Werke mit Goscinny-Beteiligung

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Nullnullsix
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Re: Werke mit Goscinny-Beteiligung

Beitrag: #Beitrag Nullnullsix »

Erik hat geschrieben: 15. Juni 2022 22:34 (...)
Die zweite offene Frage resultiert aus zwei Sätzen in dem Einleitungstext in Band 2. Dort heißt es: "Innerhalb von fünf Jahren erschafft das Duo Berck-Goscinny neun Geschichten mit je 30 Seiten, die in mehreren Ländern veröffentlicht werden: in Deutschland, Italien und sogar in der Türkei. Dann widmet der Autor sich dem Erfolg von Asterix und für fünf weitere Episoden übernimmt Acar die Aufgabe."

Dies liest sich für mich so, als sei Strapontin/Kasimir bereits vor dem Ausscheiden Goscinnys aus der Autorenrolle (auch) in Deutschland veröffentlicht worden. Und das dürfte ja doch vor der Zack-Zeit gewesen sein, die laut Wikipedia erst seit 1972 war. Stellt dies nur eine Ungenauigkeit bzw. missverständliche Formulierung des Einleitungstextes dar oder sind tatsächlich schon früher Strapontin-Geschichten in Deutschland publiziert worden? (...)
Ich tippe auf eine missverständliche Formulierung. Dass 'Dann' im zweiten Satz, bezieht sich vermutlich auf den voran gegangenen Hauptsatz und nicht auf dessen Nebensatz.
Wenn es Kasimir/Strapontin vor ZACK auf dt. gab, dann mit ziemlicher Sicherheit nicht 'in Deutschland', sondern, wenn überhaupt, in der Schweiz: Möglicherweise im Tim-Magazin des Atar-Verlags (wir sprachen bereits in anderem Zusammenhang über dieses Magazin)...
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Erik
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Re: Werke mit Goscinny-Beteiligung

Beitrag: #Beitrag Erik »

Hallo Oliver,
Nullnullsix hat geschrieben: 17. Juni 2022 10:36Ich finde ein Vergleich dieser drei Bilder zeigt sehr schön, wie sich Bercks Stil über die Jahre zu immer mehr Dynamik/Lebendigkeit entwickelt...
ja, in der Tat ein sehr interessanter Vergleich. Danke für's Heraussuchen und Veranschaulichen. Das erste Cover entspricht m.E. ziemlich genau dem eckigen und gerade in den Gesichtern sehr sparsamen Stil, den Berck in der ersten Strapontin/Kasimir-Geschichte gezeichnet hat. Die Zeichnungen der beiden späteren Cover sehen deutlich ansprechender aus. Diese Figuren könnten auch in einem Asterix-Comic vorkommen. Insofern liegt die von mir empfundene Mittelmäßigkeit der Zeichnungen sicherlich nicht an fehlendem Talent des Zeichners, sondern offenbar daran, dass er erst relativ am Anfang seiner Entwicklung stand.

Inwieweit sich diese Entwicklung noch während der Zeit der Goscinny-Kasimire vollzogen hat, wird man sicherlich im Fortgang der Serie etwas besser beurteilen können.

Gruß
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Nullnullsix
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Re: Werke mit Goscinny-Beteiligung

Beitrag: #Beitrag Nullnullsix »

Erik hat geschrieben: 16. Juni 2022 10:07 Hallo Oliver,
Nullnullsix hat geschrieben: 16. Juni 2022 02:33*Wie streng kann ich noch nicht sagen: Die Erstveröffentlichung erfolgte ja in Tintin, von dem es eine belgische und zeitweise eine abweichende französische Ausgabe gab. Es scheint, als ob in beiden Ausgaben alle Geschichten veröffentlicht wurden, allerdings in unterschiedlicher Reihenfolge. Das führt zu drei möglichen Reihenfolgen, an denen sich ALL orientiert haben kann:
1.) Reihenfolge im belgischen Tintin
2.) Reihenfolge im frz. Tintin
3.) streng chronologisch, also nach Erstveröffentlichungsdatum, was je nach Geschichte mal im belgischen, mal im frz. Tintin gewesen sein kann.
Die ALL-Ausgabe orientiert sich an der Veröffentlichungsreihenfolge in der belgischen Tintin-Ausgabe. (...)
Hab das grad mal gecheckt: Belgische Reihenfolge ist okay, da sie mit der streng chronologischen nach Erstveröffentlichung übereinstimmt. Sprich: 1.) und 3.) ist identisch bzw. einfacher ausgedrückt: Alle Kasimir-Geschichten erschienen zuerst im belgischen Tintin und im frz. dann entweder später oder zeitgleich. (Das ist übrigens bei so vielen Serien so, dass manch einer lange davon ausging, dass es überall so wäre - ist es aber nicht. Siehe zB Lucky Lukes erstes Erschei... - ach nee, das war ja in Spirou, nicht in Tintin... - Aber bei Michel Vaillant erschin in Tintin (f) zuweilen eine Geschichte früher als im belgischen 'Muttermagazin'.)

