Werke mit Goscinny-Beteiligung

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WeissNix
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Re: Werke mit Goscinny-Beteiligung

Beitrag: #Beitrag WeissNix »

bdhk hat geschrieben: 25. Januar 2023 17:50 Vielleicht ist es tatsächlich ein ganz guter Filter, wenn man sich auf die Werke beschränkt, die auf Deutsch vorliegen. Um eine Übersetzung anzustoßen, muss wenigstens irgendwann mal irgendjemand der Meinung gewesen sein, dass es sich nicht um kompletten Schund handelt.
Selbst da bin ich nicht komplett:
Die GA von Pit Pistol, Luc Junior und latürnich Umpah-Pah habe ich, ebenso die Dingo-Dossiers (mit Gotlib). Die GA von Benjamin und Benjamine hab ich hingegen ausgelassen. Valentin (mit Tabary; nur die ersten Kurzgeschichten darin mit Texten von Goscinny, der Rest komplett Tabary) habe ich nur die GA1 (von ALL), die hat mich aber selbst hinsichtlich der Kurzgeschichten von Goscinny nicht wirklich überzeugen können; GA2 hab ich gar nicht mehr gekauft. Und Spaghetti und den anderen (was war das noch, Kasimir? Zu faul zum Scrollen...) hab ich nach dem Eindruck von Pit Pistol, Luc Junior und Valentin auch nicht gekauft (überzeugt hatte mich von den o.G. nur Umpah-Pah, und die Dingodossiers fand ich streckenweise recht witzig) - setze mein Geld, Zeit und Platz inzwischen lieber für andere Autoren und meisst andere Stilrichtungen ein.

Ein wenig davon findet Ihr ja in diesem Thread (ab Seite 2)
https://www.comedix.de/pinboard/viewtop ... =15&t=8635
bis repetita non placent!
Hören Sie mal, würde es Ihnen was ausmachen, wenn ich jetzt einfach aufgebe und verrückt werde? (Arthur Dent in "Per Anhalter durch die Galaxis" von Douglas Adams)
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Nullnullsix
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Re: Werke mit Goscinny-Beteiligung

Beitrag: #Beitrag Nullnullsix »

Erik hat geschrieben: 25. Januar 2023 17:48 (...) Sind in der Zeitschriftenreihe für an Goscinny/Uderzo-Comics und deren Hintergründen Interessierte lohnende Beiträge enthalten? (...)
Eher nicht. Das meiste ist ja eh' komplett veraltet, weil über 20 Jahre alt. Was davon überhaupt noch von Interesse ist, wird zudem vermutlich früher oder später anderweitig (wieder) veröffentlicht werden... - Also, wenn überhaupt, wirklich nur was für 'Hardcore-ZACK-Fans' und die dürften das im Zweifel alles schon haben...
Eigentlich hätte was passieren müssen, als ich auf den Knopf drückte!
bdhk
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Re: Werke mit Goscinny-Beteiligung

Beitrag: #Beitrag bdhk »

Erik hat geschrieben: 22. Januar 2023 13:37René Goscinny das Szenario des Bandes "Das Gold des alten Lender" (frz. "L'or du vieux Lender") der Serie "Jerry Spring" von Jijé (einem der Nacholgezeichner Uderzos an der Serie "Tanguy und Laverdure") verfasst hat. Die Zusammenarbeit zwischen den beiden soll nicht sehr harmonisch verlaufen sein, auch weil Jijé wohl teilweise eigenmächtig Szenen anders umgesetzt hat als von Goscinny verfasst. Insofern ist es auch hier bei diesem einen von Goscinny getexteten Album der Reihe geblieben.

Der Band ist auf Deutsch ebenfalls im Bastei-Verlag unter dem Titel "Fluch des Goldes" in dem Doppelband "Jagd ohne Gnade" von 1972 (wahrscheinlich auch nur in SC) erschienen:
https://www.comicguide.de/book/25544/Jerry-Spring-11

[...]

nach dem, was ich davon gesehen habe, ist das eine realistisch gezeichnete Comicserie, die mit Asterix oder Lucky Luke stilistisch nichts zu tun hat.

