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Asterix im Land der Götter

Frankreich 2014

Durchschnittliche Bewertung:
sehr gut (4.3)
Anzahl der Bewertungen: 67

Inhalt | Meinung | Produktion | Produkte zum Film | Interview | Ihre Rezension

Zuletzt gendert von Comedix am 08.03.2018

Mit einer Umsetzung des Albums "Die Trabantenstadt" (Original: "Astérix : Le domaine des Dieux 3D" - "Asterix im Land der Götter") ist in Frankreich am 26.11.2014 der insgesamt neunte Asterix-Zeichentrickfilm erschienen. In Deutschland erschien der Film am 26. Februar 2015. Realisiert wurde der Animationsfilm bei den Belgiern von Dreamwall (ca. 65%) und im französischen Studio Mikros Image mit einem Budget von ca. 30 Millionen Euro.

Produziert wurde der Film in den Studios von M6, die bereits den Zeichentrickfilm "Asterix und die Wikinger" realisiert haben. Verantwortlich für das Drehbuch ist Alexandre Astier, der gleichzeitig Koproduzent des Films ist.

Inhalt

Wir schreiben das Jahr 50 vor Christus: Ganz Gallien ist von den Römern besetzt ... Ganz Gallien? Nein! Ein von unbeugsamen Galliern bevölkertes Dorf hört nicht auf, Widerstand zu leisten. Julius Cäsar kocht vor Wut, aber er hat einen Plan: Römische Lebensart statt pure Gewalt soll den Willen der unnachgiebigen Gallier brechen. Der Kaiser lässt neben dem Dorf eine beeindruckende Luxuswohnanlage für reiche, vergnügungssüchtige Römer bauen: Das Land der Götter. Können unsere gallischen Freunde der Gewinnsucht und dem römischen Wohlstand widerstehen? Wird Ihr Dorf als Erholungsort für Römer ausgebeutet? Doch Asterix und Obelix werden auch diesmal alles tun, um Cäsars Pläne zu durchkreuzen!

Synchronsprecher

Asterix: Milan Peschel
Obelix: Charly Hübner
Cäsar: Martin Umbach
Miraculix: Thomas Rau
Majestix: Manfred Erdmann
Quadratus: Dieter Landuris
Mietfundus: Wolfgang Müller
Hasenfus: Thomas Müller

Comedix' Meinung

Im Film "Asterix im Land der Götter", der auf dem im Jahr 1971 in Frankreich erschienenen Album "Le Domaine des Dieux" (dt.: Die Trabantenstadt, 1974) basiert, versucht Julius Cäsar wie in der literarischen Vorlage das Dorf der Gallier dem römischen Imperium einzugliedern - durch den Baumeister Quadratus soll eine römische Siedlung um das Dorf herum entstehen und so das Dorf zu einer unbedeutenden Vorstadt zu degradieren.

Der Film hält sich relativ nah an die Geschichte der gedruckten Vorlage. Es wurden weder mehrere Geschichten zu einer abenteuerlichen Erzählung kombiniert, wie in dem Zeichentrickfilm "Operation Hinkelstein" aus dem Jahr 1989, noch erfanden die Autoren eine neue abweichende Rahmenhandlung wie in "Asterix und die Wikinger" aus 2006. Ich habe mir den Film bewusst nicht in 3D angesehen und hatte nicht den Eindruck, dass es besonders viele Szenen gegeben hätte, deren besondere dreidimensionale Wirkung mir entgangen sein könnten. Außerdem hatte ich gehofft, dass durch die Wahl der Vergleich mit dem Comic besser gegeben sei.

Nun ist es eine Eigenart langjähriger und zumeist schon in die Jahre gekommener Asterix-Leser neue Erzeugnisse, sei es auf der Leinwand oder als neues Album, mit den besten Geschichten zu vergleichen. Und in diesem Vergleich kommen die Filme in der Regel nicht besonders gut weg. Im Gegenteil, begeisterte Fans der Comics konnten bislang oft nichts mit den Zeichentrickfilmen oder den Realfilmen mit echten Schauspielern anfangen. Das Argument: Zu weit enfernt vom Wortwitz, den geistreichen Handlungen und dem Charme der Vorlage.