Ansonsten bin ich mittlerweile immer unsicherer über die Verteilung der Geschichten auf die 14 Bände: Erstens hat sich ja mittlerweile gezeigt, dass sie statt der angekündigten 48 Seiten nur 40 haben und zweitens fiel mir bei oben skizziertem Datums-Check auf, dass es nach der letzten 'großen' Geschichte noch eine 12seitige Geschichte im Taschenbuch gab. Wenn die vorletzte 'große' Geschichte (Mygalix) titelgebend für das letzte Album ist, wird sie ja wohl auch dort enthalten sein. Wenn es bei strenger Chronologie bleibt, müsste dieses letzte Album auch alles nach 'Mygalex' enthalten, also mit dieser dann zwei 22seitige Geschichten im Magazin-Format plus die 12seitige TB-Geschichte. Das passt aber nicht auf 40-Albumseiten...
Insofern würde sich eigentlich anbieten -wenn man denn jetzt schon so angefangen hat- es so zu machen: Zunächst die 30seitigen Geschichten plus Bonus-Material in je 40seitige Alben, dann einen Band mit tatsächlich 48 Seiten, der die beiden ersten 22seiter ("Un zeste de violence" und "Strapontin contre Mygalex") beinhaltet und zum Abschluß der Serie dann die dritte 22seitige Geschichte plus die 12seitige TB-Geschichte plus einen abschließenden Red.-Teil, der dieses letzte Album wieder auf 40seiten 'auffüllt'. Dann hätte man nur einen Band mit 48 Seiten (was in der Dicke des Albums nicht wirklich auffällt) und alle anderen gleichbleibend 40 Seiten. Aber eben: 'Mygalex' wär dann das vorletzte Album, nicht das letzte...

However: Auch wenn ich von den ersten beiden Bänden etwas enttäuscht bin, weil ich, wie gesagt, von ALL besseres gewohnt bin, so bin ich doch zuversichtlich, dass die Ausgabe am Ende irgendwie schön und sauber komplett zu Ende gebracht werden wird. Wie auch immer das gedacht und geplant sein mag.
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Re: Werke mit Goscinny-Beteiligung

Beitrag: #Beitrag Nullnullsix »

Nochmal zu den im Impressum auftauchenden nicht-existierenden Integral-Bänden:
Erik hat geschrieben: 16. Juni 2022 10:07 (...) Eine französische Originalausgabe "in Strapontin Intégrale" mit - diesen 14 oder auch allen 16 - Kurzgeschichten gibt es aber ja nach dem, was Du geschrieben hast, nicht. (...)
Jo, das ist so: Strapontin komplett gibt es in den Tintin-Magazinen. Unvollständig ist schon die frz. Ausgabe in Einzel-Alben, erst recht die Integrale-Bände.
Meine Vermutung: Auch wenn entsprechende frz. Ausgaben nicht existieren, so wird doch Le Lombard das entsprechende © für die Geschichten haben. Und dann ist es vielleicht so, dass die Angabe im Impressum der dt. Bände (ggf. als Vorgabe des Lizenzgebers Lombard) so wie geschehen erfolgen muss, unabhängig davon, ob entsprechende 'Originalausgaben' physisch tatsächlich oder nur als 'Lizenzrechte' existieren. Wäre jetzt eine Erklärung, die ich dafür hätte.

Andere Möglichkeit: Vielleicht liegt eine anderssprachige, von Lombard lizensierte Ausgabe vor, in der es mehr als nur den einen Integral-Band von 2008 hat, der auf frz. erschienen ist. Unter 'Pechvogel' (Holland) hab ich geguckt, da gibts das nicht, aber vielleicht irgendwo anders. Glaub ich aber eher nicht. Ich bin da eher bei der oben erläuterten Theorie, dass im Impressum 'lizenzrechtliche' Ausgaben genannt werden, die nicht zwingend tatsächlich auch real existieren müssen.
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Re: Werke mit Goscinny-Beteiligung

Beitrag: #Beitrag Erik »

