„Überreste einer Römerschlacht mitten in Germanien“

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Michael_S.
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Re: „Überreste einer Römerschlacht mitten in Germanien“

Beitrag: #Beitrag Michael_S. »

Hallo Carsten!
Carsten hat geschrieben:
Michael_S. hat geschrieben:der Artikel im Spiegel steht in keinem direkten Zusammenhang zu dem aktuellen Fund.
Hast Du eine andere Ausgabe als ich ...? ;-) Der "Kasten" auf S. 132 mit dem Bild eines hier bekannten Herrren (*) schreibt doch über den aktuellen Fund.
Klar, aber der Rest wäre auch erschienen, wenn es diesen neuen Fund nicht gegeben hätte. Zumindest hörte sich die Dame von der Bildredaktion vom Spiegel so an, als sie nach Bildern fragte... Ist aber auch egal, sollte nur eine Erklärung zu Iwans Anmerkung sein, dass sich Seite 132 und der Rest widersprechen.
Carsten hat geschrieben:(*) Der mit dem messingfarbenen Helm, das bist doch Du, oder?
Richtig! :-D

MfG
Michael

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Erik
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Re: „Überreste einer Römerschlacht mitten in Germanien“

Beitrag: #Beitrag Erik »

Hallo,

dieses Thema war bei mir fast in Vergessenheit geraten, als ich vorgestern in der Braunschweiger Zeitung eine kurze Notiz gesehen habe, daß im Braunschweigischen Landesmuseum ab der zweiten Hälfte 2013 eine große Landesausstellung über diese Funde unter dem Titel „Roms vergessener Feldzug - Germaniens verlorene Schlacht am Harzhorn" stattfinden soll. Dafür wird wohl eine Menge Geld vom Land locker gemacht. So liest man, daß 2012 und 2013 Landesmittel von jeweils 1/2 Mio. € bereitgestellt werden sollen:
http://www.dtoday.de/regionen/lokal-nac ... 11728.html

Im Rahmen der Ausstellung sollen neben den lokalen Funden (man hat immerhin 2000 metallische Gegenstände ausgegraben) auch internationale Leihgaben und eine Rekonstruktion der Ausrüstung der beteiligten Armeen zu sehen sein:
http://www.newsclick.de/index.jsp/menui ... d/15273255

Gruß
Erik
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Erik
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Re: „Überreste einer Römerschlacht mitten in Germanien“

Beitrag: #Beitrag Erik »

Hallo,

die Römerausstellung in Braunschweig zur Schlacht am Harzhorn nimmt konkrete Gestalt an. Sie wird vom 1. September 2013 bis 19. Januar 2014 im Braunschweigischen Landesmuseum zu sehen sein. Dazu gibt es nun auch ein paar Informationen auf dessen Webseite:
http://www.3landesmuseen.de/index.php?id=994

Anbei mal das Cover des Faltblattes, das dazu aktuell herausgegeben wird. Darin liest man auch, daß zusätzlich das Gebiet des ehemaligen Schlachtfeldes durch einen "Info-Pad" für Besucher erschlossen wird. Zu sehen sein dürfte dort zwar nichts Antikes mehr, aber wer den Reiz des Originalen sucht, für den mag das eine gute Nachricht sein.

Gruß
Erik
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Iwan
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Re: „Überreste einer Römerschlacht mitten in Germanien“

Beitrag: #Beitrag Iwan »

Das sieht ja nach einer Reise aus :)
Gott sagte zum Stein: "Und du wirst Feuerwehrmann!" Der Stein sagte: "Nein, dazu bin ich nicht hart genug."

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Erik
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Re: „Überreste einer Römerschlacht mitten in Germanien“

Beitrag: #Beitrag Erik »

Hallo,

wenn es um Römer geht, liegt die Assoziation zu Asterix & Obelix nicht fern, selbst wenn man kein ausgewiesener Fan der Gallier ist. Das belegt auch der nochmalige Hinweis auf die Ausstellung zur Schlacht am Harzhorn im Braunschweigischen Landesmuseum im Wochenend-Teil der Braunschweiger Zeitung vom 14.9.2013. Er ist mit Obelix illustriert und im Inneren finden sich 5 humorvolle Gründe, weshalb Obelix damit Recht hat, wenn er sagt, daß die Römer spinnen. Diese haben dann allerdings keinen Asterix-Bezug mehr.

