraculix bewegt sich beim Schneiden von Misteln in den Wipfeln der Bäume geschmeidiger als Tarzan in seinen besten Jahren. Naturverbunden wie er ist, sind ihm auch die kleinen Waldbewohner ans Herz gewachsen und so rettet er einen kleinen Vogel vor dem Absturz. Diese Aktion führt jedoch zum folgenschweren Ergebnis, dass er sich nach freiem Fall mit angeknackstem Fuß auf dem vermoosten Boden wiederfindet und resümiert, dass er wohl doch nicht mehr der Jüngste sei und deshalb ein Nachfolger gefunden werden müsse, der die Versorgung mit dem allseits bekannten Zaubertrank im Dorf auch in der Zukunft sicherstelle.

Die von Asterix und Obelix unterstützte Suche nach dem vermeintlichen Nachfolger mit unterhaltsamen Druiden-Casting, der mit Hilfe der Römer nach Macht strebende Druide Dämonix, der als Miraculix' Gegenspieler auftritt, und einige neue Charaktere wie das gallische Mädchen Vitrine und der Jung-Druide Emporkömmlix gehören ebenso zu den abwechslungsreichen Zutaten des Films, wie der finale Kampf des durch einen Trank erstarkten Dämonix gegen ein an Transformers erinnerndes, riesenhaftes Legionär-Irgendwas. All das hievt den Film in die Neuzeit der durch digitale Unterstützung animierten Kinostreifen. Das überwiegend junge Publikum, das an diesem Sonntagnachmittag der Vorpremiere beiwohnte, war auf jeden Fall begeistert.

Ich hatte schon immer etwas für die animierten Filme von Pixar und Dreamworks übrig und so kann ich, wie dem letzten Film "Asterix im Land der Götter", auch der Machart des neuen Streifens auf jeden Fall etwas abgewinnen. Ich fühle mich auch hier in meiner schon 2014 genannten Aussage bestätigt, dass ich mir genau so die Figuren aus den zweidimensionalen Heften als animierte Charaktere vorstelle. Ich fühlte mich mit Asterix gealtert, doch der neue Film muss eine andere Zielgruppe erreichen und trifft damit genau in Schwarze. Die Reaktionen und die so im Vorbeigehen gehörten Meinungen der Kinobesucher bestätigen mich in dieser Annahme.

Asterix auf diese Art ins Kino zu bringen, bedeutet jedoch auch, dass die für Asterix typischen Anspielungen und hintergründigen Assoziationen im Großen und Ganzen fehlen. Allerdings traf das für die Asterix-Zeichentrickfilme, die eine Art Parallelwelt neben dem gedruckten Heften darstellte, schon immer zu.

Eine ganz weiße Weste kann ich dem Film dennoch nicht bescheinigen. Die Macher vergeben beispielsweise die Chance, Idefix als Sidekick hervorzuheben - eine Funktion, die in vielen Filmen zu einer eigenständigen Dynamik geführt hat. Man denke da nur an "Ice Age" mit Scrat, dem rattenartigen, heimlichen Star der Serie. Stattdessen kommt einem kleinen Wildschwein diese Rolle zu. Idefix hätte da sicher mehr Potential.

Zudem zeigen die französischen Macher mal wieder, dass Frankreich anders ist als andere Länder. Während in anderen animierten Filmen, Texte von Schildern oder anderen Textträgern für das deutsche Publikum eingedeutscht werden, damit das Kinoerlebnis noch ein wenig perfekter wird, belassen es die Franzosen beim Text in ihrer Landesprache und versuchen den Wortwitz stattdessen mit einem Untertitel zu transportieren. Da fehlt es mir an der Wertschätzung der deutschen Asterix-Fans, die bisher mit einem großen Teil zum finanziellen Erfolg der Gallier beigetragen haben.

Sicher muss ich mir den Film ausführlicher ansehen, wenn er im August für das Heimkino erscheint, doch insgesamt war er für ein Thema, dem eine neue Geschichte zugrunde liegt, ein Sprung in die Zukunft. Ich kann mir sehr gut vorstellen, dass Asterix im Kino ein Eigenleben mit eigenen Geschichten und einem anderen Tempo fortführt.

Fazit: Der Film macht Spaß, hat ein hohes Tempo und bringt eine neue Asterix-Geschichte in die Welt - etwas, das sich Asterix-Fans wünschen. Dass sich Asterix-Leser und Asterix-Kinobesucher in verschiedenen Welten bewegen, schmälern das Erlebnis nicht. Man muss sich eben nur darauf einlassen.

Produktion

Regie: Alexandre Astier und Louis Clichy
Drehbuch: Alexandre Astier



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Asterix und das Geheimnis des Zaubertranks