Hallo,
Nullnullsix hat geschrieben: 18. Juni 2022 11:10und zweitens fiel mir bei oben skizziertem Datums-Check auf, dass es nach der letzten 'großen' Geschichte noch eine 12seitige Geschichte im Taschenbuch gab. Wenn die vorletzte 'große' Geschichte (Mygalix) titelgebend für das letzte Album ist, wird sie ja wohl auch dort enthalten sein. Wenn es bei strenger Chronologie bleibt, müsste dieses letzte Album auch alles nach 'Mygalex' enthalten, also mit dieser dann zwei 22seitige Geschichten im Magazin-Format plus die 12seitige TB-Geschichte.
eine weitere 12-seitige Geschichte? Das ist überraschend, denn selbst in der französischen Wikipedia (https://fr.wikipedia.org/wiki/Straponti ... %C3%A9e%29) ist "Strapontin et le rayon alimentaire" (22 Seiten) die letzte aufgeführte Geschichte. Dass es noch eine weitere gibt, davon steht dort kein Wort. - Sofern dies so ist, halte ich es - mehr noch als bei "rayon alimentaire" - für durchaus nicht unwahrscheinlich, dass der Verleger sie bei der Planung der als "Gesamtausgabe" angelegten Albenausgabe gar nicht auf dem Schirm hatte.
Nullnullsix hat geschrieben: 18. Juni 2022 11:10Insofern würde sich eigentlich anbieten -wenn man denn jetzt schon so angefangen hat- es so zu machen: Zunächst die 30seitigen Geschichten plus Bonus-Material in je 40seitige Alben, dann einen Band mit tatsächlich 48 Seiten, der die beiden ersten 22seiter ("Un zeste de violence" und "Strapontin contre Mygalex") beinhaltet und zum Abschluß der Serie dann die dritte 22seitige Geschichte plus die 12seitige TB-Geschichte plus einen abschließenden Red.-Teil, der dieses letzte Album wieder auf 40seiten 'auffüllt'. Dann hätte man nur einen Band mit 48 Seiten (was in der Dicke des Albums nicht wirklich auffällt) und alle anderen gleichbleibend 40 Seiten. Aber eben: 'Mygalex' wär dann das vorletzte Album, nicht das letzte...
Dieses letzte "Aber" ist jedoch ein ganz Entscheidendes. Denn wie die Backcover der bisher erschienenen Bände zweifelsfrei belegen, ist die Reihe auf 14 Bände angelegt, nicht auf 15. Dass da noch ein Band nachgeschoben wird, halte ich für sehr unwahrscheinlich, denn dann wäre ja die Aufstellung auf den vorangegangenen Bänden falsch. Ich meine, ich kenne die Praxis des ALL-Verlages ja nicht so gut wie Du, aber es scheint mir doch so, als plane der Verleger seine Reihen bereits von Beginn an sehr genau voraus; anderenfalls würde er diese Aufstellung mit allen Covern künftiger Bände auf den Rückseiten ja nicht machen.
Nullnullsix hat geschrieben: 18. Juni 2022 11:10However: Auch wenn ich von den ersten beiden Bänden etwas enttäuscht bin, weil ich, wie gesagt, von ALL besseres gewohnt bin, so bin ich doch zuversichtlich, dass die Ausgabe am Ende irgendwie schön und sauber komplett zu Ende gebracht werden wird.
Da Deine jüngsten Ausführungen meine Zweifel an der späteren Komplettheit der Ausgabe doch deutlich verstärken, ist dies für mich jedenfalls ein zusätzliches Argument, es am Ende eher bei der Anschaffung der Goscinny-Bände zu belassen. Die liegen ja im Kern des Interesses und werden jedenfalls komplett erscheinen.

Gruß
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Re: Werke mit Goscinny-Beteiligung

Beitrag: #Beitrag Nullnullsix »

Im Zweifel kriegt Ansgar beizeiten von mir mal n Tipp bzgl. der letzten Geschichte ;-)
Und ich bin weiterhin guten Mutes, dass 'komplett' auch 'komplett' werden wird. Aufstellung auf der Rückseite der bisher erschienenen Alben hin oder her.
Wenn alle Stricke reißen, wird der letzte Band zur Not dann etwas dicker (mit zwei 22seitern und der TB-Geschichte) - ggf. als Ausgleich dafür, dass die anderen Bände 'nur' 40 statt 48 Seiten haben ;-)
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Re: Werke mit Goscinny-Beteiligung

Beitrag: #Beitrag Erik »

Hallo,
Nullnullsix hat geschrieben: 18. Juni 2022 13:59Und ich bin weiterhin guten Mutes, dass 'komplett' auch 'komplett' werden wird.
wenn man mal ganz genau hinschaut, ist der einzige Ort, wo bzgl. Kasimir irgendetwas in der Richtung von "komplett" steht, die Verlagsankündigung zu Bd. 1 auf deren Webseite. Dort heißt es: "Band 1 der Gesamtausgabe von Kasimir bietet [...]". Und in dem Absatz davor war nur von dem Gespann Goscinny/Berck die Rede; dass es überhaupt spätere Bände anderer Autoren gibt und die deutsche Ausgabe diese umfassen soll, steht dort nicht.