Und hier schlägt womöglich "Asterix im Land der Götter" die langersehnte Brücke, denn der neue Streifen ist der erste computeranimierte Asterix-Kinofilm. Die Animationen der Charaktere und die sehr schön im Detail gezeichnete Umwelt schaffen den Sprung aus den zweidimensionalen Heften zum Bewegtbild. Genau so habe ich mir die Gallier immer vorgestellt. Und die Wildschweine, die in den verschiedensten Szenen immer wieder eine Nebenrolle spielen, sind für mich die heimlichen Stars. Ich fand schon 2011, dass die damals umgesetzte computeranimierte Verfilmung "Die Abenteuer von Tim und Struppi" den Comic-Charakter der Serie auf die Leinwand rettete und diesmal habe ich dieses Gefühl wieder, sogar noch etwas intensiver.

Manchmal kommen die Raufereien und Szenen etwas hölzern und gewollt komisch daher, aber während ich mich an den kleinen Details erfreute, juchzten die jungen Kinobesucher um mich herum umso lauter. Und da der Film eher die jüngeren Kinobesucher ansprechen will, fehlt hier natürlich auch die Tiefe, die in den Heften durch Anspielungen und den Wortwitz erreicht wurde. Das ist auch schon eine große Schwäche des Films. Während die Hefte auf verschiedenen Ebenen sowohl junge als auch ältere Leser ansprechen, schafft der Film den Sprung über flache Dialoge und fehlende Mehrdeutigkeit hinaus nicht. Vielleicht habe ich mich auch zu sehr auf den visuellen Eindruck konzentriert und muss den Film mehrmals ansehen, doch ausgetüftelte Sprachspiele sind mir jetzt beim ersten Besuch nicht aufgefallen.

Trotzdem hat mich die Umsetzung des Films begeistert. Mein Tipp: Achten Sie nicht auf die großen Actionszenen, sondern genießen Sie die kleinen Momente, wenn die Pupillen der Protagonisten den Raum nach Halt absuchen oder die Gallier ihre Eigenarten aus den Comics in die Animation retten.

Mit einem Budget von etwa 37 Millionen Euro ist er schon jetzt der erfolgreichste animierte Asterix-Film in Frankreich. Sicher wird er in den ersten Tagen keine Rekorde brechen, doch entscheidend ist, wie sich der Film in den Wochen darauf bewährt. Wird er zum stillen Dauerbrenner oder versinkt er nach wenigen Wochen schnell wieder in der Versenkung? Für mich hat er die Qualität des letzten gedruckten Asterix-Abenteuers "Asterix bei den Pikten": Neustart mit Potential für mehr.

Produktion


Produkte zum Film

Interview

Das folgende Interview zwischen Charly Hübner (Synchronstimme von Obelix) und Comedix wurde im Februar 2015 geführt:

Comedix: Wie ist Ihre Meinung zu Interviews?
Charly Hübner: Sie sind dann gut, wenn ...
Comedix: Ja? Wenn was?
CH: ... wenn sie gut sind.

C: Wie sind Sie zur Synchronisation von Obelix gekommen? Soweit mir bekannt ist, stehen bei Ihnen eher Filmproduktionen und das Theater im Vordergrund, auch mal die Beteiligung an einem Hörspiel, doch bisher noch nie die Synchronisation.
JH: Meine Agentin rief mich an und erzählte mir von Obelix. Nein sagen, geht da leider nicht.

C: Wie lange dauerte die Synchronisation und hat es Spaß gemacht?
JH: Ich war zwei Tage im Studio. Spaß macht das nicht, dafür ist das dann doch zu viel Arbeit (lacht).
C: Nur zwei Tage? Ich dachte die Arbeit an einer Synchronisation dauert deutlich länger. Ist damit alles getan oder wird es auch Promotionauftritte im Zusammenhang mit dem Filmstart geben?
JH: Wir hatten schon sogenannte Pressetage und an diesen zwei Tagen im Studio haben wir ja nicht nur rumgestanden ..

C: Worin lag für Sie die Herausforderung bei der Synchronisation?
JH: Dem französischen Kollegen Guillaume Briat, der das Original sprach, gerecht zu werden.
C: Sprechen Sie Französisch?
JH: Sehr schlecht

C: Wie haben Sie die Stimmlage gefunden, die zu Obelix am besten zu passen scheint?
JH: Ich fand die Stimme des französischen Kollegen großartig und dachte vielleicht kriege ich das auch hin.

