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Acta Neurochirurgica

Springer Science+Business Media

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Im April 2011 veröffentlichten die Neurochirurgen der Universität Düsseldorf um Marcel A. Kamp eine Studie, in der Ärzte die Folgen von Comic-Keilereien anhand der Asterix-Abenteuer diagnostizierten. Im Juni 2011 wurde die Studie schliesslich unter dem Titel "Traumatic brain injuries in illustrated literature: experience from a series of over 700 head injuries in the Asterix comic books" ("Schädel-Hirn-Traumata im Comic: Erfahrungen aus einer Serie von mehr als 700 Kopfverletzungen in den Asterix-Bänden") im Fachmagazin "Acta Neurochirurgica" des Springer-Verlags von Marcel A. Kamp, Philipp Slotty, Sevgi Sarikaya-Seiwert, Hans-Jakob Steiger und Daniel Hänggi auf den Seiten 1351-1355 veröffentlicht.

Zwar ist die Aufnahme von englischsprachigen Büchern in der Comedix-Bibliothek nicht vorgesehen, doch die Aufmerksamkeit in der Tagespresse macht die Aufnahme dieses Buches auch für das Asterix-Archiv sinnvoll. Da ein Jahresabonnement des Magazins über 4000 Euro kostet und selbst die PDF-Version des Artikels mit 30 Euro zu Buche schlägt, sei diese Arbeit zumindest hier erwähnt.

Einen Einblick in diese Studie erlaubt der Verlag auf dessen Artikelseite.

Inhalt:

In den 34 Bänden der Serie des kleinen Galliers, die zur Sammlung der Daten verwendet wurden, sei das SHT auch das vorherrschende Verletzungsmuster. Zusammengefasst sind die Fakten für den kundigen Asterix-Leser natürlich keine Überraschung: Die Mehrheit der beteiligten Personen waren Erwachsene und männlich, während die Hauptursache - nämlich genau 98,8 Prozent - des Traumas die vorhergehende Körperverletzung war (siehe hierzu der Themenbereich "Die strafrechtlichen Konsequenzen der Taten von Asterix und Obelix").

In über 50 Prozent der Fälle können die Traumata in die schwerste Gruppe GCS 3-8 der so genannten "Glasgow-Koma-Skala" eingeordnet werden, was bedeutet, dass dann von einer sehr schweren Funktionsstörung des Gehirns auszugehen ist, bis hin zu tiefem Koma. Ausserdem konnten verschiedene neurologische Defizite und Anzeichen von basalen Schädelfrakturen identifiziert werden.

Obwohl über die Hälfte der Opfer der Kopfverletzungen Anzeichen schwerer Beeinträchtigungen des Bewusstseins zur Folge hatten, sind in der Asterix-Serie weder ein Todesfall noch Anzeichen für bleibende neurologische Defizite gefunden worden. Nicht überraschend ist die Tatsache, dass mit 63,9 Prozent die Römer die grösste Gruppe der Betroffenen darstellen, während 90 Prozent der Schädel-Hirn-Traumata von den Galliern verursacht wurden.

Dass es doch nicht zu Todesfällen kam, ist wohl der Tatsache zu verdanken, dass 70,5 Prozent der Opfer einen Helm trugen, der allerdings bei 87,7 Prozent der Fälle verloren ging (Stichwort: Obelix' Helmspiel!). 83 Prozent der Fälle wurden unter dem Einfluss des gallischen Zaubertranks verursacht.

Schade, dass diese interessante Studie vornehmlich nur einem kleinen Kreis von Spezialisten zur Verfügung stehen wird, denn sie erschien bislang nur im Fachbuch "Acta Neurochirurgica" (Volume 153, Number 6, 1351-1355, DOI: 10.1007/s00701-011-0993-6) in englischer Sprache.

Acta Neurochurugica