Bereits in der Angündigung von Band 2 heißt es dann nur noch: "Band 2 präsentiert [...]", ohne dass von "Gesamtausgabe" o.ä. die Rede wäre. Drauf- oder drinstehen tut es auf bzw. in den Bänden ja auch nicht.

Ich weiß natürlich nicht, wie gut Ihr Euch kennt, der Verlagschef und Du. Aber ob er wegen eines Hinweises, dass es da noch ein oder zwei weitere Geschichten gibt, seine Planungen über den Haufen werfen wird ... nun, das wird sich zeigen, würde ich sagen. ;-)
Nullnullsix hat geschrieben: 18. Juni 2022 13:59ggf. als Ausgleich dafür, dass die anderen Bände 'nur' 40 statt 48 Seiten haben ;-)
Wie ich bereits einmal schrieb, kommt man ja durchaus auf 48 Seiten, wenn man - wie meinem Eindruck nach bei den Franzosen üblich - die Buchdeckel mitzählt, also beim Cover anfängt und beim Backcover aufhört. Vor dem Hintergrund gäbe es in dem Sinne nichts auszugleichen, weil die Angabe ja richtig ist.

Gruß
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Re: Werke mit Goscinny-Beteiligung

Beitrag: #Beitrag Nullnullsix »

Wir sind hier aber nicht in Frankreich... - Ich tippe zudem mal auf n schlichten c&p-Fehler: Ich hab ja auch noch andere Alben von ALL, die mit 48 Seiten angegeben sind, und auch (ohne Buchdeckel usw. mitzuzählen) diese 48 Seiten haben.
Und zu 'komplett': Nochmal: Der ist Fan und Hobby-Verleger. Wenn's irgendwie geht, macht der das so, wie er als Fan sich das wünschen würde.
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Re: Werke mit Goscinny-Beteiligung

Beitrag: #Beitrag Nullnullsix »

Was ich bei entsprechender Betrachtung ja längst schon hätte wissen können, mir aber jetzt erst klar und bewusst geworden ist:

Anfang der 60er hat Goscinny, wie ich finde: erstaunlicherweise, gleichzeitig für alle drei großen und eigentlich miteinander in Konkurrenz stehenden Magazine gearbeitet: Mit Morris an Lucky Luke für Spirou, für Tintin mit Berck an Kasimir, Umpah-Pah mit Uderzo und natürlich Asterix für Pilote, dessen Mitbegründer und Chefredakteur er war (Serien jeweils u.a.!). Damit noch nicht genug: 'Nebenbei' arbeitete er auch noch für Magazine in der 'zweiten Reihe' wie Vaillant/Pif und Record (Iznogud!). Dass er sich einerseits so quasi selbst Konkurrenz machte und andersrum auch die diversen Magazine es zuliessen, dass er auch für die Konkurrenz schrieb, find ich schon beachtlich.
Nach und nach holte er dann 'seine' Serien zwar zu 'seinem' Magazin Pilote, aber zT auch so, dass zB Iznogud zeitweise sogar gleichzeitig in Record und Pilote erschien. Ende der 70er gabs dann einige wenige Jahre, in denen Goscinny 'exklusiv' nur in Pilote erschien, aber lang hielt das nicht.

Besonders erstaunlich ist der Weg, den Lucky Luke genommen hat: Für Spirou entstanden, Ende der 60er zu Pilote gewechselt, dort erschien zuletzt 'Die Erbschaft von Rantanplan', anschließend wechselte die Serie zum Lucky Luke-Magazin (immerhin nur eine Art 'Ableger' von Pilote, hier erschienen zwei LL-Alben im Vorabdruck). Das wurde aber schnell wieder eingestellt, Lucky Luke kam damit aber NICHT zu Pilote zurück, sondern zu Tintin, wo 1975 'Die Daltons werden kuriert' und 'Der Kaiser von Amerika' erschien. Das letzte noch von Goscinny geschriebene Album 'Der singende Draht' wurde dann 1977 in der Illustrierten 'Paris Match' vorabgedruckt, was nicht mal ein Comic-Magazin ist, sondern eher mit dem dt. Stern vergleichbar. 1978 erschien dann der Comic zum Film 'Die Dalton-Ballade' erst in Vaillant/Pif, kurz darauf nochmal in Spirou. In den 80ern kehrte Morris dann mit Lucky Luke zu Spirou zurück...
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Re: Werke mit Goscinny-Beteiligung