C: Gibt es zusätzlich Anweisungen der Regie?
JH: Der Regisseur hat viel Erfahrung und war dadurch natürlich the best coach.

C: Was verbindet Sie mit der französischen Comicfigur und der Comicserie "Asterix"?
JH: "Asterix und Obelix" kamen sehr spät mit Mitte zwanzig erst in mein Leben und da blieben sie dann bis heute. Ich hab immer irgendwo ein Comic liegen, weil diese Gallier einfach den Kopf und das Herz frei machen.

C: Gibt es ein Asterix-Abenteuer, das sie besonders mögen? Wenn ja, warum?
JH: Nein. Ich liebe es einfach sie zu lesen.

C: Wird später in Ihrer Biografie stehen "Er war jung und brauchte das Geld" oder können Sie sich vorstellen, auch zukünftig für Trickfilme Ihre Stimme zu leihen?
JH: Mal schauen. Obelix ist so herrlich, das wollte ich wissen. Und wenn wieder so was kommt, sag ich bestimmt wieder ja.

C: Es gab in der Vergangenheit schon einige in der breiten Öffentlichkeit bekannte Gesichter, die für computergenerierte Trickfilme wie Shrek (Sascha Hehn und Esther Schweins), Ice Age (Otto Waalkes) oder Nemo (Anke Engelke und Christian Tramitz) synchronisiert haben. Eine Sorge der eingefleischten Asterix-Fans war, dass öffentlichkeitswirksam ein Prominenter verpflichtet wird, der keinen Bezug zu Obelix hat. Haben Sie Gemeinsamkeiten mit Obelix, dem nach einer Umfrage beliebtesten Charakter der Asterix-Serie?
JH: Ich bin ein Hüne, ich liebe kleine Hunde und esse gern Wildschwein und philosophierend durch den Wald zu laufen ohne viel zu wissen, kann ich auch super.

C: Ihre bekanntesten Filme, wie bspw. "Das Leben der Anderen", "Krabat" oder auch "Bornholmer Straße" und Theaterstücke von Berthold Brecht und Dostojewski unterhalten die Zuschauer auf einem hohen Niveau. Wo sehen Sie Asterix und Obelix im speziellen und Comics im allgemeinen in diesem Zusammenhang?
JH: Asterix und Obelix sind Kult und damit allerhöchstes Niveau. Wir reden hier über die letzte wirklich freie Enklave in einer freien Welt. Das haben wir anderen alle nicht hingekriegt. Aber wir haben ja auch keinen Miraculix.
C: Wofür könnten die Bewohner des Dorfes ein gutes Beispiel sein?
JH: Respekt, Leidenschaft, Liebe, Witz, Mut und Starrsinn, im allerbesten Sinne.

C: Comedix ist die größte Asterix-Seite im Internet, deshalb hat das Internet für die Leser dieses Interviews schon eine wichtige Bedeutung als Medium. Sie veröffentlichen regelmäßig Bilder und Hinweise auf Facebook. Wie ist das bei Ihnen, wie nutzen Sie dieses Medium sonst noch für sich? Haben Sie Comedix vielleicht sogar im Rahmen der Synchronisation besucht?
JH: Comedix kannte ich bisher nicht, aber es ist für Asterix-mega-Fans natürlich ein guter Ort zum Verweilen.
C: Danke für das Kompliment und vielen Dank, dass Sie Zeit für das Interview hatten.

Rezension von Roman am 25. Juli 2015
Ja, das mit den "wandernden Pupillen" ist mir auch ins Auge gestochen. Das sind nebenschliche Details, die den Figuren Leben einhauchen. Ich fand den Humor nicht unbedingt intellektuell, aber angenehm zurckhaltend und nicht kontraproduktiv Klamauk-lastig, so wie zuletzt bei den Echtfilmen. Deshalb definitiv besser als "Asterix bei den Wikingern", der mich mit den modernen Anspielungen eher nervte. Die Synchro ist nicht schlecht, aber Wolfgang Hess als Obelix ist einfach nicht zu schlagen. Asterix' Stimme ist etwas gewhnungsbedrftig und fr meinen Geschmack zu hoch. Ich war bei der Animation skeptisch, wurde aber positiv berrascht. Soviel plastisches Gewusel bekommt man mit einem traditionellen Zeichentrick nicht hin.
Hinweis: Rezensionen geben ausschließlich die Meinung des Autors wieder!

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