Jedenfalls war dies ein guter Anlaß, den ohnehin geplanten Besuch der Römerausstellung anzugehen. Und so habe ich mir die Ausstellung heute angesehen. Den Flyern nach erwartete ich nicht allzuviel Sehenswertes. Denn sie zeigen wenige, eher unspektakuläre Fundstücke von der Harzhorn-Schlacht selbst und ansonsten ausgeliehene Stücke aus verschiedenen anderen europäischen Museen. Da schien die Vermutung nicht fernzuliegen, daß hier versucht wurde, aus wenig Vorzeigbarem viel zu machen, um wenigstens halbwegs der historischen Bedeutung der Tatsache des Stattfindens dieser Schlacht - die ja mittlerweile wohl unbestritten ist - gerecht werden zu können.

Insoweit hat mich die Ausstellung aber im wesentlichen positiv überrascht. Vor allem in drei Räumen der insgesamt sehr ausgedehnten Ausstellung - der Besuch mit dem Lesen fast aller Texte hat über 3 Std. gedauert - sind die Funde vom Harzhorn (2008) und dem Kahlberg (2010) ausführlich dargestellt. Es sind sicherlich nicht die ganz großen Kunstwerke, aber neben vielen, vielen Schuhnägeln eben auch gut erhaltene Axtblätter, Speer- und Pfeilspitzen und einige besondere Kleinigkeiten, wie (für die Datierung zentrale!) Münzen, ein Schlüssel oder der Deckel eines Tintenfäßchens. Der hypothetische Verlauf der Harzhorn-Schlacht wird in einem weiteren Raum im Rahmen von einer Art Film auf ein 3D-Modell des Schlachtfeldes projeziert, so daß man einen guten Eindruck davon bekommt, wie die Geschehnisse von 235/236 n.Chr. sich zugetragen haben könnten.

Insgesamt ist die Ausstellung in mehrere Kapitel unterteilt, die einen durchaus nachvollziehbaren Bogen rund um die Schlacht spannen. So wird zunächst die Lage der Römer am Limes bis ins frühe 3. Jh. skizziert, es werden die Ereignisse dargestellt, die den Kaiser Maximinus Thrax an die Macht gebracht haben sowie dessen Herrschaftszeit und Fall. Es gibt Abschnitte über die Ausrüstung verschiedener römischer Truppenangehöriger (Reiter, Infanterist, Centurio, Signifier, Feldarzt etc.) und germanischer Kämpfer, der Bestattungsriten, des Soldatenkaisertums allgemein und des Einsatzes von Torsionsgeschützen - also Ballisten. Dabei schien mir das Verhältnis von Fundstücken bzw. vereinzelt Rekonstruktionen zu Textlänge als durchaus angenehm. Auch der Bezug der Texte zu den Exponaten war stets gegeben. Teilweise waren die Texte aber leider nicht sehr lesegünstig platziert.

Wer ein Grundinteresse für die Römer im allgemeinen und ihre Aktivitäten in Germanien in der eher späteren Antike im Speziellen mitbringt, der wird dieser Präsentation sicherlich einiges abgewinnen können. Mit 10 € (bzw. 8 € studentenermäßigt) ist der Eintritt allerdings nicht ganz billig.

Gruß
Erik
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Michael_S.
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Re: „Überreste einer Römerschlacht mitten in Germanien“

Beitrag: #Beitrag Michael_S. »

Hallo Erik,

danke für diesen ausführlichen Besuchsbericht. Das hört sich wirklich sehenswert an! Als Römer brauche ich ja nicht einmal Kunstwerke, sondern kann mich auch über Schuhnägel freuen. :-D

MfG
Michael