Beitrag: #Beitrag Erik »

Hallo,
Nullnullsix hat geschrieben: 20. Juni 2022 00:43Dass er sich einerseits so quasi selbst Konkurrenz machte und andersrum auch die diversen Magazine es zuliessen, dass er auch für die Konkurrenz schrieb, find ich schon beachtlich.
möglicherweise ist das teilweise auch damit zu erklären, dass der Texter eines Comics zu jener Zeit in vielen Köpfen einfach noch nicht wichtig war. Als nennenswert wurde ja vielfach nur die Autorenschaft des Zeichners angesehen. So steht im Vorwort der neuen LL-Gesamtausgabe, dass die Szenaristen in den 1950er Jahren oftmals mehr als "Helfer des Zeichners" angesehen wurden. Es war dem Verlag dann also quasi egal, wer den Comic schrieb; wenn der Zeichner es nicht selbst tat, sondern einen Texter brauchte, hatte man nichts dagegen, wollte aber auch nicht mehr zahlen. - Sicher was es gerade auch Goscinny, der dies gründlich geändert hat. Insofern wird das für Pilote ganz sicher nicht gegolten haben. Es wäre aber nicht erstaunlich, wenn dieser Geist Anfang der 1960er Jahre in der Branche noch vielfach präsent war. Und wenn das so ist, dann spielte es natürlich auch viel weniger eine Rolle, was ein "Helfer des Zeichners" sonst so machte, also ob er auch für die Konkurrenz arbeitete.

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Re: Werke mit Goscinny-Beteiligung

Beitrag: #Beitrag Erik »

Hallo,
Nullnullsix hat geschrieben: 18. Juni 2022 13:59Und ich bin weiterhin guten Mutes, dass 'komplett' auch 'komplett' werden wird. Aufstellung auf der Rückseite der bisher erschienenen Alben hin oder her.
dies hat der Verlagschef des ALL-Verlages in "seinem" Forum (das ja Teil des Comicforums ist) jetzt tatsächlich in zwei Beiträgen bestätigt:
andrax im Comicforum hat geschrieben:Es werden alle Geschichten chronologisch erscheinen.
andrax im Comicforum hat geschrieben:Aber es stimmt, dass die Motive der Titelbilder der beiden letzten Alben nicht dazu passen. Das wird selbstverständlich noch angepasst. Genauso wie das Titelbild mit dem indigenen Kämpfer 8) und die Autorennennung.
Das teile ich hier natürlich nur nochmal gesondert mit, falls hier noch andere Interessierte mitlesen. Nullnullsix war dort ja selbst Diskussionsteilnehmer und kennt das daher natürlich.

Was der Verlagschef allerdings mit dem "indigenen Kämpfer" vorhat, ist mir nicht ganz klar geworden. Ich nehme sehr stark an, dass damit der dunkelhäutige Speerkämpfer mit Federschmuck und Gepardenfellschurz auf dem Cover von Bd. 6 gemeint ist. Was da allerdings "selbstverständlich" angepasst werden soll, erschließt sich mir nicht. Da ich davon ausgehe, dass es sich bei den Covermotiven um Originalzeichnungen von Berck handelt, hoffe ich jedenfalls, dass hier nicht aus einem heutigen Verständnis von politischer Korrektheit heraus die Zeichnung verändert werden soll, um einem etwaigen Rassismus-Vorwurf (den es ja bei vergleichbaren Numiden-Darstellungen in den Asterix-Comics teilweise gibt) vorzubeugen. Hierfür wäre m.E. nötigenfalls eine Erläuterung im Vorwort, dass es sich um ein Produkt der Zeit, das in dem zeitlichen Entstehungskontext beurteilt werden muss, handelt und dessen heutige Neuveröffentlichung keine Wertung über Menschen afrikanischen Phänotyps zum Ausdruck bringen soll, vorzugswürdig und ausreichend.