[...]

Ich bin mal gespannt, ob man Goscinnys "Handschrift" in den Geschichten (bzw. natürlich deren deutschen Übersetzungen) erkennen kann.
Es ist eine realistisch gezeichnete Geschichte, sehr heldenhafte Physiognomien, alles sehr düster, viele Schatten. Auch inhaltlich: Menschen werden ermordet, ihre am Ende überführten Mörder werden am Galgen landen. Es ist eher ein Krimi, ein Whodunnit, im Western-Setting. Hat für mich nichts von Goscinny, aber das liegt halt einfach daran, dass es komplett "unfunny" ist.

Witzigerweise gibt es zwei große Ähnlichkeiten zwischen Jerry Spring und Lucky Luke: Zum einen die Kleidung, blaue Hose, gelbes Hemd, rotes Halstuch, weißer Hut. Keine Weste, aber an der einen oder anderen Stelle wirkt der Schattenwurf wie eine schwarze Weste, so dass der Held wie ein realistischer Lucky Luke aussieht. Der Eindruck wird noch dadurch verstärkt, dass er seinen Widersachern die Pistolen aus den Händen schießt.

Auch hier wieder eine Geschichte, die man sich mal angucken kann, weil sie eine weitere untypische Ebene von Goscinnys Schaffen illustriert. Aber wenn man sie nicht kennt, hat man auch keine übergroße Bildungslücke. Für die paar Euro, die man investieren muss, kann man aber durchaus zuschlagen, so ist es nicht.
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Nullnullsix
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Re: Werke mit Goscinny-Beteiligung

Beitrag: #Beitrag Nullnullsix »

Ja, nicht 'funny'. Natürlich nicht, da hätte ich vielleicht warnen sollen (mir war das zu selbstverständlich). Jijé ist tatsächlich nicht nur ein funny-Zeichner gewesen (u.a. Spirou vor Franquin), er hat auch mit Valhardi eine Serie geschaffen, die als die erste 'ralistische' franco-belgische Serie gilt. Und mit Jerry Spring zeichnete er den ersten 'realistischen' franco-belgischen western, quasi den 'Ur-Vater' von Blueberry, Comanche uvm. Überhaupt hatte Jijé seine Finger fast überall drin: Er hat aushilfsweise an Lucky Luke mitgezeichnet, an Blueberry, wie schon erwähnt, Tang(u)y von Uderzo übernommen, später den roten Korsaren (Vorbild für die Piraten aus Asterix) und er gilt als der Begründer der 'ecole Marcinelle', die oft als Gegenbegriff zu Hergés 'Ligne Claire' benutzt wird.
Trotz des legendären Rufes von Tim & Struppi, Hergé und dem Magazin Tintin: Ich halte Jijé tatsächlich für den bedeuteren 'Ur-Vater' der franco-belgischen Comics, wie wir sie heute kennen... Ich denke, seine Bedeutung wird oft in dem Maße unterschätzt, wie die von Hergé überschätzt wird...
Eigentlich hätte was passieren müssen, als ich auf den Knopf drückte!
bdhk
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Re: Werke mit Goscinny-Beteiligung

Beitrag: #Beitrag bdhk »

Nullnullsix hat geschrieben: 27. Januar 2023 04:15 Ja, nicht 'funny'. Natürlich nicht, da hätte ich vielleicht warnen sollen (mir war das zu selbstverständlich).
Ja, das war mir schon klar - den Wikipedia-Artikel hatte ich dann doch einmal gelesen, so ist es nicht ;-) Ich dachte nur, ich erwähne es halt in meiner "Mini-Rezension". Hätte ja auch sein können, dass es wegen Goscinny zumindest mal ansatzweise einen Gag gibt.
Nullnullsix hat geschrieben: 27. Januar 2023 04:15Jijé [...] hat [...] Tang(u)y von Uderzo übernommen
Ich weiß. Den habe ich mir sogar zugelegt (auf Deutsch erhältliches Goscinny- oder Uderzo-Werk), aber er steht noch ungelesen im Regal.