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Re: Werke mit Goscinny-Beteiligung

Beitrag: #Beitrag WeissNix »

Erik hat geschrieben: 2. Juli 2022 14:28 Was der Verlagschef allerdings mit dem "indigenen Kämpfer" vorhat, ist mir nicht ganz klar geworden. Ich nehme sehr stark an, dass damit der dunkelhäutige Speerkämpfer mit Federschmuck und Gepardenfellschurz auf dem Cover von Bd. 6 gemeint ist. Was da allerdings "selbstverständlich" angepasst werden soll, erschließt sich mir nicht. Da ich davon ausgehe, dass es sich bei den Covermotiven um Originalzeichnungen von Berck handelt, hoffe ich jedenfalls, dass hier nicht aus einem heutigen Verständnis von politischer Korrektheit heraus die Zeichnung verändert werden soll, um einem etwaigen Rassismus-Vorwurf (den es ja bei vergleichbaren Numiden-Darstellungen in den Asterix-Comics teilweise gibt) vorzubeugen. Hierfür wäre m.E. nötigenfalls eine Erläuterung im Vorwort, dass es sich um ein Produkt der Zeit, das in dem zeitlichen Entstehungskontext beurteilt werden muss, handelt und dessen heutige Neuveröffentlichung keine Wertung über Menschen afrikanischen Phänotyps zum Ausdruck bringen soll, vorzugswürdig und ausreichend.
Da bin ich ganz Deiner Meinung - bei der "Judensau" in Wittenberg reicht nach erst jüngst gefälltem höchstrichterlichem Urteil ja letztlich auch ein einordnendes Statement, und das Ding kann in aller Öffentlichkeit dort bleiben. Man sollte grundsätzlich alle hergebrachte Kunst, Musik und Literatur nicht aus aktueller p.c. verschandeln, sondern unverändert lassen und bei Bedarf dann mit entsprechenden Disclaimern versehen. Man kann sich nicht über zB den IS echauffieren, weil er alte Kultur zerstört, weil sie nicht in das fundamental-islamistische Weltbild passt, aber gleichzeitig Hand an Kulturgüter legen, die nicht ins eigene Weltbild passen! Fehlt eigentlich nur noch, dass der Begriff "entartete Kunst" wieder hoffähig wird!

Interessant übrigens bei der Causa Judensau, dass der Kläger ein Konvertit war, der erst spät zum Judentum übergetreten ist. Das ist meiner Beobachtung nach oft so, dass die Spätberufenen/Konvertiten (durchaus aller Religionen und Überzeugungen) fundamentalistischer und kämpferischer sind als die dort selbstverständlich Hineingeborenen.
bis repetita non placent!
Hören Sie mal, würde es Ihnen was ausmachen, wenn ich jetzt einfach aufgebe und verrückt werde? (Arthur Dent in "Per Anhalter durch die Galaxis" von Douglas Adams)
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Re: Werke mit Goscinny-Beteiligung

Beitrag: #Beitrag Erik »

Hallo,

heute im Bahnhofszeitschriftenladen habe ich mir die aktuelle Ausgabe der Comixene (Nr. 143 - Sommer 2022) gekauft. Darin findet sich ein fünfseitiger Artikel "Per Taxi in die Gefahrenzone" von Gregor Ries. Darin geht es zwar nicht nur um die Serie "Kasimir", sondern auch um andere Serien Arthur Berckmanns', insbesondere "Sammy & Jack", die derzeit als Gesamtausgabe bei Kult Comics erscheint, jedoch nichts mit Goscinny zu tun hat (Texter ist Raoul Cauvin). Aber gleichwohl stellt der Artikel m.E. eine schöne Ergänzung zu dem inhaltlich (bislang) sehr knapp gehaltenen Vorwort in Bd. 2 der Kasimir-Ausgabe dar. Man erfährt ein Paar zusätzliche Hintergründe zu dem Zeichner mit Künstlernamen Berck und dessen weiteren Serien.

Interessant fand ich, dass der Autor dieses Artikel meine Einschätzung dahingehend
Erik hat geschrieben: 15. Juni 2022 22:34Die Figur des Kasimir ist allerdings - wie es mir scheint - ein typisches Goscinny-Produkt: ein körperlich kleiner, schmächtiger Mann, der oft - vielfach zu Unrecht - mit Stärkeren aneinandergerät und dabei einiges abbekommt. Er hat auf jeden Fall das Herz am rechten Fleck, ist hilfsbereit und empört sich über jedes Verbrechen. Das hat er mit Spaghetti alles gemeinsam.
im Kern teilt. So formuliert er:
Gregor Ries in der Comixene 143 hat geschrieben:Abgesehen vom Umstand, dass es sich bei dem Chauffeur um einen hilfsbereiten Gesellen und nicht um einen eingebildeten Gernegroß handelt, erinnert das Konzept mehrfach an Spaghetti.
Ich finde zwar nicht, das Spaghetti durchgehend als "eingebildeter Gernegroß" auftritt. Er vereitelt ja schon gezielt Verbrechen oder Katastrophen, die Prosciutto verursacht, oder versucht dies zumindest. Aber die Parallelitäten im Konzept von Kasimir und Spaghetti sind in jedem Falle da, wenn es natürlich auch Unterschiede im Detail gibt.

Demgegenüber kann ich die Aussage
Gregor Ries in der Comixene 143 hat geschrieben:Anfangs erinnert Bercks runder, weicher Stil stärker an Uderzo, Willy Vandersteen oder seinen Lehrmeister Raymond Macherot (Chlorophylle, Clifton).
nicht ganz nachvollziehen. In meinen (natürlich laienhaften) Augen ist der Stil Berck's in den mir vorliegenden ersten Ausgaben eher sehr eckig, womit er sich deutlich von Uderzo's Stil unterscheidet. Erst später nähert er sich diesem offenbar an - wie Nullnullsix' dankenswerter Vergleich des Covermotivs von Rataplan aus den verschiedenen Schaffensphasen m.E. deutlich zeigt.

Am Ende des Beitrages in der Comixene werden die Ausgaben der Kasimir-Comics aus dem ALLL-Verlag vorgestellt, wobei - wohl kritisch gemeint - zur Sprache kommt, dass auch eine Ausgabe der ganzen Serie in drei oder vier Sammelbänden anstatt 14 Einzelalben möglich gewesen sei. Dass der ALL-Verlag diesen Weg nicht gegangen ist, wird damit begründet, dass es eine "Vorgabe" des Verlags gebe, bei Zack-Serien nur Einzelbände zu publizieren. Erläutert wird der Grund dieser Vorgabe jedoch nicht.

Erwähnenswert erscheint mir für die deutsche Publikationsgeschichte der Serie "Kasimir" auch noch, dass in dem Comixene-Beitrag angesprochen wird, dass die Veröffentlichungen in Zack aus dem Koralle-Verlag teilweise gekürzt gewesen seien. Umso mehr stellen dann die Ausgaben aus dem ALL-Verlag deutsche Erstveröffentlichungen - nämlich der kompletten, ungekürzten Episoden (davon gehe ich jetzt einfach mal aus) - dar.

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Re: Werke mit Goscinny-Beteiligung

Beitrag: #Beitrag Nullnullsix »

Erik hat geschrieben: 3. Juli 2022 18:20 (...) Demgegenüber kann ich die Aussage
Gregor Ries in der Comixene 143 hat geschrieben:Anfangs erinnert Bercks runder, weicher Stil stärker an Uderzo, Willy Vandersteen oder seinen Lehrmeister Raymond Macherot (Chlorophylle, Clifton).
nicht ganz nachvollziehen. (...)
Ja, über den Satz bin ich auch gestolpert, allein schon, weil mir diese Aufstellung (Uderzo, Vandersteen, Macherot) schon ganz unabhängig von Berck sehr seltsam vorkommt: Uderzos Vorbilder waren Disney und Calvo und das sieht man Uderzos Strich auch an. Vandersteen ist eher 'Ligne Claire', die oft als Gegenpart zur 'École Marcinelle' gesehen wird, der wiederum Macherot am ehesten zuzuordnen ist. Alle drei also höchst unterschiedliche Zeichner, bzw. Zeichentraditionen, deren Nennung in einem Atemzug allein schon seltsam anmutet. Und dann auch noch in Verbindung mit 'Berck erinnert an', ist es erst recht sonderbar.
Erik hat geschrieben: 3. Juli 2022 18:20 (...) In meinen (natürlich laienhaften) Augen ist der Stil Berck's in den mir vorliegenden ersten Ausgaben eher sehr eckig, womit er sich deutlich von Uderzo's Stil unterscheidet. Erst später nähert er sich diesem offenbar an - wie Nullnullsix' dankenswerter Vergleich des Covermotivs von Rataplan aus den verschiedenen Schaffensphasen m.E. deutlich zeigt. (...)
Nun ja, die ersten Asterixe haben auch noch recht ungelenke (eher 'eckige') Momente (dagegen ist Umpah-Pah schon deutlich ausgereifter und auch einiges andere, was Uderzo vor Asterix gemacht hat...), aber ich finde Uderzo generell auch nicht besonders 'referenziell', erst recht nicht, wenn's um Berck geht. Macherot passt da sehr viel besser, wie auch Franquin, Peyo, Roba, Dupa, Greg, Azara u.v.m. - alle ziemlich 'typische' Vertreter der École Marcinelle, deren Frühwerke zuweilen noch etwas 'eckig' und ungelenk sind, dann wieder 'runder' und schwungvoller, oft im Wechsel zischen diesen Extremen - eben eine 'Suche' nach dem Stil, eine 'Entwicklung', die von Ausprobieren und der Suche nach dem eigenen Stil geprägt ist. - Uderzo lief da eher so 'nebenher' mit ähnlichen Ergebnissen, aber war nicht so 'mittendrin', während viele der anderen Genannten ja zT auch miteinander gearbeitet, voneinander gelernt und sich gegenseitig inspiriert haben.
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Re: Werke mit Goscinny-Beteiligung

Beitrag: #Beitrag Erik »

Hallo,

Mitte der Woche hat mich der 2. Band der Spaghetti-Gesamtausgabe erreicht. Noch habe ich nicht alle Comic-Geschichten darin gelesen. Der Band enthält - nach einem 7-seitigen redaktionellen Einleitungstext - insgesamt 5 jeweils 30 Seiten lange Comic-Geschichten (Spaghetti und die Achillesferse, Spaghetti und der Radlertreff, Die Narren des Königs, Spaghetti in Venedig und Spaghetti in Paris) aus den Jahren 1961 und 1962. Dies entspricht auch den - nach den im 1. Gesamtausgaben-Band enthaltenen Geschichten - nächsten fünf Geschichten in der Goscinny-Bibliographie in der Reddition 34.

Der redaktionelle Text ist sehr lesenswert. Nachdem im 1. Band der Reihe ja auf die Autoren fokussiert wurde, geht es hier nun im Schwerpunkt um die Serie selbst bzw. deren Entstehungsgeschichte. Zum Verlauf bzw. der Entwicklung der Figur ist dem allerdings nicht viel zu entnehmen; vielleicht gibt es dazu aber auch einfach nicht so viel zu sagen. Interessant ist, dass es nach Goscinny's Ausstieg aus der Serie im Jahr 1965 noch vier Nachfolge-Szenaristen gegeben hat (Roger Francel, Lucien Meys, Greg und Yves Duval). Wieviele Spaghetti-Geschichten von diesen in welchem Zeitraum geschaffen wurden, ist dem Text leider nicht zu entnehmen. Vielleicht wird das im 3. Band beleuchtet.

Mehr oder weniger aufgeklärt wird der Entstehungszeitpunkt der Figur, der im 1. Band ja noch etwas im Dunkeln blieb. Hier erfährt man nun, dass die Idee, die Figur als Serie im Magazin Tintin zu veröffentlichen im Jahr 1956 entstand, Dino Attanasio die Figur aber zu diesem Zeitpunkt bereits seit "fünf oder sechs Jahren" gezeichnet habe. Er habe sie in dieser Zeit mehreren Magazin- und Zeitschriftenredaktionen angeboten - wohl ohne Namen und konkreten Story-Kontext, da erwähnt wird, dass Attanasio zuerst an Gauner-Geschichten gedacht habe -, die aber alle abgelehnt hätten. Damit wäre die in anderen Quellen genannte Entstehungszeit 1952 (vgl. meinen Beitrag zum 1. Band der Gesamtausgabe bzw. die dortigen Links) zwar immer noch nicht geklärt, denn die hiesige Angabe würde zu einer Entstehung 1950 oder 1951 führen. Aber es kommt dem zumindest nahe.

Der Charakter der Comic-Geschichten wird nun dadurch geprägt, dass mit Spaghettis Cousin Prosciutto (der schon in der letzten Geschichte des 1. Bandes seine Premiere hatte) ein stets gutmütiger Pechvogel und Dummerjan sondergleichen sein ständiger - wenn auch seitens Spaghetti ungewollter - Begleiter ist. Dies gibt den sich aneinanderreihenden Katastrophen eine gefühlt noch höhere Frequenz. Gleichwohl bleiben die Geschichten teilweise doch sehr vorhersehbar. Auf Spannung sind sie eher nicht angelegt, wohl aber auf Humor. Goscinny kreiert nun auch immer wieder Running Gags, die sich durch eine Geschichte ziehen. Das ist durchaus lesenswert, wenn die 30-seitigen Geschichten auch vereinzelt mal Längen aufweisen und man sie unter logischen Gesichtspunkten nicht allzu ernst nehmen darf.

Laut Verlagsforum des ALL-Verlags soll das Verlagsprogramm für Januar bis Juni 2023 stückweise im Laufe der zweiten Hälfte kommender Woche veröffentlicht werden. Man darf gespannt sein, ob auch wieder ein Titel von Goscinny dabei ist. Der 3. Band der Spaghetti-Gesamtausgabe wäre natürlich wünschenswert. Aber auch ein oder zwei Alben von Kasimir wären schon nicht schlecht.

Gruß
Erik
"Alle sollt ihr noch sehen, daß ich habe recht!" (Erik der Blonde, Die große Überfahrt, S. 5)